Logo-Streit: Außergerichtliche Einigung zwischen Apple und Birnen-Start-up

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Worum geht's?

Die Betreiber einer Rezepte-App aus dem US-Bundesstaat Utah können aufatmen. Dank minimaler grafischer Veränderungen kann der kleine Betrieb sein birnenförmiges Logo weiterverwenden. Nach Ansicht des Tech-Riesen Apple besteht nun keine Verwechslungsgefahr mehr mit dem eigenen Markenzeichen.

Anzeige
Markenanmeldung vom Anwalt zum günstigen Festpreis!
Markenanmeldung, Recherche und Überwachung erfolgen durch einen spezialisierten Rechtsanwalt. DE-Marke, EU-Marke oder internationaler Markenschutz. Jetzt informieren!

Widerspruch gegen Marken-Eintragung

Bei Logos, die dem angebissenen Apfel auch nur im Entferntesten ähneln, versteht Apple keinen Spaß. Dass aber eine grüne Birne eine Verwechslungsgefahr darstellen könnte, darauf wäre man bei dem Familienunternehmen „Super Healthy Kids“ nicht gekommen. Hier zierte das Obst das Logo einer Rezepte-App. Mit einem Klick können deren Nutzer alle Zutaten für ihr Lieblingsgericht ins Haus bestellen. Der Name: „Prepear“, eine Kombination aus den englischen Begriffen „to prepare“ (deutsch: zubereiten) und „pear“ (deutsch: Birne). Fünf Jahre lang war offenbar niemandem die Ähnlichkeit zwischen Äpfeln und Birnen aufgefallen. Doch als das Logo im vergangenen August als Marke eingetragen werden sollte, legten die Apple-Anwälte Widerspruch ein. Ihr Argument: Die grüne Frucht mit dem stilisierten Blatt könne dazu beitragen, dass das eigene Zeichen an Aussagekraft verliere. Die Unverwechselbarkeit des Apple-Apfels stünde auf dem Spiel.

David gegen Goliath

Dass man sich einen teuren Rechtsstreit mit dem Weltkonzern nicht würde leisten können, stand für den kleinen Fünf-Mann-Betrieb fest. Einfach auf das bekannte Signet der App zu verzichten, kam allerdings auch nicht infrage. Also ging man an die Öffentlichkeit und sammelte knapp 270.000 Unterschriften gegen die „aggressive Markenpolitik“ von Apple, weil sie kleine Betriebe mit Früchte-Logos in den Ruin treibe.

Die Birne bleibt

Ein halbes Jahr später teilen die Prepear-Gründer nun mit, dass sie eine außergerichtliche Einigung mit Apple erzielen konnten. Dazu gehört eine kleine Veränderung am eigenen Logo: Die grüne Birne bleibt zwar grundsätzlich erhalten. Dass früher mandelförmige Blatt am Stiel allerdings wird an der Unterseite abgeflacht und sieht nun wie ein Halbkreis aus. Weil es sich nur um eine minimale Anpassung handelt, ist nicht einmal eine neue Marken-Anmeldung notwendig. Laut US-Patentamt hat Apple die veränderte Form des Logos bereits gebilligt.

Fazit

Bei Prepear ist die Erleichterung über die Einigung spürbar. Ohne erneut auf den Inhalt der Petition einzugehen, berichten die Betreiber über den beigelegten Streit. Und stellen bei der Gelegenheit auch die geringfügig veränderte Birne vor. In wenigen Wochen soll die App vollständig auf das neue Logo umgestellt sein.

Anzeige

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Markenrecht - "3..2..1..meins!" ist kein eBay-Slogan
Weiterlesen...
Markenrecht: Abmahngefahr bei der Verwendung des Begriffs "Webinar"
Weiterlesen...
Wann liegt eine Markenrechtsverletzung vor?
Weiterlesen...
Markenrecht: Veranstaltungstitel „Oktoberfest goes Dubai“ führt Verbraucher in die Irre
Weiterlesen...
EuGH: Marke „Grüner Punkt“ ist nicht verfallen
Weiterlesen...
EuGH: Wie weit gefasst darf Markenschutz sein?
Weiterlesen...
BGH-Urteil: Goldton des Lindt-Osterhasen genießt Markenschutz
Weiterlesen...
Markenrecht: „Zauberwürfel“ nicht mehr als Unionsmarke geschützt
Weiterlesen...
Verkauf von „Spuckschutz“: Unternehmen erhält Abmahnung
Weiterlesen...
Markenrecht: Lego mahnt erneut YouTuber ab
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support