Datenschutzerklärung für Twitter Plugin

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Twitter ist ein Microblogging-Dienst, über den Nutzer SMS-ähnliche Textnachrichten mit einer Länge von bis zu 140 Zeichen veröffentlichen können. Private User, Politiker und Unternehmen verwenden die Plattform, um ihre Gedanken und Meinungen online zu stellen. Twitter hat weltweit 336 Millionen monatlich aktive Nutzer.

 

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Darum ist Twitter datenschutzrechtlich bedenklich

User, die sich bei Twitter anmelden wollen, müssen einen Usernamen und eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angeben. Diese personenbezogenen Daten schickt das Netzwerk automatisch an seinen Hauptsitz in den USA und/oder an den europäischen Nebensitz in Irland. Nach der Registrierung zeichnet Twitter dann jede Aktivität, die User im Netzwerk vornehmen, auf. Das können Tweets, Kommentare, Likes und Interaktionen mit anderen Nutzern sein.Darüber hinaus sammelt Twitter Daten zum verwendeten Browser, Endgerät und zur IP-Adresse. Der Microblogging-Dienst speichert diese Informationen für mindestens zehn Tage. Twitter nutzt die gewonnenen Daten, um Usern maßgeschneiderte Feed-Vorschläge zu machen und personalisierte Werbung zu schalten.Am 18. Juni 2017 hat der Dienst neue Datenschutzregeln eingeführt. Nutzer haben seitdem mehr Kontrolle über ihre Daten. Sie können nun selbst entscheiden, ob geschaltete Werbung auf sie zugeschnitten sein soll. Zudem können sie seitdem frei wählen, ob der Dienst ihren Standort auswerten und zu Werbezwecken verwenden darf. Datenschützer kritisieren jedoch, dass Nutzer der Erhebung ihrer Daten nicht widersprechen können.

So können Seitenbetreiber Twitter datenschutzkonform nutzen

Webseitenbetreiber, die das Social Plugin von Twitter auf ihrer Seite implementiert haben, verstoßen aktuell gegen deutsche Datenschutzbestimmungen. Denn: Das Plugin erhebt personenbezogene Daten, sobald User darauf klicken. Dafür müssen sie weder bei Twitter angemeldet noch registriert sein. Webseitenbetreiber benötigen jedoch erst die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer, bevor sie personenbezogene Daten an Dritte weiterleiten. Diese Zustimmung können sie nicht einholen, indem sie schlichtweg in ihrer Datenschutzerklärung darauf hinweisen.Webseitenbetreiber sollten daher auf alternative Plugins wie das eRecht Safe Sharing Tool setzen, um User vor einer ungewollten Datenweitergabe und sich selbst vor einem Datenschutzverstoß zu schützen.

Rechtsprechung zu Twitter

Das Landgericht (LG) Düsseldorf hat am 09.03.2016 entschieden, dass der auf Webseiten implementierte Facebook-Like-Button gegen den deutschen Datenschutz verstößt (Az. 12 O 151/15). Diese Entscheidung lässt sich auf alle weiteren Social Plugins, die ungefragt Userdaten erheben und weiterleiten, übertragen. Damit ist der Tweet-Button nach aktueller Rechtslage zumindest rechtlich fragwürdig.Für Klarheit wird bald der Europäische Gerichtshof sorgen. Dieser beschäftigt sich derzeit mit der Zulässigkeit des Facebook-Like-Buttons. Sollte das Gericht zu dem gleichen Schluss wie das LG Düsseldorf kommen, dürften alle Social Plugins gegen deutsche Datenschutzbestimmungen verstoßen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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