Alles rund um das Thema Kundenakquise und Direktwerbung

Kundenakquise: Ist Direktwerbung nach der DSGVO noch erlaubt?

Geprüft von: Rechtsanwältin Annika Haucke Rechtsanwältin Annika Haucke
(20 Bewertungen, 4.25 von 5)

Das Wichtigste in Kürze

  • Direktwerbung ist in den meisten Fällen verboten.
  • Sie müssen zwischen Unternehmer und Privatperson unterscheiden.
  • Eine Einwilligung ist in bestimmten Fällen gegenüber Unternehmern entbehrlich.

1. Was ist Direktwerbung?

Unter Direktwerbung versteht man das Werben neuer Kunden über eine direkte Kontaktaufnahme. Sie umfasst sämtliche Kommunikationswege, beispielsweise Werbe-E-Mails, Telefonanrufe, Warenproben, Prospekte und Kataloge. Die häufigste Form der Direktwerbung ist das „Direct Mailing“. Das Unternehmen sammelt dabei im Internet Postadressen und stellt schriftlich Werbung zu. Werbe-E-Mails und Telefonanrufe sind vorteilhaft, da die Kommunikation individuell gestaltet ist. Der Werbende spricht seine Zielgruppen ohne große Streuverluste an und profitiert von einer hohen Erfolgsquote.

Manche Unternehmen akquirieren neue Kunden durch sogenannte „Cold Calls“. Sie kontaktieren also potenzielle Kunden, die nicht in die Kontaktaufnahme einwilligten. Andere Unternehmen sprechen Bestandskunden an oder versuchen Kunden nach einer Kündigung zurückzugewinnen. Es gibt in allen Bereichen der Akquise zunehmend datenschutzrechtliche Probleme. Ob E-Mail-Marketing, Telefonanrufe oder Direct Mailing: Die datenschutzrechtlichen Vorschriften sind überwiegend dieselben.

2. Datenschutz und Werbung: Verdrängt die DSGVO andere Gesetze?

Die folgenden Gesetze regulieren direkte Werbemaßnahmen wie Telefon- und E-Mail-Werbung:

  • Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
  • Telekommunikationsgesetz (TKG)
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Die ePrivacy-Verordnung in der Version aus dem Jahr 2019 ist nicht in Kraft getreten. Daraufhin einigte sich der EU-Ministerrat im 2021 auf eine neue Version, die Grundlage gemeinsamer Verhandlungen werden sollte. Sie soll die Regeln der DSGVO im Bereich elektronischer Kommunikationsdaten ergänzen. Nach der aktuell diskutierten Version könnte es künftig möglich sein, dass dass personenbezogene Daten ohne ausdrückliche Einwilligung der Nutzer zu Marketingzwecken weiterverarbeitet werden könnten. Hier bleibt abzuwarten, ob sich die EU-Mitgliedstaaten tatsächlich einig werden. Die Datenschutz-Grundverordnung hat das rechtliche Umfeld für die Neukundenakquise jedenfalls schon jetzt geändert.

Die Datenschutzkonferenz (DSK) ist eine unabhängige Datenschutzbehörde des Bundes und der Länder. Sie bietet erste Orientierungshilfen, wie die DSGVO ihrer Einschätzung nach umzusetzen ist. Die DSK äußerte sich bereits im Jahr 2018 in einem Kurzpapier zur Verarbeitung personenbezogener Daten für Werbezwecke.
Die DSK betont, dass sich die Zulässigkeit von Werbung zukünftig an der DSGVO orientiert. Die DSGVO verdrängt das BDSG hier. Direktwerbung ist nur noch möglich, wenn der Werbeempfänger einwilligt oder eine Interessenabwägung nach Art. 6 I lit. f DSGVO positiv ausfällt.

3. Wozu sind Sie konkret verpflichtet?

datenschutz10

Die DSGVO ist für den Verbraucher ein Segen, für den Unternehmer jedoch ein Fluch. Dieser möchte seine Produkte „an den Mann bringen“ und versuchen, möglichst viel Neukundengewinnung zu betreiben. Bei der Neukundenakquise gilt die Faustregel: Mit Einwilligung ist fast alles möglich – ohne nur wenig.

Die DSK zieht für eine Interessenabwägung den Erwägungsgrund 47 der DSGVO heran: „Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung kann durch die berechtigten Interessen eines Verantwortlichen, auch eines Verantwortlichen, dem die personenbezogenen Daten offengelegt werden dürfen, oder eines Dritten begründet sein, sofern die Interessen oder die Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person nicht überwiegen; dabei sind die vernünftigen Erwartungen der betroffenen Personen, die auf ihrer Beziehung zu dem Verantwortlichen beruhen, zu berücksichtigen.“

Erwägungsgrund 47 DSGVO führt weiter aus:

„Die Verarbeitung personenbezogener Daten zum Zwecke der Direktwerbung kann als eine einem berechtigten Interesse dienende Verarbeitung betrachtet werden.“

Hier vertreten einzelne Gericht diesen Ansatz: Viele Unternehmen gehen ohnehin davon aus, dass Sie ihre Daten für Werbezwecke verwenden. Deshalb kann Direktwerbung per Telefon nach Auffassung einiger Gerichte unter Umständen im Einzelfall zulässig sein, weil eine „mutmaßliche Einwilligung des Unternehmers“ vorliegen könnte. Aber Achtung: Diese Ansicht ist nicht weit verbreitet. Und sie gilt, wenn überhaupt, nur für Unternehmer, nicht aber für Verbraucher.

Praxistipp: Gehen Sie auf Nummer Sicher und holen Sie auch bei Direktwerbung gegenüber Unternehmern immer eine Einwilligung ein.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Die DSK führt in ihrem Kurzpapier aus, dass Sie eine Einwilligung benötigen, wenn Sie besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO verarbeiten möchten. Es gilt auch weiterhin § 7 UWG: Hiernach erfordert SMS-, E-Mail-, Fax- und Telefonwerbung eine ausdrückliche Einwilligung. Der § 7 III UWG stellt aber Ausnahmeregelungen auf. Ob diese anwendbar sind, kann ein Rechtsanwalt prüfen.

Der Erwägungsgrund 171 der DSGVO betont, dass alte Werbeeinwilligungen fortgelten. Diese müssen dann aber den Anforderungen der DSGVO entsprechen und sind gegebenenfalls anzupassen.

Art. 7 IV DSGVO stellt ein Kopplungsverbot auf: Sie dürfen personenbezogene Daten nur verarbeiten, wenn der Betroffene eingewilligt hat. Machen Sie einen Vertragsschluss von einer davon losgelösten Einwilligung abhängig, ist diese nach dem Kopplungsverbot unter Umständen unwirksam. Beispiel für das Koppelungsverbot: Sie betreiben einen Shop. Der Kunde kann den Kaufprozess aber nur dann abschließen, wenn er per Checkbox auch die Einwilligung zum Newsletterbezug erklärt. Der Newsletterbezug hat erstmal nichs mit dem Einkauf zu tun, sodass eine solche Einwilligung nicht freiwillig und damit unwirksam wäre.

Aber: Sofern der Betroffene freiwillig einwilligt, ist die Einwilligung wirksam.

Beispiel: Sie machen die Teilnahme an einem Gewinnspiel davon abhängig, dass der Teilnehmer in die E-Mail- und Telefon-Werbung einwilligt. Hier gilt: Sie locken den Interessenten zwar an, indem Sie ihm eine Begünstigung versprechen – nämlich, dass er am Gewinnspiel teilnehmen darf. Allerdings kann der Interessent immer noch selbst entscheiden, ob ihm die Teilnahme so viel wert ist, dass er dafür seine Daten preisgeben möchte. Damit ist die Einwilligung freiwillig und verstößt nicht gegen das Kopplungsverbot.

4. Wann ist eine Einwilligung entbehrlich?

blogs6

Sie werben bei einem Bestandskunden für Ihre Produkte oder Dienstleistungen? Dann willigte der Kunde hoffentlich ein. Ohne Einwilligung geht in Sachen Direktwerbung im Grunde gar nichts mehr. Bei Bestandskunden sieht es aber etwas anders aus. Hier darf ein Unternehmen ähnliche Waren oder Dienstleistungen anbieten, ohne dass dafür eine separate Einwilligung erforderlich ist. Dieser Meinung war auch das Oberlandesgericht München, das im Jahr 2018 ein dahingehendes Urteil fällte.

Der Rechtsstreit befasste sich mit der Klage eines Kunden, der eine kostenlose Mitgliedschaft bei einer Partnerbörse abschloss. Der Partnervermittler kontaktierte den Kunden per E-Mail und ermunterte ihn, auch die kostenpflichtigen Leistungen zu nutzen. Der Kunde willigte zuvor nicht in die Werbemaßnahmen ein.

Das Oberlandesgericht München stellte hier auf die DSGVO ab, die seit dem 25. Mai 2018 anwendbar ist. Solange keine explizite Einwilligung vorliegt, ist auf die Interessenabwägung nach Art. 6 I lit. f DSGVO abzustellen. Außerdem greift hier die Ausnahmeregelung nach § 7 III Nr. 1 UWG. Danach ist E-Mail-Werbung erlaubt, wenn „ein Unternehmer im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung von dem Kunden dessen elektronische Postadresse erhalten hat“.

Das Gericht führte hier folgendes aus: „Bei einer bestehenden Kundenbeziehung ist es vertretbar, die Nutzung elektronischer Kontaktinformationen zuzulassen, um ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anzubieten.“

Die Gerichte legen diese Ausnahmeregelung sehr streng aus. Deshalb sollten Sie sich als Unternehmer nicht darauf verlassen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall einen Rechtsanwalt, um den Sachverhalt eindeutig aufzuklären.

5. Was ist bei der Kundenakquise am Telefon zu beachten?

existenzgruender19

Sie betreiben Telefonakquise? Bei Telefonanrufen gelten besondere Regelungen. Bei Werbeanrufen dürfen Sie die Rufnummernanzeige nicht unterdrücken. Ansonsten drohen Strafen, beispielsweise ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro, §§ 102 II, 149 TKG. Kontaktieren Sie einen Verbraucher (also eine Privatperson und kein Unternehmen), ist eine ausdrückliche vorherige Einwilligung erforderlich, § 7 II Nr.2 UWG.

Wichtig: Ab dem 1.10.2021 müssen Sie die Einwilligung des Verbrauchers auch nach dem Wettbewerbsrecht "in angemessener Form" dokumentieren und fünf Jahre lang aufbewahren (§ 7a UWG). Welche Form die Einwilligung konkret haben muss, hat der Gesetzgeber allerdings nicht festgelegt. 

Auch wenn Sie Unternehmer anrufen, empfehlen wir dringend, eine Einwilligung einzuholen. Eine spätere Genehmigung reicht nicht aus, da Ihr Anruf an sich stört.

Exkurs: Was ist der Unterschied?

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einer Einwilligung, einer Genehmigung und einer Zustimmung. Die Unterschiede:

  • Einwilligung: Die Gegenseite willigt vor einem Geschehen ein.
  • Genehmigung: Die Gegenseite willigt nachträglich in ein Geschehen ein.
  • Zustimmung: Zustimmung ist der Oberbegriff für Einwilligung und Genehmigung.

Holen Sie eine „versteckte“ Einwilligung über Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein, ist diese unwirksam. Im E-Mail-Marketing holen Sie Einwilligungen über das Double-Opt-In-Verfahren ein.

Aber Achtung: Dieses Verfahren dürfen Sie bei Telefonwerbung aber nicht nutzen. Denn die Double-Opt-In-Methode stellt nicht sicher, dass die Inhaber von E-Mail-Adresse und Telefonnummer identisch sind. Hier kann Ihnen ein Betrüger eine fremde Telefonnummer „unterjubeln“. Allerdings gibt es auch keine klaren gerichtlichen Anforderungen, wie eine zulässige und nachweisebare Einwilligung aussehen kann.

Praxistipp: Eine mögliche Lösung, wenn Sie Ihre Einwilligung trotzdem per Double-Opt-In und Checkbox einholen möchten, könnte folgende sein: Fragen Sie die Handynummer Ihrer Nutzer ab. Senden Sie per SMS oder Whatsapp eine Nachricht auf diese Nummer. Durch Klick auf den Link bestätigt der Nutzer, dass er die Einwilligung in Telefonwerbung unter dieser Handynummer erteilt hat. Wichtig: Dieses Verfahren funktioniert aber nicht mit einer Festnetznummer. Im Zweifel verzichten Sie lieber auf Telefonwerbung.

Bei Telefonwerbung ist bei Privatpersonen ohne ausdrückliche Einwilligung überhaupt nichts mehr möglich. Hier drohen bei einer Zuwiderhandlung Strafen wie ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro wegen Verstoßes gegen das UWG. Ein Verstoß gegen die DSGVO kann sogar Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Mio. Euro oder 4 % des Jahresumsatzes zur Folge haben. Rufen Sie Gewerbetreibende an, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und eine Einwilligung einholen. Überlegen Sie sich, wie Sie die Mitarbeiter im Vertrieb schulen, um Rechtsverletzungen auszuschließen.

6. Checkliste

Sie möchten Kundenakquise betreiben? Dann bedenken Sie die folgenden Besonderheiten:

  • Privatperson: Bei SMS-, E-Mail-, Fax- und Telefonwerbung ist weiterhin eine Einwilligung notwendig.
  • Unternehmen: Hier sind Sie nur auf der sicheren Seite, wenn Sie eine Einwilligung einholen. Ein „berechtigtes Interesse“ nach Art. 6 I lit. f DSGVO reicht in der Regel nicht aus.
  • E-Mail-Marketing: Holen Sie eine Einwilligung über das Double-Opt-In-Verfahren ein.
  • Telefonwerbung: Holen Sie bei Unternehmer und Privatpersonen eine ausdrückliche Einwilligung ein.

Der § 7 III UWG stellt Ausnahmen von der Einwilligungspflicht. Liegt beispielsweise eine Einwilligung für ein bestimmtes Produkt vor, dürfen Sie auch ähnliche Produkte bewerben.

Die 8 wichtigsten Fragen zu Direktwerbung und DSGVO

  1. Ist Kaltakquise verboten?

Eine kalte Kundenakquise ist grundsätzlich verboten, wenn Sie Privatpersonen anrufen. Gegenüber Unternehmern gilt das abgesehen von einigen Ausnahmen ebenfalls. Sie brauchen nach der DSGVO und dem UWG allerdings eine ausdrückliche Einwilligung der angerufenen Personen.

2. Brauche ich immer eine Einwilligung?

Nein, in bestimmten Situationen benötigen Sie für eine Kundenakquise nach der DSGVO keine Einwilligung. Die Ausnahmen sind in § 7 III UWG einsehbar. Die Gerichte legen sie aber sehr streng aus. Gleiches gilt für das „berechtigte Interesse“ nach Art. 6 I lit. f DSGVO.

  3. Gibt es Unterschiede bezüglich Werbe-E-Mails und Telefonwerbung?

Die Voraussetzungen für die Zulässigkeit von Werbung sind im Grunde bei jeder Werbeform gleich. Bei Telefonwerbung ist es allerdings nicht möglich, die Einwilligung des Angerufenen per Double-Opt-In-Verfahren einzuholen. Es ist hier nicht möglich zu verifizieren, ob der Absender der E-Mail tatsächlich der Inhaber der Telefonnummer ist. Eine abschließende rechtliche Lösung gibt es hier noch nicht.

  4. Ändert die ePrivacy-Verordnung etwas?

Die ePrivacy-Verordnung erscheist nicht noch nicht in Kraft getreten. Die aktuell diskutierte Version sieht keine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer in die Verarbeitung personenbezogener Daten vor. Ob diese Version tatsächlich in Kraft tritt, steht aber noch in den Sternen.

  5. Hat die DSGVO bei Werbung Vorrang vor anderen Gesetzen?

Die Datenschutzkonferenz ist der Ansicht, dass die DSGVO vorgibt, wie Sie werben. Die DSGVO verdrängt das BDSG hier. Einige Regelungen, wie die im UWG, sind aber weiterhin vorrangig.

  6. Gelten alte Einwilligungen für neue Online Werbung fort?

Ihre Kunden willigten in eine Kontaktaufnahme für werbende Maßnahmen ein? Dann gilt diese Einwilligung auch zukünftig fort, sofern sie DSGVO-konform ist. Überprüfen Sie alte Einwilligungen dahingehend.

  7. DSGVO: Ist Direktwerbung über eine vertragliche Vereinbarung möglich?

Machen Sie einen Vertragsschluss von einer Einwilligung abhängig, erzwingen Sie die Einwilligung von dem Gegenüber. Das sogenannte Kopplungsverbot macht eine solche Einwilligung in der Regel unwirksam.

  8. Gelten beim Direktmarketing bei Privatpersonen andere Maßstäbe als bei Unternehmen?

Bei Unternehmen reicht nach Ansicht einzelner Gerichte auch ein mutmaßliches Interesse im Rahmen einer Interessenabwägung nach Art. 6 I lit. f DSGVO aus. Sie sollten hier auf Nummer Sicher gehen und eine Einwilligung einholen. Bei Privatpersonen ist im Grunde immer eine Einwilligung erforderlich, sofern sie nicht bereits Bestandskunde sind ( Bestandskundenregelung nach § 7 III UWG).

Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.

Rechtsanwältin Annika Haucke
Annika Haucke
Rechtsanwältin

Annika Haucke ist Rechtsanwältin und Journalistin (Freie Journalistenschule). Als Fachredakteurin von eRecht24 bereitet sie Beiträge verständlich auf und gibt praxisnahe Handlungsempfehlungen. Rechtsanwältin Haucke ist auf Medienrecht spezialisiert und hat darüber hinaus mehrjährige redaktionelle Erfahrung in weiteren Rechtsgebieten, z.B. Steuer-und Medizinrecht. Seit 2013 veröffentlichte sie eine Vielzahl von Artikeln und Ratgebern, u. a. bei Stiftung Warentest, Tagesspiegel Background und Computerwoche.

Max
Hallo,
wenn ein Webshop einen Login-Bereich betreibt, in dem man Rechnungen,den Lieferstatus usw einsehen kann, darf man der eingeloggten Person unabhängig von seiner erteilten oder nicht erteilten Werbeeinwilligu ng ein Werbebanner zeigen? Es wäre keine direkte Ansprache, sondern einfach nur Werbung irgendwo auf der Website im geschützten Bereich.
Viele Grüße

0
Tanja
Gibt es Strafen, wenn man an B2B-Nichtkunden ein Direktmailing per Fax sendet, ohne eine Werbeeinwilligu ng zu besitzen, um Neukundenakquis e zu tätigen? Man könnte ja alle Faxnummern im Internet wie die Postadressen recherchiert haben ...Ist dies ein berechtigtes Interesse oder nicht?
1
Stephan
Hallo, Die Kaltakquise ist ein langwieriger Prozess und man benötigt sehr viel Durchhaltevermögen um am Ende nicht direkt mit einem „Nein Danke!“ oder „Rufen Sie mich nicht mehr an!“ abgespeißt zu werden. Der Artikel beschreibt sehr gut wie schwer es ist, die richtige Person zu erreichen und welche Vorbereitungen gemacht werden müssen um seine Erfolgschancen zu erhöhen. Was mir auch sehr geholfen hat sind die kostenlose Leitfäden von Vertriebsleitfa eden.de und deren Artikel zur Kaltakquise . Ich finde den Artikel als gute Erweiterung zu diesem. Vielen Dank für den Artikel und viel Erfolg an alle Akquisiteure! Immer weiter machen!Viele Grüße
0
Johny
Immer das Standardargumen t... wenn jemand etwas postet, dann entscheidet er sich bewusst dafür, diese Daten zu veröffentliche n. Man sollte aber die Möglichkeit haben, die Weitergaben von Daten, die man nicht herausgeben möchte, zu unterbinden. Hätte die Wirtschaft von vorneherein den Datenschutz beachtet, würde es jetzt nicht solche Probleme damit geben.
2
Johny
Zum Thema Post: es gibt ja weiterhin Werbeflyer, Supermarktprosp ekte, etc., darum sollte ein Postversand kein Problem sein. Im Gegensatz zu Telefon und E-Mail kann sich nämlich jemand, der das nicht will, ganz einfach mit einem Aufkleber dagegen wären.
3
Roland
Überhaupt nicht. Das ist ja das Schöne daran. Wer mich jetzt noch ungebeten anruft (ja, die Unbelehrbaren gibt es noch) wird gemeldet. Basta. Ich bin einfach nur froh, dass diesen Belästigungen jetzt endlich ein Riegel vorgeschoben wurde. So umständlich und teils unsinning die DSGVO auch ist, an dieser Stelle bin ich dankbar für die Regelung. Wenn Sie Ihre Produkte / Dienstleistunge n nicht anders bewerben können, sollten Sie eventuell Ihr Angebot überdenken und wechseln. Sehen Sie es mal so: für Sie ist so ein Anruf Ihre Arbeit, für den Angerufenen eine überflüssige Störung!
2
Jürgen
Bei jedem klingeln von haustüre zu haustüre, erklären das man von der Firma x ist. material da lassen und eine Datenschutz und Adresskarte ausfüllen und am Ende unterschreiben lassen das wir erlaubt sind gemäß Datenschutz anzurufen.
1
Jürgen
Ganz einfach, hingehen zu den Leuten, klingeln und Fragen ob man anrufen darf und eine unterschrift sich einholen. Datenschutzhinw eise sollten gegeben sein und lesbar für den Kunden.
-2
Jürgen
Die Antwort ist ganz einfach. Die Person die man anrufen will muss vorher unterschreiben das man anrufen darf, entweder indem man an die türe geht und klingelt oder Per post die Unterschrift einholt. In meiner Firma , wird duch klingeln an der haustüre und aufnahme der Adresse, Telefonnummer und Unterschrift eine Erlaubnis des anrufs eingeholt.
0
Silke
Kurze Frage, warum werden die Kommentare hier nicht beantwortet? Mich würde auch sehr die Werbung per Post für Neukunden interessieren, ob hier folgendes greift: Unternehmen: Hier reicht ein „berechtig tes Interesse“ nach Art. 6 I lit. f DSGVO.
8
#Arnold
Dem stimme ich zu; die DSGVO ist der größte Mist, den sich irgendwelche Neunmalkluge ausgedacht haben, die auf Steuerzahlerkos ten entlohnt werden und sich nicht um richtige Arbeit bemühen müssen. Meinetwegen könnte man den ganzen Dummsinn direkt wieder entsorgen. Und oft sind genau diejenigen, die sich Sorgen um ihre "Privatsphäre" machen, in den Social Media dermaßen freizügig unterwegs, dass sie die ganze Sache dadurch selbst ad absurdum führen.
-4
Marcus
Ich habe die selbe Frage wie Katja Zinser. Ich bewerbe per Post ausschließlich Unternehmen (Nicht-Bestandskunden) .
15
Michael Sommerer
Wie erhalte ich eine rechtssichere Einwilligung zur Telefonwerbung? Bei Telefonwerbung ist es Ihnen untersagt, die Einwilligung des Angerufenen per Double-Opt-In-Verfahren einzuholen. Es ist hier nicht möglich zu verifizieren, ob der Absender der E-Mail tatsächlich der Inhaber der Telefonnummer ist.Was beim Double-Opt-In gilt, gilt ja auch bei allen anderen Kommunikationsf ormen (Mail, Fax, Brief) - auch dort kann jemand eine andere Telefonnummer angeben.
0
Kurt
Ich danke für Ihr Bemühen die einzelnen Aspekte der DSGVO zu beleuchten. Ich jedenfalls finde die ganze DSGVO als SCHÄDIGEND für die Wirtschaft.Muss man jetzt die jahrelang mühsam aufgebaute Interessentenka rtei einfach in den Müll schmeißen!? Auch ich klicke mittlerweile Internetseiten mit blockierenden Zustimmungserkl ärungen einfach weg. Nur wegen die wenigen DSGVO-Fanatiker wird da enormes Betriebskapital für die Zukunft vernichtet! Mich wunderts nur, dass sich die Wirtschaft so etwas einfach gefallen läßt.
-2
Thomas
Wie soll bei einer telefonischen Kaltaquise im Voraus das Einserständnis des Kunden eingeholt werden, wenn der Anruf von vornherein als störend definiert wird? Ich kann doch dann am Telefon nicht sagen "Guten Tag. Mein Name ist Max Meier und ich möchte ihnen gern etwas verkaufen. Sind sie mit einem Gespräch einverstanden?". Denn das ist ja laut Ihrer Erklärung schon störend. Doppel Opt In geht auch nicht. Also wie soll das dann technisch stattfinden?
3
Biggi
Der Artikel ist durchaus interessant, aber auch für mein Empfinden nicht vollständig, bezüglich postalischer Werbung.Ist es denn erlaubt, Adressen über das Internet (Impressum), also aus öffentlich zugänglichen Quellen, herauszusuchen und diese dann per Werbebrief (Postversand) anzuschreiben?Die Frage bezieht sich auf Vermieter von Ferienwohnungen und Gästezimmern .Besten Dank im Voraus für eine "Aufklärung"
5
Thomas Reich
Ein Neu-Interessent meldet sich bei mir per Mail und wünscht eine Beratung. Ich rufe zurück und bekomme einen Termin. Um ihm nun ein Angebot auszuhändigen, rufe ich ich danach nochmals an. Ich gehe davon aus, dass ich das auch ohne schriftliche Genehmigung darf. Aber wie lange oder wie oft darf ich anschließend anrufen oder mailen, z.B. um nach dem Auftrag zu fragen?
3
Katja Zinser
Im Artikel wird leider nicht auf Werbung per Post für Unternehmer eingegangen. Um rechtlich sauber zu bleiben, möchten wir gerne potentiellen Neukunden (nur Unternehmer, d.h. Betreiber eines Ladengeschäftes) postalisch Kataloge oder Flyer zusenden um unsere Produkte zu bewerben, und die Kunden so ggf. als Newsletter-Abonnenten zu gewinnen (natürlich dann mit Double-Opt in...). Wäre der postalische Weg bei Nicht-Bestandskunden aber Unternehmen erlaubt, oder?
17
Klaus
Zitat aus dem Bericht:"Sie werben bei einem Bestandskunden für Ihre Produkte oder Dienstleistunge n? Dann willigte der Kunde hoffentlich ein. Ohne Einwilligung geht in Sachen Direktwerbung im Grunde gar nichts mehr. Bei Bestandskunden sieht es aber etwas anders aus."Was denn nun? Entschuldigung, aber der Bericht verwirrt mehr, als er klarstellt:Zitat :
Sie möchten Kundenakquise betreiben? Dann bedenken Sie die folgenden Besonderheiten: Privatperson: Bei SMS-, E-Mail-, Fax- und Telefonwerbung ist weiterhin eine Einwilligung notwendig.
Kein Wort von "Direct Mailing".Weiter unten dann:Zitat :
8. Gelten beim Direktmarketing bei Privatpersonen andere Maßstäbe als bei Unternehmen?Bei Unternehmen reicht auch ein mutmaßliches Interesse im Rahmen einer Interessenabwägung nach Art. 6 I lit. f DSGVO aus. Bei Privatpersonen ist im Grunde immer eine Einwilligung erforderlich.
Was ist hier mit Direktmarketing gemeint? Direktwerbung? Dann wäre hier ja auch das Direct Mailing eingeschlossen und die Auflistung bei Privatpersonen unvollständig ...

3

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
GayRomeo: Schwule Kontaktbörse zwischen Blind Date und Jugendschutz
Weiterlesen...
Das Safe Harbor Urteil des EuGH: Die Folgen und Auswirkungen für Internet-Unternehmer
Weiterlesen...
Datenschutz auf Facebook: 10 Tipps, wie Sie Ihre persönlichen Daten schützen können
Weiterlesen...
Online-Durchsuchungen - Was sagen die Parteien?
Weiterlesen...
Gericht: Schmerzensgeld wegen Verbreitung von Nacktbildern über WhatsApp
Weiterlesen...
Auch bei Facebook ist ein Impressum Pflicht: Kostenloser Generator für Ihr Facebook Impressum
Weiterlesen...
Werbung und Marketing: Impressumspflicht auch für Flyer und Prospekte?
Weiterlesen...
Vorsicht Falle: Die wichtigsten Fakten zu Testimonials und Kundenwerbung
Weiterlesen...
Neues Gesetz: Fehlende Datenschutzerklärung kann ab sofort abgemahnt werden
Weiterlesen...
E-Privacy-Verordnung: Die DSGVO war erst der Anfang
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support