KI-Beratung

Haftung, KI-Verordnung & DSGVO: Wie Sie sich mit einer Beratung zur künstlichen Intelligenz rechtssicher aufstellen

Fachlich geprüft von: Rechtsanwalt Sören Siebert Rechtsanwalt Sören Siebert
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Das Wichtigste in Kürze

  • Egal ob Einzelunternehmer oder großes Unternehmen – Auf dem Weg zu mehr Effizienz kommt niemand am Thema KI vorbei.
  • Künstliche Intelligenz sollte jedoch nie bedenkenlos eingesetzt werden, da viele rechtliche Stolperfallen und Bußgeldrisiken lauern.
  • Lassen Sie sich individuell beraten und sichern Sie Ihr Business mit einer KI-Beratung ab.

Worum geht's?

Setzen Sie Künstliche Intelligenz (KI) bzw. Artificial Intelligence (AI) in Ihrem Unternehmen ein – oder bauen Sie gerade entsprechende Kompetenzen auf? Ganz gleich, in welcher Branche Sie tätig sind: Der Einsatz von KI bietet enorme Chancen für unternehmerisches Wachstum und Innovation. Gleichzeitig sollten Sie jedoch die rechtlichen Risiken nicht aus dem Blick verlieren. Ob Sie Inhalte erstellen, Prozesse automatisieren, KI-Assistenten einsetzen oder eigene KI-Entwicklung vornehmen – es gibt zahlreiche rechtliche Vorgaben, die Sie kennen sollten, um Haftungsrisiken und Bußgelder zu vermeiden.

Um den Überblick über alle Anforderungen zu behalten, ist es sinnvoll, eine professionelle KI-Beratung in Anspruch zu nehmen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie eine solche Beratung Ihr Unternehmen beim sicheren und rechtskonformen Einsatz von KI unterstützt – und woran Sie eine gute KI-Beratung erkennen.

 

1. Was ist eine KI-Beratung?

Eine KI-Beratung unterstützt Sie bei der rechtskonformen Nutzung von KI-Systemen. Sie bekommen einen klaren Überblick darüber, wie Sie KI im Unternehmen rechtssicher einsetzen und Risiken minimieren.

Der Schwerpunkt kann dabei auf folgenden fünf Kernbereichen liegen:

1. Überblick Ihrer KI-Systeme & Ihrer Rolle

Die europäische KI-Verordnung (KI-VO bzw. AI Act), die 2024 in Kraft getreten ist, führt umfangreiche Pflichten ein, die Sie unabhängig von Ihrer Unternehmensgröße einhalten müssen. Es ist demnach wichtig, dass Sie verstehen, welche Rolle Sie hinsichtlich Ihrer jeweiligen KI-Systeme nach der KI-Verordnung übernehmen.

Dabei ist die Differenzierung zwischen KI-Anbieter oder -Betreiber essentiell. Je nachdem, welche Rolle Sie einnehmen, müssen Sie unterschiedlichen Anforderungen nachkommen. Diese können von der KI-Kennzeichnungspflicht bis zur Etablierung eines Risikomanagementsystem reichen. Außerdem dürfen Sie auch den Datenschutz nicht vergessen.

Eine fundierte Künstliche-Intelligenz-Beratung zeigt Ihnen eindeutig, welche Rolle Sie nach der KI-VO einnehmen und welche Pflichten daraus im Detail folgen.

2. Risikobewertung aller KI-Systeme

Jedes eingesetzte KI-System lässt sich nach der KI-Verordnung in eine Risikokategorie einordnen. Ihre Systeme können unter die Kategorien minimales, begrenztes oder hohes Risiko fallen. Diese Einstufung bestimmt den gesamten Umfang Ihrer Pflichten, die von der Dokumentation über die menschliche Aufsicht bis hin zu Grundrechte-Folgenabschätzungen reichen können. Es gibt nach der KI-Verordnung auch verbotene KI-Modelle und sog. KI-Systeme mit allgemeinem Verwendungszweck. Auch diese Sonderfälle sollten Sie kennen.

Ein KI-Berater kann diese komplexe Einstufung für jedes Ihrer KI-Systeme vornehmen. Damit erhalten Sie einen Überblick über Risiken sowie die erforderlichen Maßnahmen und schaffen eine Basis für den sicheren Erfolg Ihrer KI-Anwendungen.

3. Grundrechte- und Datenschutz-Folgenabschätzungen

Je höher das Risiko, das von einer KI-Anwendung ausgeht, desto strenger sind die rechtlichen Anforderungen. Unternehmen, die zum Beispiel KI im HR-Bereich einsetzen, befinden sich damit in der Regel im Hochrisikobereich, was umfangreiche Pflichten nach sich zieht. Dazu zählt es, eine Grundrechte- und Datenschutz-Folgenabschätzungen durchzuführen.

Solche Grundrechte- und Datenschutz-Folgenabschätzungen kann Ihnen Ihr KI-Berater erstellen.

4. Aufbau eines internen KI-Managementsystems

Je nach Umfang Ihrer KI-Nutzung benötigen Sie klare Strukturen, die Ihr Unternehmen dauerhaft handlungsfähig halten. Wenn Sie also Ihre KI-Strategie aufbauen, sollten Sie auch an ein KI-Managementsystem denken, um den Überblick über Prozesse, Dokumentation und Risiken zu behalten. Außerdem kann Ihnen bei Bedarf ein externer KI-Beauftragter zur Verfügung gestellt werden, so haben Sie einen festen Ansprechpartner und Experten an Bord.

Wenn Sie ein internes KI-Managementsystem aufbauen wollen, können Sie sich auf die Expertise eines KI-Beraters verlassen. Dieser baut die Strukturen und Prozesse für den rechtssicheren KI-Einsatz gemeinsam mit Ihnen auf.

5. Schulungen für Ihre Mitarbeitenden

Ein wesentlicher Bestandteil einer professionellen KI-Beratung ist die Schulung Ihrer Mitarbeitenden, da Sie nach Art. 4 der KI-Verordnung KI-Kompetenz Ihrer Mitarbeiter sicherstellen müssen. Die Schulung ist für Sie verpflichtend, sobald Sie auch nur ein einziges KI-Tool wie ChatGPT im Unternehmen nutzen.

Durch eine solche Schulung lernen Mitarbeitende, wie sie KI-Systeme rechtssicher und verantwortungsvoll nutzen. So schaffen Sie in Ihren Teams nachhaltige KI-Kompetenz und verhindern Fehlentscheidungen beim Einsatz von KI-Tools.

Ein KI-Berater kann KI-Schulungen nach Art. 4 KI-VO in Ihrem Unternehmen oder für einzelne Mitarbeiter durchführen.

2. Wann benötige ich im Unternehmen einen KI-Berater?

Fehler bei der KI-Implementierung führen zu KI-Haftungsrisiken, Bußgeldern und Reputationsschäden. Unternehmen, die KI ohne professionelle Begleitung einsetzen, tragen ein deutlich höheres rechtliches Risiko.

 

Besonders relevant ist ein KI-Berater in folgenden Situationen:

  1. Sie nutzen bereits KI-Tools im Tagesgeschäft: Ihr Marketing-Team arbeitet mit ChatGPT, Copilot oder Midjourney oder setzt auf Social-Media sogar KI-Influencer ein. Die IT testet Automatisierungen und erstellt Codes mit KI. Der Vertrieb integriert KI-Agenten und KI-Chatbots für Kunden. Es gibt endlose KI-Anwendungsszenarien und viele Unternehmen nutzen KI-Technologien, ohne sich mit den Risiken im Detail auseinanderzusetzen. Häufig reicht bei diesen alltäglichen Use-Cases schon eine interne KI-Richtlinie und eine KI-Schulung, jedoch gibt es – gerade wenn personenbezogene Daten in KI-Systemen landen – weitaus mehr zu beachten.
  2. Sie planen eigene KI-Lösungen: Sobald Sie KI-Systeme entwickeln oder anbieten, gelten umfangreiche Pflichten. Anbieter stehen rechtlich stärker im Fokus als reine Nutzer. Sie benötigen klare Dokumentation, Risikomanagement, Qualitätskontrollen etc.
  3. Sie setzen KI im HR-Bereich ein: KI zur Vorauswahl geeigneter Bewerber, Leistungsanalyse oder Personalentwicklung fällt schnell in den Bereich der Hochrisiko-KI-Anwendungen und Sie müssen eine Reihe an Vorgaben beachten.
  4. Sie verarbeiten personenbezogene Daten mit KI: Wenn Sie Kundendaten, Bewerberdaten oder Daten von Dienstleistern verarbeiten, müssen Sie neben der KI-Verordnung auch die DSGVO beachten. Die Datenschutz-Folgenabschätzung wird in vielen Fällen zur Pflicht.

Ein KI-Berater ist im Vergleich zum Datenschutzbeauftragten nicht verpflichtend, jedoch profitieren Sie von einer frühzeitigen professionellen Unterstützung eines KI-Beraters. Denn: Viele Herausforderungen entstehen nicht durch Technologie an sich, sondern durch fehlende Kontrolle, unklare Regelungen und unterschätzte Risiken.

Nach der KI-Verordnung können Geldbußen von bis zu 35 Mio. € bzw. 7% des weltweiten Jahresumsatzes für Verstöße drohen.

Je nachdem, an welchem Punkt Sie bei Ihrer KI-Strategie stehen, analysiert ein KI-Berater Ihre Tools und Ihren Status-Quo, erklärt Ihnen Ihre Pflichten und zeigt Ihnen Wege, um KI rechtssicher einzusetzen.

Genau hier bietet unsere Partnerkanzlei Siebert Lexow mit Ihrer KI-Beratung die passende Lösung. Erhalten Sie einen Überblick über Ihre Rolle und die Risikoklasse für jedes eingesetzte KI-System. Die Kanzlei unterstützt Sie bei allen Pflichten, die sich daraus ergeben. So können Sie Ihre Mitarbeitenden gezielt schulen lassen, sich einen externen KI-Beauftragten stellen lassen oder Grundrechte- sowie Datenschutz-Folgenabschätzungen durchführen.

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Sie setzen KI ein? Stellen Sie Ihr Unternehmen jetzt beim Thema KI rechtssicher auf – mit der spezialisierten KI-Beratung unserer Partnerkanzlei Siebert Lexow.

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3. Wie teuer ist die KI-Beratung?

Da jedes Unternehmen unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse hat, gibt es keine pauschale Antwort auf diese Frage. Die Kosten für KI-Expertise hängen von Ihrem Bedarf, Ihrer Unternehmensgröße und der Anzahl der eingesetzten KI-Systeme ab.

Wenn Sie eine KI-Schulung in Ihrem Unternehmen durchführen wollen oder eine Datenschutz-Folgenabschätzung benötigen, ist das günstiger, als wenn Sie ein komplettes KI-Managementsystem mit dem KI-Berater etablieren wollen. So kann eine KI-Beratung je nach Umfang zwischen mehreren hundert bis tausend Euro liegen.

Doch eins können Sie sich merken: Unternehmen, die ohne KI-Beratung starten, zahlen später häufig deutlich mehr!

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Durch eine frühzeitige KI-Beratung reduzieren Sie Ihr Risiko für:

  • Bußgelder,
  • Abmahnungen,
  • Haftungsfälle,
  • Datenschutzverstöße,
  • Imageschäden,
  • und unsicheren KI-Betrieb.

4. Fazit

Künstliche Intelligenz bietet Unternehmen enorme Chancen – doch ohne klare Strukturen, eine KI-Strategie und die rechtliche Absicherung entstehen schnell Risiken. Eine professionelle KI-Beratung bietet Ihnen die Sicherheit, künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und rechtskonform nach den Anforderungen der KI-VO und DSGVO einzusetzen.

Unsere Partnerkanzlei Siebert Lexow unterstützt Sie dabei, die Vorgaben der KI-Verordnung korrekt umzusetzen, Ihre Rolle als Betreiber oder Anbieter eindeutig zu klären und jedes Ihrer KI-Systeme rechtssicher in die passende Risikoklasse einzuordnen.

Sie können ein individuelles KI-Managementsystem aufbauen, KI-Schulungen für Ihre Mitarbeitenden durchführen lassen und Grundrechte- sowie Datenschutz-Folgenabschätzung erstellen lassen.

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5. FAQ – Die wichtigsten Fragen zum Thema KI-Beratung


Was kostet ein KI-Berater?

Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro und hängen vom Umfang der Beratung, der Unternehmensgröße, Mitarbeiterzahl und eingesetzten KI-Tools ab.

Was macht ein KI-Berater?

Ein KI-Berater analysiert Ihre KI-Systeme, führt KI-Schulungen durch, bewertet Risiken, erstellt notwendige Dokumente, führt Folgenabschätzungen durch und baut ein KI-Managementsystem auf.

Was umfasst eine KI-Beratung?

Eine KI-Beratung umfasst die rechtliche und organisatorische Prüfung Ihrer KI-Systeme, die Klärung Ihrer Rolle nach der KI-Verordnung und die Einstufung in die richtige Risikoklasse.Zusätzlich erhalten Sie Unterstützung bei der Umsetzung aller Pflichten nach der KI-Verordnung – inklusive Folgenabschätzungen, KI-Schulungen und dem Aufbau eines KI-Managementsystems.

Ist eine KI-Beratung gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Die Einhaltung der KI-VO und DSGVO ist jedoch verpflichtend. Eine Beratung hilft Ihnen, diese Anforderungen zu verstehen und korrekt umzusetzen.

Wann ist eine KI-Beratung für Unternehmen sinnvoll?

Sobald Sie KI einsetzen oder planen, KI in Geschäftsprozesse zu integrieren, ist eine KI-Beratung sinnvoll, da die KI-Verordnung umfangreiche Pflichten für Unternehmen vorsieht. Besonders relevant wird eine KI-Beratung, wenn Sie in den Bereichen Marketing, Personal und Datenverarbeitung eine KI-Integration vorgenommen haben.


 

Frauke Frotscher
Frauke Frotscher, LL.M.
Legal Writerin

Frauke Frotscher ist Wirtschaftsjuristin und hat sich im Rahmen ihres Masterstudiums im internationalen Lizenzrecht auf die Rechtsgebiete des Urheber-, Marken- und Vertragsrechts sowie das Zusammenspiel von Recht und Künstlicher Intelligenz spezialisiert. Mit diesen Schwerpunkten verstärkt sie seit 2023 das eRecht24-Redaktionsteam als Legal Writerin. Aufgrund ihrer vorherigen Tätigkeit als Juristin einer Rechtsabteilung, ist sie Expertin in der verständlichen Kommunikation juristischer Inhalte.

Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.

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