KI-Schulungen & KI-Schulungspflicht für Unternehmen

Unternehmen aufgepasst: Seit Februar 2025 gilt die KI-Schulungspflicht

Fachlich geprüft von: Katharina Steinröder Katharina Steinröder
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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 2. Februar 2025 müssen Sie die KI-Kompetenz in Ihrem Unternehmen sicherstellen - es gilt faktisch eine KI-Schulungspflicht.
  • Wer KI im Unternehmen einsetzt, benötigt ausreichende KI-Kompetenz. KI-Schulungen sind eine Möglichkeit, die Anforderungen aus Art. 4 KI-VO umzusetzen.
  • Mit der KI-Schulung der Kanzlei Siebert Lexow können Sie die KI-Kompetenz Ihrer Mitarbeiter sicherstellen und nachweisen.

Worum geht's?

Am 1. August 2024 trat die KI-Verordnung der EU in Kraft - das erste KI-Gesetz der Welt. Durch die KI-VO stehen Unternehmen nicht nur vor technologischen, sondern auch vor rechtlichen Neuerungen. Eine dieser Neuerungen ist, dass Sie bereits ab dem 2. Februar 2025 durch Maßnahmen sicherstellen müssen, dass Sie und Ihre Mitarbeiter KI-Kenntnisse haben. Das bedeutet mit anderen Worten, dass Sie sich und Ihre Mitarbeiter in Sachen KI schulen müssen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die KI-Schulungspflicht und die Anforderungen an die KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-VO für Unternehmen bedeuten, wer KI-Schulungen benötigt und welche Schritte Unternehmen jetzt einleiten sollten.

 

1. KI-Schulungspflicht und KI-Kompetenz nach der KI-Verordnung

Künstliche Intelligenz (KI) ist weit mehr als ein technologisches Schlagwort und KI-Systeme entwickeln sich stetig weiter. KI kann eine Schlüsseltechnologie für Ihr Unternehmen sein und beschreibt maschinengestützte Systeme, die in der Lage sind, autonom zu arbeiten und sich anzupassen. Mithilfe von Machine Learning, einem zentralen Bestandteil der Künstlichen Intelligenz, können diese Systeme aus eingegebenen Daten Muster erkennen, lernen und eigenständig Verbesserungen vornehmen.

Die neue EU-KI-Verordnung soll den Einsatz von KI besser regulieren. Wichtig: Die KI-VO richtet sich nicht nur an die Hersteller von KI-Anwendungen (z.B. OpenAI). Sie enthält rechtliche Pflichten für alle Unternehmen und Organisationen, die KI einsetzen.

Verwenden Sie beispielsweise ChatGPT für Marketingzwecke, Chatbots im Online-Shop, KI-gestützte Qualitätskontrollen oder Anwendungen im Human Resources müssen Sie die Vorgaben der KI-VO kennen und einhalten. Eine der Pflichten aus der KI-Verordnung ist die Pflicht zur Sicherstellung der KI-Kenntnisse in Ihrem Unternehmen. Das bedeutet eine faktische Schulungspflicht für Mitarbeiter in Sachen KI.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

2. KI-Schulungspflicht nach Art. 4 KI-VO: Bin ich betroffen?

ART 4 KI-VERORDNUNG

“Die Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach bestem Wissen und Gewissen sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ausreichende KI-Kenntnisse verfügen, wobei ihre technischen Kenntnisse, ihre Erfahrung, ihre Aus- und Weiterbildung und der Kontext, in dem die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, sowie die Personen oder Personengruppen, bei denen die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, berücksichtigt werden.”

Art. 4 KI-VO, auch als Art. 4 AI Act bezeichnet, verpflichtet KI-Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, Maßnahmen für eine ausreichende KI-Kompetenz zu ergreifen. Für Sie als Unternehmen bedeutet das, dass Sie sich damit beschäftigen müssen, welche KI-Kompetenz Ihre Mitarbeiter benötigen und wie Sie diese sicherstellen.

Als “Betreiber” gelten dabei alle Organisationen und Unternehmen, die KI-Systeme verwenden, sodass Sie schon dann unter den Anwendungsbereich der KI-VO fallen, wenn Sie beispielsweise ChatGPT einsetzen. Ziel der Verordnung ist es, den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von KI zu gewährleisten. Unternehmen müssen also Maßnahmen ergreifen, um bestmöglich sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen.

Durch fundierte KI-Weiterbildungen können Sie diese Anforderung erfüllen und sich und Ihre Mitarbeiter umfassend auf den Umgang mit KI vorbereiten. Dabei kommt es nicht auf den Umfang des KI-Einsatzes oder die Unternehmensgröße an. Unternehmen, die ChatGPT nutzen, müssen ebenso schulen wie Unternehmen, die mehrere KI-Systeme für verschiedene Abteilungen und Bereiche verwenden, wie beispielsweise

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Lesen Sie in unsere Artikel zum Thema “Was Unternehmen über den AI-Act der EU wissen müssen” mehr zu den Pflichten der KI-Verordnung.

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3. Welche Inhalte sollten KI-Schulungen abdecken?

Mitarbeitende, die KI im Arbeitsalltag einsetzen, sollten wissen, wie sie diese rechtlich korrekt einsetzen. Eine KI-Schulung sollte sich jedoch nicht auf die rechtlichen Anforderungen beschränken.

Nach Art. 4 KI-VO ist es ausdrücklich erforderlich, dass Mitarbeiter auch die technischen Grundlagen von KI verstehen. Somit dürfen Inhalte zur Funktionsweise von KI und zu künstlichen neuronalen Netzwerken bei einer KI-Schulung nicht fehlen.

Unsere Partnerkanzlei Siebert Lexow bietet Schulungen zur KI-Kompetenz für große Unternehmen ebenso wie für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) an. Die Schulungen sind auf die Anforderungen des Artikel 4 der KI-VO zugeschnitten. Folgende sollten Teil der Schulung zur KI-Kompetenz sein:

  • Grundlagen der Künstlichen Intelligenz: Entwicklung, Funktionsweise, maschinelles Lernen und Einsatzmöglichkeiten
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Anforderungen nach der EU-KI-Verordnung und Risiken bei KI Haftung
  • Urheberrecht: Urheberrechtsfragen und Urheberrechtsverletzungen durch KI-Einsatz
  • Datenschutz: DSGVO-konformer Einsatz von KI
  • KI-Management: Organisation der KI-Anwendungen und KI-Nutzung im Unternehmen, auch in Hinblick auf Deepfakes und KI-Kennzeichnungspflichten

4. An wen richten sich KI-Schulungen?

Nach Art. 4 KI-VO müssen Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ausreichende KI-Kenntnisse verfügen. Hieraus ergibt sich eine KI-Schulungspflicht.

WICHTIG

KI-Schulungen richten sich an jeden in Ihrer Firma, der KI betreibt oder nutzt.

KI-Weiterbildungen richten sich daher an eine breite Zielgruppe. Betroffen kann jede Person eines Unternehmens oder einer Organisations sein, die mit Künstlicher Intelligenz bei der Arbeit zu tun hat. Schon der Einsatz von ChatGPT kann hierzu ausreichen.

Erweiterte oder regelmäßige Schulungen können insbesondere für folgende Personen erforderlich sein:

  • Fach- und Führungskräfte
  • Compliance- und Datenschutzbeauftragte
  • KI-Verantwortliche
  • IT-Verantwortliche
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Haben Sie Interesse an einer Schulung?

Die Kanzlei Siebert Lexow bietet regelmäßig Schulungen für Unternehmen nach Art. 4 KI-VO an.

  • 2-Stunden-Schulung für Ihr ganzes Team oder einzelne Mitarbeiter
  • KI-Expertise zu technischen und rechtlichen Grundlagen
  • inkl. aller Materialien und einmalig 99 EUR (zzgl. Ust.) pro Person
  • inkl. Zertifikat für jeden Teilnehmer
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5. In 3 Schritten: So können Sie die KI-Kompetenz sicherstellen und nachweisen

How-to: KI-Kompetenz
In 3 Schritten
  • Schritt 1: Identifizierung der notwendigen KI-Kompetenz
    Verschaffen Sie sich einen internen Überblick darüber, welche KI-Tools im Unternehmen in den einzelnen Abteilungen eingesetzt werden. Berücksichtigen Sie dabei auch Ihre zukünftigen Anwendungen, die Sie im Rahmen Ihrer KI-Strategien einsetzen werden.

 

  • Schritt 2: Mitarbeiter identifizieren
    Identifizieren Sie im nächsten Schritt, welche Mitarbeiter über KI-Know-How verfügen müssen. Dabei sollten Sie sowohl die Mitarbeiter berücksichtigen, die KI selbst programmieren oder betreiben, als auch die Mitarbeiter, die Künstliche Intelligenz einsetzen. Vergessen Sie nicht Führungskräfte, Compliance-Beauftragte oder andere Schlüsselpersonen in Ihrer Firma.

 

  • Schritt 3: KI-Schulung
    Wählen Sie nun eine passende Schulung aus und schulen Sie alle Mitarbeiter, die im Unternehmen mit KI zu tun haben. Es kann je nach Tätigkeitsfeld Sinn machen, mehrere Schulungen für einzelne Personen durchzuführen. Dokumentieren Sie die durchgeführten KI-Schulungen und deren Inhalte, um die Maßnahmen zur Sicherstellung der KI-Kompetenz nachvollziehbar festzuhalten.

6. KI-Kompetenz im Unternehmen: Wann benötigen Sie eine Compliance-Policy?

Um den rechtskonformen Umgang mit KI und KI-Kompetenz über die Schulung hinaus zu gewährleisten, sollten Sie eine KI-Compliance Policy für Ihre Mitarbeiter bereitstellen. Eine solche KI-Policy hilft, klare Richtlinien für den Umgang mit KI zu schaffen und Compliance-Risiken im Unternehmen zu minimieren. Eine individualisierte KI-Richtlinie für Ihre Mitarbeiter können Sie sich im eRecht24 Premium-Bereich erstellen.

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7. Fazit

Die Frage, wer KI im Unternehmen einsetzt, rückt zunehmend in den Fokus rechtlicher und ethischer Anforderungen. Neben der technischen Einordnung der jeweiligen Technologie spielen Aspekte wie Fairness, Transparenz und die Vermeidung von Diskriminierung eine zentrale Rolle.

Gerade beim Einsatz von Chatbots und automatisierten Systemen besteht die Herausforderung darin, nachvollziehbare und verantwortungsvolle Prozesse sicherzustellen.KI-Schulungen für Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein, um die erforderliche KI-Kompetenz im Unternehmen sicherzustellen und die Anforderungen aus Art. 4 KI-VO umzusetzen.

Von der Vermittlung technischer Grundlagen über die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen Sie durch Schulungen bei Ihren Mitarbeitern Sicherheit beim Umgang mit KI. Darüber hinaus sollten Sie in Ihrem Unternehmen eine KI-Compliance Policy verwenden, um den rechtssicheren Umgang mit KI sicherzustellen.

8. FAQ zur KI-Schulungspflicht

Wer muss eine KI-Schulung machen?

Unternehmen sollten alle Mitarbeitenden schulen, die mit KI-Systemen arbeiten oder deren Ergebnisse nutzen. Besonders relevant ist dies für Personen, die KI eigenständig einsetzen oder Entscheidungen darauf stützen. Auch Führungskräfte profitieren von Schulungen, um Risiken besser einschätzen zu können. Eine gesetzliche Pflicht ergibt sich aus der KI-Verordnung.

Für wen gilt die KI-Verordnung?

Die KI-Verordnung (AI Act) richtet sich an Anbieter und Nutzer von KI-Systemen innerhalb der EU. Das betrifft sowohl Unternehmen als auch Behörden. Entscheidend ist nicht der Sitz, sondern ob KI-Systeme im EU-Markt eingesetzt oder angeboten werden. Auch Sie als Unternehmen sind betroffen, wenn Sie im beruflichen oder geschäftlichen Kontext KI nutzen. Private Nutzer sind grundsätzlich nicht erfasst.

Ist der KI-Führerschein Pflicht?

Ein gesetzlich vorgeschriebener „KI-Führerschein“ existiert derzeit nicht. Allerdings verlangt die KI-VO, dass Sie für ausreichend Kompetenzen im Umgang mit KI sorgen. Schulungen sind daher faktisch notwendig, um Risiken zu minimieren und rechtssicher zu handeln. Ein KI-Führerschein kann dabei als Nachweis sinnvoll sein.

Ist eine KI-Schulung für Mitarbeiter Pflicht?

Nach Art. 4 KI-VO müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, damit Mitarbeiter, die KI-Systeme nutzen oder betreiben, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Daraus ergibt sich eine faktische KI-Schulungspflicht. Welche KI-Schulung sinnvoll ist und welchen Umfang sie haben sollte, hängt unter anderem vom Einsatzbereich, den Vorkenntnissen und den verwendeten KI-Systemen ab.

Was bedeutet KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-VO?

KI-Kompetenz bedeutet, dass Mitarbeiter über ausreichende Kenntnisse verfügen, um KI-Systeme im jeweiligen Einsatzbereich angemessen zu nutzen. Art. 4 KI-VO nennt unter anderem technische Kenntnisse, Erfahrung sowie Aus- und Weiterbildung. Welche KI-Kompetenz erforderlich ist, richtet sich deshalb auch danach, wie und in welchem Kontext Ihr Unternehmen KI einsetzt.

Wie können Unternehmen KI-Kompetenz nachweisen?

Art. 4 KI-VO schreibt keinen bestimmten Nachweis für die KI-Kompetenz Ihrer Mitarbeiter vor. Als Unternehmen sollten Sie Ihre Maßnahmen jedoch nachvollziehbar dokumentieren. Dazu können beispielsweise absolvierte KI-Schulungen, Schulungsinhalte und Teilnahmebescheinigungen gehören. So lässt sich festhalten, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben, um ausreichende KI-Kompetenz im Unternehmen sicherzustellen.

Welche KI-Schulungen benötigen Unternehmen?

Welche KI-Schulungen Ihr Unternehmen benötigt, hängt davon ab, welche KI-Systeme Ihre Mitarbeiter einsetzen und welche Aufgaben sie damit erledigen. Relevant sind beispielsweise technische Grundlagen, die Vorgaben der KI-Verordnung sowie Datenschutz und Urheberrecht. Für bestimmte Mitarbeiter können je nach Tätigkeit zusätzliche oder regelmäßige Schulungen sinnvoll sein. Über die Kanzlei Siebert Lexow können Sie eine KI-Schulung für Ihr Unternehmen buchen.

 

 

Frauke Frotscher
Frauke Frotscher, LL.M.
Legal Writerin

Frauke Frotscher ist Wirtschaftsjuristin und hat sich im Rahmen ihres Masterstudiums im internationalen Lizenzrecht auf die Rechtsgebiete des Urheber-, Marken- und Vertragsrechts sowie das Zusammenspiel von Recht und Künstlicher Intelligenz spezialisiert. Mit diesen Schwerpunkten verstärkt sie seit 2023 das eRecht24-Redaktionsteam als Legal Writerin. Aufgrund ihrer vorherigen Tätigkeit als Juristin einer Rechtsabteilung, ist sie Expertin in der verständlichen Kommunikation juristischer Inhalte.

Katharina Steinröder
Katharina Steinröder, Ass. jur.
Legal Writerin

Katharina Steinröder ist Volljuristin und TÜV-zertifizierte Datenschutzbeauftragte. Seit 2023 ist Sie als Legal Writerin Teil des Redaktionsteams von eRecht24. Bei eRecht24 schreibt sie vor allem Inhalte mit Bezug zum Internet- und Datenschutzrecht.

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