E-Mails an Warenkorb-Abbrecher: Sind sie rechtlich zulässig?

(4 Bewertungen, 5.00 von 5)

Viele Kunden legen Produkte in den Warenkorb eines Onlineshops, brechen den Kaufvorgang dann aber ab. Clevere Unternehmer versuchen, die potentiellen Kunden durch Erinnerungs-E-Mails und Rabattangebote doch noch zum Kauf zu animieren. Doch sind solche E-Mails überhaupt zulässig? Und welche Vorgaben müssen Sie bei der Umsetzung beachten? Wie schützten Sie sich vor wettbewerbs- und datenschutzrechtlichen Verstößen? eRecht24 klärt Sie über die rechtlichen Besonderheiten von Erinnerungs-E-Mails auf!

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Ohne Einwilligung keine Erinnerungs-E-Mail?
  2. Wie hole ich eine Erlaubnis ein?
  3. Wie dokumentiere ich die Erlaubnis?
  4. Zusammenfassung

1. Ohne Einwilligung keine Erinnerungs- E-Mail?

Der Kunde füllt seinen Warenkorb auf und bringt ihn zur Kasse. Dort entschließt er sich, den Kauf zu stornieren. Dieses Szenario wäre in einem Supermarkt mehr als nur seltsam, im Onlinehandel ist dieses Vorgehen aber ganz gewöhnlich. Die Onlinehändler ärgern sich über den entgangenen Umsatz und versuchen, die Besucher über E-Mails zurückzugewinnen. So einfach wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es aber nicht. Onlinehändler sind dazu verpflichtet, ihre Kunden um Erlaubnis zu fragen. Dies müssen sie im Zweifelsfall nachweisen können.

2. Wie hole ich eine Erlaubnis ein?

marketingseo16

Versuchen Sie keinesfalls, die erforderliche Erlaubnis über eine „versteckte“ Newsletter-Anmeldung einzuholen. Dies führt gegebenenfalls zu rechtlichen Problemen. Holen Sie die Erlaubnis offen ein und erläutern Sie dem Kunden die damit verbundenen Konsequenzen. Verwenden Sie eine präzise, einfache und verständliche Sprache. Die beste Möglichkeit zum Einholen einer Erlaubnis ist der Zeitpunkt, in dem der Besucher sein Kundenkonto eröffnet. Lassen Sie den Kunden seine E-Mail-Adresse eintragen und integrieren Sie eine Checkbox. Verstecken Sie die Einwilligung nicht im Kleingedruckten, sondern machen Sie den Kunden über eine Checkbox aktiv darauf aufmerksam. Die Einwilligung könnten Sie beispielsweise so formulieren:

„Dürfen wir Ihre Daten nach dem Abbruch einer Bestellung einspeichern und Sie per E-Mail an den Kauf erinnern?“

Wir empfehlen Ihnen, die Platzierung und Formulierung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

3. Wie dokumentiere ich die Erlaubnis?

Setzt der Besucher eines Onlineshops einen Haken unter eine Checkbox, hat er seine Einwilligung noch nicht endgültig erteilt. Nutzen Sie das Double-Opt-In-Verfahren, um sich rechtlich abzusichern. Beim Double-Opt-In-Verfahren erhält der Kunde eine Bestätigungs-E-Mail und klickt den darin enthaltenen Link an. Diese E-Mail wird synonym als „Checkmail“ oder „DOI-Mail“ bezeichnet. Das Double-Opt-In-Verfahren verwenden nahezu alle großen Versender in Deutschland. Das Verfahren vermeidet, dass Unbefugte eine fremde E-Mail-Adresse eintragen und der Nutzer ungefragt Werbung erhält. Der Inhaber einer E-Mail-Adresse schützt sich vor unbefugten Nutzungen, indem er ihm zugesandte Bestätigungs-E-Mails ignoriert. Der Bundesgerichtshof und verschiedene Organisationen empfehlen das Double-Opt-In-Verfahren, um rechtssichere Einwilligungen in Werbe-E-Mails zu erhalten.

4. Zusammenfassung

1. Erinnerungs-E-Mails sind nur zulässig, wenn der Kunde einwilligt.
2. Onlinehändler müssen den Kunden eindeutig und verständlich um Erlaubnis fragen.
3. Der Onlinehändler muss nachweisen, dass er eine Erlaubnis erhalten hat.

Anzeige
Kommentare  
Peter Blum
0 # Peter Blum 05.09.2018, 20:29 Uhr
Hallo,
ich kenne dieses "Thema" bzw. "Problematik".
Wobei man als Kunde seinen Vorteil daraus ziehen kann, weil die Händler meist in Ihren "Erinnerungsmails" Rabatte oder Goodies wie kostenlosen Versand anbieten.
Ich selbst nenne dies den "Exit-Warenkorb-Trick".
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Werbung und Marketing: Impressumspflicht auch für Flyer und Prospekte? Unternehmen preisen ihre Angebote oft in Werbeprospekten an. Doch welche Mitteilungen sind in diesem Zusammenhang zwingend erforderlich? Das Oberlandesgericht S...
Weiterlesen...
Erstellen Sie kostenlos Ihr Impressum: der eRecht24 Impressums-Generator ist online Abmahnungen wegen unvollständiger Impressums-Angaben sind im Internet weiterhin an der Tagesordnung. Beugen Sie vor und erstellen Sie mit unserem Impressums-Gen...
Weiterlesen...
Vorsicht Haftungsfallen: Müssen Abgemahnte eine Vertragsstrafe zahlen, wenn andere einen Fehler machen? Wer nach einer Abmahnung eine Unterlassungserklärung abgibt, muss sich auch daran halten. Und dafür auch im Internet recherchieren, ob die abgemahnte Handlung...
Weiterlesen...
E-Commerce: Darf eine Brauerei ihr alkoholfreies Bier als „vitalisierend“ beschreiben? Händler müssen bei der Werbung für die eigenen Produkte stets Vorsicht walten lassen. Das OLG Hamm musste in diesem Zusammenhang entscheiden, ob eine Brauerei...
Weiterlesen...
eBay & Co: Darf mit einer „Echtheitsgarantie“ für Ware geworben werden? Werden auf Verkaufsplattformen wie eBay hochpreisige Artikel etwa aus dem Bereich Schmuck verkauft, so ist für Verbraucher besonders wichtig, dass die Ware au...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support