Corona-Hilfen: Millionenschaden durch Phishing und Fake-Seiten

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Schnell und unbürokratisch sollte sie kommen, die Hilfe für Unternehmer und Selbstständige während des Corona-Lockdowns. Aber bald stellte sich heraus: Unter den Antragstellern befanden sich nicht nur Menschen, die tatsächlich in finanzielle Not geraten waren. In allen sechzehn Bundesländern ermitteln die Behörden inzwischen wegen Subventionsbetrug, Geldwäsche und Datenfälschung. Schon jetzt steht fest: Der Schaden geht in die Millionen.

Nicht alle fliegen auf

Allein in Berlin spricht die Oberstaatsanwaltschaft von Vermögenssicherungsmaßnahmen in Höhe von dreieinhalb bis vier Millionen Euro. Die Bundesländer Bayern und Niedersachsen wiederum vermuten Schäden von 900.000 und 300.000 Euro. Zahlen, die die Deutsche Presse-Agentur in einer Umfrage bei Landeskriminalämtern, Staatsanwaltschaften und Landesministerien ermittelt hat. In Nordrhein-Westfalen erbeuteten Betrüger nur mit gefälschten Webseiten an die 230.000 Euro. Für das gesamte Bundesgebiet waren Ende Mai mindestens 2200 Betrugsverdachtsfälle gemeldet. Eine Angabe, die mit Vorsicht zu genießen ist: Einerseits, weil nicht aus jedem Verdacht tatsächlich ein Betrugsfall wird. Zum anderen, weil täglich neue Verfahren dazukommen.

Vorsicht Datenklau!

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Ein Teil der Corona-Betrüger erschleicht sich Hilfsgelder, indem falsche Angaben zur finanziellen Situation gemacht werden. Einige beantragen Förderung für Unternehmen, die gar nicht existieren oder längst insolvent sind. Wieder andere stellen gleich mehrere Hilfsanträge und hoffen, so doppelt oder dreifach abzukassieren. Eine weitere Masche ist das Benutzen fremder Daten. Im Namen einer anderen Person oder Firma werden Gelder gefordert, die dann auf das Konto des Betrügers überwiesen werden sollen. Die nötigen Informationen ergaunern sich die Täter vorab, zum Beispiel an der Haustür, am Telefon oder im Internet. Mit insgesamt 18 gefälschten Webseiten offizieller Stellen wurden Verbraucher in mehreren Bundesländern in die Irre geführt. Über täuschend echt aussehende Domains fragten die Kriminellen alle notwendigen Daten ab und nutzten diese dann für einen Betrugsversuch.

Bessere Kontrollen

Oft fallen Gauner schon anhand von Unstimmigkeiten in den Anträgen auf. Manchmal melden sich auch Nachbarn oder Bekannte mit dem Verdacht, dass eine Person sich Gelder erschleichen wolle. In einigen Fällen erhielten die Behörden sogar Tipps von Banken. Sie wiesen beispielsweise darauf hin, dass ein Antragsteller bereits insolvent sei und deshalb keine Hilfsleistungen empfangen dürfe. Mittlerweile arbeiten die zuständigen Behörden mit erweiterten Prüfverfahren und zusätzlichen Prüfteams. Außerdem kann 2021 die Finanzverwaltung kontrollieren, wer zu Unrecht Corona-Gelder bekommen hat.

Fazit

Ermittelt wird bisher wegen verschiedener Straftatbestände, darunter Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten und Ausspähen von Daten. Entsprechend unterschiedlich sind die Sanktionen, die die Täter erwarten. Sie reichen von Geldstrafen bis hin zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Darknet: Polizei hebelt illegalen Cyberbunker aus Der Polizei ist es zum ersten Mal gelungen, einen sogenannten Bulletproof-Hoster auszuhebeln. Ein Bulletproof-Hoster ist ein Hosting-Service, der seinen Kunden ...
Weiterlesen...
Internationale Strafverfolgung: Europäische Staatsanwaltschaft geht an den Start Am 22. Januar hat die Bundesregierung die Weichen für den Start der Europäischen Staatsanwaltschaft gestellt. Dazu beschloss das Kabinett einen Gesetzentwurf de...
Weiterlesen...
Hass-Posts: Polizei nimmt Wohnungsdurchsuchungen vor Hass-Posts sind nicht nur in der Politik ein Thema. Während immer wieder die Klarnamenpflicht als mögliche Lösung im Raum steht, geht die Polizei aktiv gegen Ha...
Weiterlesen...
Corona-Folge: Untersuchungshaft wegen Unterbrechung eines Mordprozesses verlängert Auch die Justiz praktiziert Social Distancing. Um die Ausbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen, beschränken sich Gerichte auf absolut notwendige Verhandlungen...
Weiterlesen...
Falscher Täter: Bank haftet nicht für Fotos aus Überwachungskamera Wer kennt diesen Mann? So oder ähnlich fahndete die Polizei vor drei Jahren in einer Lingener Tageszeitung nach einem mutmaßlichen Straftäter. Dazu abgebildet w...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support