Recht am eigenen Bild: Böhmermann scheitert mit Klage gegen Zeitschrift

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Die Veröffentlichung eines Standbilds aus dem Neo Magazin Royale im Bericht über ein kommerzielles Leserangebot der Computer Bild war zulässig. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Köln enthielt der Artikel nicht nur Werbung, sondern auch sachliche Information. Der Moderator muss den Abdruck der Aufnahme daher hinnehmen.

Neo Magazin Royale als Verkaufshilfe für Digital-Abos?

Jan Böhmermann ist sauer. Auf Twitter provoziert er mit der Aussage, dass Fotos von Stars und Influencern künftig zur Werbung für „billige Ramschprodukte“ verwendet werden könnten. Ohne Einverständnis und ohne Bezahlung. Als Beleg postet er die Zeitschriftenseite mit der Leser-Aktion, die im Februar 2017 in der Computer Bild erschienen ist. Unter der Überschrift „Endlich scharf!“ wurde dort über den Systemwechsel von DVB-T auf DVB-T2 informiert. Gleichzeitig verwies der Bericht auf ein besonderes kommerzielles Angebot für Leser: Beim Abschluss eines 24-monatigen HD-TV-Abonnements erhielten sie einen Receiver zum Sonderpreis. Über dem Text sah man in einem großen Fernsehschirm das Bild von Jan Böhmermann beim Moderieren seiner Sendung.

„Endlich scharf“: Doppeldeutigkeit mit aktuellem Bezug

Der Moderator klagte gegen die unerlaubte Verwendung seines Fotos im Zusammenhang mit der Werbung für die Leser-Aktion. Doch während ihm das Landgericht in erster Instanz noch recht gegeben hatte, wies das Oberlandesgericht Köln (Az. 15 U 46/18) die Klage nun ab. Die Richter sahen zwar ebenfalls den werbenden Charakter des Artikels. Ebenso enthalte er jedoch Hintergründe und technische Ratschläge zu einem Thema, das damals für viele Leser interessant gewesen sei. Auch der Titel hätte im Zusammenhang mit Böhmermann Informationsgehalt: Der Moderator gelte seit Veröffentlichung seiner „Schmähkritik“ als „scharfer“ Satiriker. Zusammen mit dem Zusatz „endlich“ lobe die Zeitschrift sowohl die Qualität des Fernsehbildes als auch die von Böhmermanns Arbeit.

OLG: Nur geringer Eingriff in das Persönlichkeitsrecht

Bei seiner Gesamtbewertung berücksichtigen die Richter auch, dass es sich bei dem Foto um ein Standbild aus einer Fernsehsendung handelte. Böhmermann habe sich mit der Aufzeichnung der Show selbst in die Öffentlichkeit begeben. Die Nutzung für den Zeitschriften-Artikel greife deshalb nur gering in sein Persönlichkeitsrecht ein. Das Gericht stellte außerdem heraus, dass nicht der Eindruck entstanden sei, Böhmermann selbst wolle für das Produkt Werbung machen.

Fazit

Das Foto von Jan Böhmermann beim Moderieren seines Magazins darf zur Bebilderung eines Zeitschriftenartikels verwendet werden. Das gilt auch, wenn der Bericht auf eine kommerzielle Werbeaktion hinweist. Obwohl das Oberlandesgericht keine Revision zugelassen hat, will der Moderator nicht nachgeben. Als einzige Möglichkeit bleibt ihm allerdings nur die Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof.

Kommentare  
Yesim Mazmanoglu
0 # Yesim Mazmanoglu 22.03.2019, 08:25 Uhr
Und die Moral von der Geschicht: Wer selber klagt wird auch irgendwann verklagt.
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