Datenschutzerklärung für Microsoft Clarity

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Microsoft Clarity ist ein Tool, mit dem Unternehmen die Usability ihrer Webseite überprüfen können. Dazu zeichnet Microsoft Clarity ausgewählte Sitzungen von Nutzern auf. Unternehmen können die Sitzungen dann auswerten. Das Tool liefert dafür Messwerte, die auf eventuelle Probleme bei der Usability hinweisen.

 

Für Microsoft Clarity benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Warum ist Microsoft Clarity datenschutzrechtlich relevant?

Microsoft Clarity sammelt Nutzerdaten wie beispielsweise

  • Zugriffszeiten,
  • IP-Adressen und
  • Maus- und Scrollbewegungen.

Dabei handelt es sich zum Teil um personenbezogene Daten. Unternehmen müssen daher Verpflichtungen aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beachten.

Microsoft Clarity DSGVO-konform verwenden

Um Microsoft Clarity datenschutzkonform einzusetzen, müssen Unternehmen diese Vorgaben beachten:

Eingabefelder in Microsoft Clarity maskieren

Microsoft Clarity gibt selbst an, sensible Daten zu maskieren, bevor es diese an Microsoft weiterleitet. Das erkennen unternehmen daran, dass in den Screen-Recordings Texte auf der Webseite samt der Eingaben in Formularen durch ein „X“ ersetzt sind. Um sicherzugehen, dass das Tool tatsächlich alle Daten anonymisiert, sollten Unternehmen zusätzlich HTML-Elemente auf der Webseite, die Daten von Nutzern erfassen, per Attribut maskieren. Dazu müssen sie lediglich das Attribut data-clarity-mask="true" in einen beliebigen Tag einfügen.

Cookie-Einwilligung einholen

Um User wiederzuerkennen, setzt Microsoft Clarity einen Cookie. Dieser bleibt ein Jahr lang gespeichert. Unternehmen müssen daher in ihrem Cookie Consent Banner darauf hinweisen und die Einwilligung in den Cookie einholen.

Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen

Nutzen Unternehmen Microsoft Clarity, geben sie automatisch Nutzerdaten an Microsoft weiter. Zwar anonymisiert die Software einen Teil der Daten. Microsoft erhält aber nach wie vor Daten zum Userverhalten. Damit ist der Anbieter ein Auftragsverarbeiter. Unternehmen müssen mit diesem daher einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV-Vertrag) abschließen. Dieser sollte festhalten,

  • welche Nutzerdaten Microsoft Clarity erhält und speichert,
  • wie lange es die Daten speichert,
  • warum Microsoft Clarity die Daten speichert und
  • welche Rechte und Pflichten die Verantwortlichen haben.

Datenschutzerklärung anpassen

Unternehmen müssen Nutzern in ihrer Datenschutzerklärung die Verwendung von Microsoft Clarity erklären. Dabei sollten sie in einer einfach verständlichen Sprache darauf hinweisen,

  • warum sie über Microsoft Clarity Daten sammeln,
  • welche Daten siesammeln,
  • wie lange sie die Daten speichern,
  • welche Rechtsgrundlage ihnen das erlaubt,
  • dass sie mit Microsoft Clarity einen AV-Vertrag abgeschlossen haben und
  • dass User der Datenverarbeitung jederzeit widersprechen können.

Damit sich Nutzer zu der Datenerhebung durch Microsoft Clarity weiter informieren können, sollten Unternehmen auf die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen der Software verweisen.

Rechtsprechung zu Microsoft Clarity

Unternehmen müssen mit Microsoft Clarity einen AV-Vertrag abschließen, bevor sie die Software verwenden. Ansonsten droht ihnen ein Bußgeld. Nach Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO kann dies bei bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes liegen. Ein Versandunternehmen musste daher im Dezember 2018 eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro zahlen. Es hatte einen spanischen Dienstleister beauftragt, ohne mit diesem einen AV-Vertrag zu schließen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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