Mangelnder Datenschutz bei Zoom: Das sind die Folgen

(8 Bewertungen, 4.00 von 5)

Seit dem Beginn der Corona-Restriktionen nutzen viele Unternehmen das Videokonferenz-Tool Zoom. Die tägliche Nutzerzahl stieg von 10 Millionen im Dezember auf aktuell 200 Millionen. Vor wenigen Tagen kam dann heraus: Zoom weist Datenschutzprobleme und Sicherheitslücken auf. Welche Folgen hat das für das Videokonferenz-Tool?

Anzeige

Diese Folgen haben die Datenschutzlücken bei Zoom

In den USA haben mehrere Unternehmen ihren Mitarbeitern verboten, Zoom zu verwenden. So wies Google seine Angestellten in einer Mail darauf hin, dass sie das Tool nicht mehr einsetzen sollen. Es entspreche nicht den internen Sicherheitsstandards. Elon Musk verbot seinen 6.000 Mitarbeitern ebenfalls, die App bei der Arbeit zu verwenden.

Gründerszene berichtet zudem: Ein Aktionär in Kalifornien bereitet eine Sammelklage gegen Zoom vor. Der Anbieter habe nicht genug darauf hingewiesen, dass das Programm nicht ganz verschlüsselt ist und dass sich Unberechtigte in Sitzungen einwählen können.

In Deutschland untersagte das Auswärtige Amt, Zoom zu verwenden. Eine interne Anweisung soll dabei vorgegeben haben, die App nicht mehr auf Dienstgeräten zu installieren. Nur in krisenbedingten Ausnahmen dürften Mitarbeiter auf Zoom zurückgreifen. Vertrauliche Gespräche sollten Mitarbeiter mit dem Programm in keinem Fall führen. Das berichtet Reuters.

Welche Maßnahmen ergreift Zoom?

Zoom reagiert auf seine Datenschutzprobleme. Um diese in den Griff zu bekommen, engagierte das Unternehmen jetzt Facebooks ehemaligen Sicherheitschef Alex Stamos. Stamos hatte zum Beispiel aufgedeckt, dass Russland im US-Wahlkampf Propaganda über Facebook verbreitet. Darüber hinaus hat Zoom ein Expertengremium gegründet. Diesem gehören unter anderem Uber, Netflix und das Games-Unternehmen Electronic Arts an.

Um sich darauf konzentrieren zu können, die Datenschutz- und Sicherheitsprobleme zu beseitigen, kündigte Zoom zudem an, in den kommenden 90 Tagen keine neuen Features mehr zu launchen.

Fazit

Zoom dürfte die Kritik am Datenschutz nicht entgangen sein. Der Börsenkurs des Unternehmens sackte seit dem Allzeithoch Ende März um fast ein Drittel ab. Zu der anstehenden Sammelklage hat sich Zoom bisher nicht geäußert.

Anzeige
Kommentare  
Jan-Claas Glindemann
+3 # Jan-Claas Glindemann 20.04.2020, 08:07 Uhr
Etwas veraltete und einseitige Darstellung. Ich empfehle u.a. https://www.datenschutz-guru.de/zoom-ist-keine-datenschleuder/
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Lore
0 # Lore 28.04.2020, 10:16 Uhr
Ich rate von der Quelle ab. Er hat einen Vertrag mit Zoom und ist mutmaßlich nicht neutral.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Stephan Hansen-Oest
+1 # Stephan Hansen-Oest 29.04.2020, 05:36 Uhr
zitiere Lore:
Ich rate von der Quelle ab. Er hat einen Vertrag mit Zoom und ist mutmaßlich nicht neutral.


Richtig ist, dass ich Zoom für Webinare nutze und daher einen "Vertrag" mit Zoom habe. Hier wird aber der Eindruck erweckt, dass ich vom Anbieter von Zoom bezahlt werde und insoweit einen Vertrag habe. Das ist _nicht_ richtig.

In meinem Beitrag wird nicht an Kritik an Zoom gespart. Was an dem Beitrag (https://www.datenschutz-guru.de/zoom-ist-keine-datenschleuder/) nicht "neutral" sein soll, erschließt sich mir nicht.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Alexander Hoff
0 # Alexander Hoff 19.05.2020, 16:04 Uhr
zitiere Stephan Hansen-Oest:
zitiere Lore:
Ich rate von der Quelle ab. Er hat einen Vertrag mit Zoom und ist mutmaßlich nicht neutral.


Richtig ist, dass ich Zoom für Webinare nutze und daher einen "Vertrag" mit Zoom habe. Hier wird aber der Eindruck erweckt, dass ich vom Anbieter von Zoom bezahlt werde und insoweit einen Vertrag habe. Das ist _nicht_ richtig.


Diese Kritik empfand ich ebenfalls als unangemessen.

Was Zoom generell betrifft: Man kann sich diesbezüglich wie damals mit dem Safe-Harbor-Abkommen noch hinter irgendwelchen rechtlichen Konstrukten verstecken , aber selbstverständlich sind Lösungen wie Zoom vollkommen ungeeignet, wenn man wirklich Wert auf den Schutz seiner persönlichen Daten legt, denn:

1. Die Server, die für Zoom Meetings eingesetzt werden, werden von dem US-amerikanischen Unternehmen Zoom Inc. betrieben. Die Lösung kann technisch bedingt durch die verwendete Basis (WebRTC, Browser) keine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten. Das versucht die Lösung auch gar nicht. Weil aber genau das so ist, kann die Firma jederzeit auf die Konferenzinhalte zugreifen.

2. Die Firma Zoom kann die persönlichen Daten nicht einmal zuverlässig schützen, wenn sie es denn wollten. Der Patriot Act und der CLOUD Act (vgl. https://www.heise.de/ix/artikel/Zugriff-auf-Zuruf-1394430.html und https://www.heise.de/select/ix/2018/7/1530927567503187) stehen dem entgegen. Es spielt dabei absolut keine Rolle, wie die Gesetzeslage in Europa oder in Deutschland ist oder in welchem Land die Server stehen.

3. Die Firma hat bereits bewiesen, dass sie bei der technischen Umsetzung mehrfach erheblich versagt hat. Viele dieser Fehler haben sie in Ihrem Beitrag angesprochen. Und Fehler dieser Kategorie passieren nicht einfach, wenn man sorgfältig arbeitet. Da gehört schon mehr dazu.

4. Es gibt absolut keinen Grund, hinsichtlich des Datenschutzes irgendwelche Risiken einzugehen. Es gibt freie Alternativen, die eine vergleichbare Leistungsfähigkeit aufweisen. Und eine solche Lösung für bis zu 50 Teilnehmer hat ein fähiger Administrator in maximal Tagen bereitgestellt. Lösungen für mehrere hundert gleichzeitige Teilnehmer dauern natürlich etwas länger, aber innerhalb eines Monats ist auch das problemlos zu schaffen.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Alexander Hoff
0 # Alexander Hoff 19.05.2020, 20:14 Uhr
Der vorletzte Satz sollte lauten: Und eine solche Lösung für bis zu 50 Teilnehmer hat ein fähiger Administrator in maximal 2 Tagen bereitgestellt.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
IT-Sicherheit: Diese Gefahren lauern im Homeoffice Die Coronakrise verändert den Alltag vieler Angestellten. Plötzlich ist das Homeoffice nicht mehr die Ausnahme, sondern die tägliche Regel. Oftmals können Arbei...
Weiterlesen...
Datenschutz: Yahoo-Mitarbeiter durchsucht tausende Mailkonten nach intimen Fotos Ein Silicon-Valley-Programmierer hat seinen Arbeitszugang genutzt, um fremde Accounts nach Sexvideos und Fotos zu durchforsten. Offenbar mit Erfolg. Kopien der ...
Weiterlesen...
Google Photos: Private Videos versehentlich auf fremde Accounts exportiert Was Google als „technisches Problem“ bezeichnet, dürfte für manche Nutzer einem Albtraum gleichkommen: Filmaufnahmen von Strandurlauben, Kindergeburtstagen oder...
Weiterlesen...
Greta und die Deutsche Bahn: Datenschutzbeauftragte lädt zum Gespräch Die Reisen der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg sind nicht nur in Deutschland seit Wochen Thema Nummer 1 – sowohl online als auch offline. Dabei hiel...
Weiterlesen...
Datenschutzrecht: Wie hoch ist der Streitwert für eine Auskunft? Ihnen wurde eine Auskunft verweigert und Sie möchten die diesbezüglichen Informationen nun einklagen? Zur Berechnung der Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskoste...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support