Kinderpornografie: Jugendliche teilen strafbare Inhalte

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Es passiert in größeren WhatsApp-Gruppen oder anderen sozialen Medien. Junge Leute ab 14 Jahren finden und verbreiten hier vermehrt Bilder und Videos, die sexuellen Missbrauch an Kindern zeigen. Wer teilt, ist sich oft keiner Schuld bewusst. Denn durch das Unterlegen mit Musik, Geräuschen und Emojis werden die kriminellen Inhalte oft verharmlost.

Kommentare bagatellisieren den Missbrauch

Bei Durchsuchungen in elf Bundesländern hat die Polizei nun Computer und Datenträger mit mutmaßlich belastendem Material sichergestellt. Die Razzia richtete sich gegen insgesamt 21 Tatverdächtige, alle im Alter zwischen 14 und 26 Jahren. Sie sollen kinderpornografische Filme über Social Media verbreitet haben. Konkret geht es um zwei Videos. Eines zeigt die Vergewaltigung eines etwa zehn Jahre alten Jungen durch zwei Jugendliche. Die Tat wurde offenbar in einem Steinbruch gefilmt, möglicherweise in Afghanistan. Der zweite Fall könnte nach Ansicht der Ermittler im Rahmen eines Cybergrooming-Übergriffs einer dritten Person entstanden sein. Zu sehen sind zwei US-amerikanische Kinder bei sexuellen Handlungen.

Auch bloßes Weiterleiten ist strafbar

Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass die Jugendlichen derartige Dateien nicht aus sexuellen Motiven teilen. Die abgegebenen Kommentare zeigen vielmehr: Die Aufnahmen werden im Zusammenhang mit nachträglich hinzugefügten Sounds und Musik als lustig empfunden. Über den kinderpornografischen Charakter machen sich die jungen Zuschauer offenbar wenig Gedanken. Genau deshalb weist das BKA noch einmal darauf hin, dass das Weitergeben derartiger Aufnahmen nicht als Bagatelldelikt behandelt wird – egal, aus welchen Grund es passiert.

Konsequente Strafverfolgung

Jeder, der die vermeintlich „lustigen“ Filme teile, trage dazu bei, dass immer mehr kinderpornografisches Material im Internet zu finden sei. Mit jedem „Share“ würden die abgebildeten Kinder erneut zu Opfern gemacht. Wer entsprechende Aufnahmen erhalte, sei deshalb verpflichtet, sie sofort zu löschen. Auch deshalb berichtet die Polizei ausführlich über die jüngste Kinderporno-Razzia. Sie will klar machen, dass die Weitergabe von Nacktbildern Minderjähriger konsequent verfolgt wird. Auch dann, wenn es sich bei den Tätern selbst um Jugendliche und junge Erwachsene handelt.

Fazit

Mit ihrer Durchsuchungsaktion ging es den Behörden in erster Linie um Vorbeugung. Sie gehen davon aus, dass die jungen Täter nicht bewusst Kinderpornos verbreiten wollten. Trotzdem ist ihr Vorgehen strafrechtlich relevant. Das Strafmaß hängt auch davon ab, was auf den beschlagnahmten Computern zu finden ist.

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