Keine Konsequenzen: Zustimmung zu neuen WhatsApp-Richtlinien nicht mehr erforderlich

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Seit Monaten sorgt die Aktualisierung der Datenschutz-Richtlinien bei WhatsApp für Unruhe unter den Nutzern. Widersprüchliche Aussagen über einen erweiterten Datenaustausch mit Facebook haben dazu geführt, dass Millionen User zu Konkurrenten wie Signal und Telegram wechselten. Nun scheint der Konzern endgültig einzulenken: Auch ohne Zustimmung zu den neuen Richtlinien soll der Messenger-Dienst weiter uneingeschränkt nutzbar sein.

Facebook: „Keep users happy“

Neben den Protesten der Anwender haben offenbar auch Gespräche mit Datenschutz-Behörden und Regierungen Wirkung gezeigt. Das geht aus einem offiziellen Statement des Facebook-Konzerns hervor, den das US-Technikportal „The Verge“ veröffentlicht hat. Darin erklärt die WhatsApp-Mutter, es gebe derzeit keinerlei Pläne mehr, die Funktionalität des Dienstes von der Zustimmung zu den Richtlinien abhängig zu machen. Wer bis heute nicht seine Einwilligung erteilt habe, werde lediglich in gewissen Zeitabständen eine Erinnerung erhalten. Dass man dauerhaft an dieser Praxis festhalten wird, will das Unternehmen nicht versprechen. Momentan allerdings sei es das oberste Ziel, Nutzerschaft und Regierungen in aller Welt „happy“ zu machen.

 

Vorwürfe gegen soziale Medien

Hintergrund dieser Äußerung ist die Kritik, die WhatsApp und Facebook derzeit von verschiedenen nationalen Behörden entgegengebracht wird. So beklagt die indische Regierung einen Verstoß gegen ihre Datenschutzgesetze. Auch der türkische Präsident Erdoğan macht seit Monaten Stimmung gegen die neuen Richtlinien. Für Deutschland wiederum hatte der Hamburger Datenschutz-Beauftragte Johannes Caspar Mitte April ein Dringlichkeitsverfahren eingeleitet und die Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook untersagt. WhatsApp hatte damals von „Missverständnissen“ gesprochen. Auch heute betont der Konzern, dass die ursprünglich geplanten Neuerungen nicht gegen nationales Recht verstoßen. Dennoch hat man sich offenbar entschlossen, die Regeln nicht gegen weltweiten Druck durchzusetzen.

 

Abwandern der Nutzerschaft

Anfang des Jahres hatte WhatsApp noch versucht, das Update beim Datenschutz als alternativlos darzustellen: Wer nicht zustimme, werde seinen Account am 8. Februar unwiederbringlich verlieren. Doch anstatt wie üblich ohne weitere Überlegungen ihr Häkchen zu setzen, sprachen Nutzer damals von Erpressung und eröffneten scharenweise Accounts bei anderen Messengern. WhatsApp verschob daraufhin die Frist um drei Monate. Statt mit Kontenlöschung drohte man nur noch mit der Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Das nun veröffentlichte Statement scheint zu belegen, dass der Konzern sich dem Druck der Öffentlichkeit erst einmal beugen wird.

 

Fazit

Wer bereits in die neuen Datenschutz-Richtlinien eingewilligt hat, dessen Zustimmung bleibt erhalten. Alle anderen allerdings können die mehr oder weniger häufig aufploppenden Erinnerungsfenster weiterhin ignorieren. Mit Konsequenzen für die Funktionstüchtigkeit des Messengers ist bis auf Weiteres nicht zu rechnen.

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