Datenschutzerklärung für Adobe Typekit Web Fonts

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Worum geht's?

Adobe Fonts, früher Adobe Typekit, sind von Adobe zur Verfügung gestellte Schriftarten. User können diese für ein einheitliches Schriftbild auf ihren Webseiten oder in ihren Apps verwenden.

 

Für Adobe Typekit Web Fonts benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

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Warum sind Adobe Typekit Web Fonts datenschutzrechtlich bedenklich?

Um die benötigten Schriftarten von Adobe korrekt darstellen zu können, laden Webseiten die Fonts mit jedem Besuch über einen Server von Adobe in den USA. Adobe erhält dann automatisch Daten, unter anderem zu

  • den bereitgestellten Schriftarten,
  • der Konto-ID,
  • der Anwendung, die die Schriftarten anfordert,
  • dem Server, der die Schriftarten bereitstellt und
  • dem Hostnamen der Webseite, auf der die Schriftarten geladen werden.

Ob Adobe in diesem Rahmen auch Zugriff auf die IP-Adresse und weitere personenbezogene Daten der Webseitenbesucher erhält, ist unklar. Adobe selbst gibt an, beim Laden der Schriften keine Cookies zu speichern und keine Daten wie IP-Adresse und Browser-Version zu erfassen. Die gesammelten Daten sollen lediglich dazu dienen, die Webseite und das damit verbundene Adobe-Font-Konto zu identifizieren.

Können Webseitenbetreiber Adobe Typekit Web Fonts rechtssicher verwenden?

Sollte Adobe bei der Verwendung der Schriftarten personenbezogene Daten wie die IP-Adresse der User erfassen, benötigen Webseitenbetreiber eine Einwilligung gemäß Artikel 7 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese Einwilligung in Form eines Opt-Ins müsste jedoch bereits vorliegen, bevor Adobe die personenbezogenen Daten erhebt – also bevor die Schriftarten dargestellt werden. Das ist in der Praxis jedoch nicht möglich.

Webseitenbetreiber könnten jedoch ein berechtigtes Interesse daran haben, die Daten von Usern zu verarbeiten, gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO. Das berechtigte Interesse könnte in den Vorteilen liegen, die die Verwendung von Adobe Fonts mitbringt. Dazu zählen zum Beispiel eine geräteübergreifende, einheitliche Darstellung, verbesserte Ladezeiten und ein kleinerer administrativer Aufwand. Ob das für ein berechtigtes Interesse der Webseitenbetreiber ausreicht, ist rechtlich jedoch zweifelhaft.

Neben der Einwilligung der User oder einem berechtigten Interesse müssen Webseitenbetreiber in ihrer Datenschutzerklärung darüber informieren, dass sie Adobe Fonts verwenden. Gleichzeitig sollten sie Nutzer auch auf die entsprechenden Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Adobe hinweisen. User können sich dann selbst ein Bild machen, was mit ihren Daten passiert, sobald diese Deutschland und die EU verlassen.

Rechtsprechung zu Adobe Typekit Web Fonts

Das Landgericht Berlin hat in seinem Urteil vom 06.09.2007 vorgegeben: Webseitenbetreiber dürfen IPs von Usern nicht ohne Einwilligung speichern (Az. 23 S 3/07). Am 30.09.2008 kam das Amtsgericht München zu einem differenzierteren Ergebnis. Demnach sind dynamische IP-Adressen keine personenbezogenen Daten, da diese nur den Internetanschluss bestimmen lassen und nicht den Nutzer dahinter (Az. 133 C 5677/08). Der Europäische Gerichtshof kam 19.10.2016 zu dem Schluss: IP-Adressen sind personenbezogene Daten, wenn Webseitenbetreiber theoretisch die Möglichkeit haben, den User hinter der IP-Adresse zu identifizieren (Az. C-582/14).

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