OLG München: Cathy Hummels macht keine Schleichwerbung

(2 Bewertungen, 3.50 von 5)

Müssen Influencer ihre Posts als Werbung kennzeichnen, wenn sie dafür keine Gegenleistung erhalten? Diese Frage beschäftigt die deutschen Gerichte bereits seit Längerem. Das Oberlandesgericht (OLG) München musste jetzt entscheiden, ob Cathy Hummels auf ihrem Instagram-Account Schleichwerbung gemacht hatte. Es kam zu dem Ergebnis: Ihre Beiträge verstießen nicht gegen das Wettbewerbsrecht. Wie begründeten die Richter ihre Entscheidung?

Das warf der Verband Sozialer Wettbewerb Cathy Hummels vor

Cathy Hummels hat auf ihrem Instagram-Kanal rund 530.000 Follower. Sie hat mehrere Werbeverträge mit Firmen. Die Posts für die Unternehmen kennzeichnet sie als Werbung. Einige Beiträge mit Produktwerbung kennzeichnete sie jedoch nicht entsprechend. Laut Hummels erhielt sie für diese keine Gegenleistung. Es handelte sich um persönliche Empfehlungen ihrerseits. Der Verband Sozialer Wettbewerb warf ihr aber vor, mit diesen Posts einen kommerziellen Zweck zu verfolgen, ohne das kenntlich zu machen.

So entschied die Vorinstanz

Das Landgericht (LG) München kam zu dem Schluss: Für Influencer dürfen keine strengeren Maßstäbe gelten als für die Presse. In Zeitschriften sind Produkthinweise erlaubt, ohne dass diese als Schleichwerbung gelten. Informierte Internet-User wissen, dass Hummels auf ihrem Instagram-Profil kommerzielle Interessen verfolgt. Die Posts waren daher keine unlautere Werbung (Az. 4 HK O 14312/18).

Wie entschied das OLG München über die Posts von Cathy Hummels?

Das OLG München bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz. Es kam aber aus anderen Gründen zu dem Ergebnis, dass Cathy Hummels keine unlautere Werbung gemacht hatte. Die Richter gingen davon aus, dass die Influencerin mit ihren Posts keine geschäftliche Handlung vorgenommen hat. Das heißt: Sie wollte mit den Beiträgen kein Geld verdienen.

Fazit

Das OLG München ließ eine Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) zu. Das Thema Schleichwerbung bei Instagram wird von deutschen Gerichten unterschiedlich beurteilt. So entschied beispielsweise das LG Karlsruhe, dass die Mode- und Fitness-Influencerin Pamela Reif ihre Beiträge auch als Werbung kennzeichnen muss, wenn sie dafür nicht bezahlt wird. Die Begründung: Sie fördert auf diese Weise ihre geschäftlichen Aktivitäten, da Unternehmen an möglichst glaubwürdigen Werbepartnern interessiert sind.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Fake News: Instagram überprüft Posts jetzt weltweit Facebook arbeitet bereits seit drei Jahren mit externen Faktenprüfern zusammen, um Fake News zu erkennen. Die Unternehmenstochter Instagram hatte damit im Mai d...
Weiterlesen...
Meinungsäußerung: Claudia Roth gewinnt Rechtsstreit gegen Onlineplattform Roland Tichy ist Journalist und Publizist, der eine Onlineplattform betreibt. Die Grünen-Politikerin Claudia Roth ordnete seine Seite neurechten Plattformen zu,...
Weiterlesen...
Google Drive: Mitarbeiter kontrollieren Cloud-Inhalte der Nutzer In mindestens sechs Fällen sind Fotos und Videos aus den Ordnern der Cloud gesperrt worden. Allen gemeinsam: Es handelt sich um pornografische Aufnahmen, mit de...
Weiterlesen...
NetzDG: So viele Beschwerden erhielt TikTok im ersten Halbjahr 2020 Soziale Netzwerke, die in Deutschland mehr als 2 Millionen registrierte User haben, müssen sich an das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) halten. Das schreibt...
Weiterlesen...
Telemediengesetz: Reform bringt neue Pflichten für Videosharing-Dienste und Influencer Das Bundeskabinett hat einen Entwurf vorgelegt, der das Telemediengesetz (TMG) reformieren soll. Damit will die Bundesregierung die Richtlinie über audiovisuell...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support