Datenschutzerklärung für Social-Media-Plugins mit Shariff

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Social-Media-Plugins sind kleine Schaltflächen wie der Facebook-Like-Button, über den User Inhalte einer Webseite liken und teilen können. Das Einfügen der Plugins ermöglicht es Webseitenbetreibern, die Reichweite ihres Contents und damit ihrer Marke zu erhöhen. Shariff ist ein von Heise und c’t entwickeltes Open-Source-Programm, das verhindert, dass die Plugins der sozialen Netzwerke personenbezogene Daten der Webseitenbesucher sammeln können, ohne dass diese auf das Plugin geklickt haben.

 

Für Social-Media-Plugins mit Shariff benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Das ist an Social-Media-Buttons datenschutzrechtlich bedenklich

Verwenden Webseitenbetreiber Social-Media-Buttons auf ihrer Seite, sammeln die eingebundenen Netzwerke personenbezogene Daten wie die IP-Adresse der User. Das ist auch der Fall, ohne

  • dass User auf das Plugin klicken,
  • bei dem entsprechenden sozialen Netzwerk eingeloggt sind oder
  • einen Account bei dem Netzwerk haben.

Die sozialen Netzwerke sammeln dabei die Daten der User, ohne die vorherige Zustimmung dafür von ihnen eingeholt zu haben. Das Telemediengesetz schreibt jedoch vor, dass Unternehmen dem nachkommen müssen.

Das ermöglicht Shariff

Shariff tritt in Form von HTML-Links auf, die Seitenbetreiber individuell gestalten können. Das Programm ermöglicht es, dass die sozialen Netzwerke erst dann personenbezogene Daten der User erheben können, wenn diese auch tatsächlich auf das Plugin geklickt haben.

Social-Media-Plugins mit Shariff datenschutzkonform einbinden

Ob das Programm Shariff Social-Media-Plugins datenschutzkonform auf einer Webseite einbinden lässt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Webseitenbetreiber sollten in jedem Fall in ihrer Datenschutzerklärung User darauf hinweisen, wie die Social-Media-Plugins im Zusammenspiel mit Shariff funktionieren. Rechtlich noch zu klären ist, ob Webseitenbetreiber eine Erlaubnis der User einholen zu müssen, um bei Klick auf das Social-Media-Plugin ihre Daten an das jeweilige Netzwerk weiterleiten zu dürfen.

Unternehmen, die auf der sicheren Seite stehen wollen, sollten kein Social-Media-Plugin verwenden, bis auch der datenschutzkonforme Einsatz von Shariff geklärt ist. Stattdessen können sie von ihrer Webseite auf ihre Facebook-Fan-Page verlinken. Auf diese Weise findet keine Übertragung von Nutzerdaten statt.

Rechtsprechung zu Social-Media-Plugins mit Shariff

Das Landgericht Düsseldorf hat am 09.03.2016 entschieden: Webseitenbetreiber dürfen auf ihrer Seite keinen Facebook-Like-Button verwenden, wenn dieser bereits Daten sammelt, ohne dass User daraufgeklickt haben (Az.: 12 O 151/15). In der nächsthöheren Instanz erhielt das Oberlandesgericht Düsseldorf den Fall, das dafür den Europäischen Gerichtshof (EuGH) anrief. Dieser hat am 29.07.2019 festgestellt: Webseitenbetreiber müssen User darauf hinweisen, dass die Social-Media-Plugins personenbezogene Daten sammeln, ohne dass User daraufklicken (Az. C-40/17).

Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss jetzt noch entscheiden, ob Webseitenbetreiber zusätzlich eine Einwilligung der User dafür einholen müssen. Ob Webseitenbetreiber auch beim Einsatz von Shariff, das erst per Klick auf die Social-Media-Plugins Daten an die Netzwerke weiterleitet, User darauf hinweisen und eventuell ihre Einwilligung dafür einholen müssen, ist rechtlich bisher nicht geklärt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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