Strafbarkeit von Hackern

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Unter dem Begriff Hacker stellt man sich landläufig das personifizierte Böse im World Wide Web vor. Dass die sogenannten Hacker es eigentlich nicht so gerne sehen, permanent mit illegalen Aktionen in Verbindung gebracht zu werden und dass das Eindringen in fremde Computersysteme eigentlich als Cracking bezeichnet wird, soll hier nicht das Thema sein. Das Thema hier lautet Strafrecht im Internet.

Denial of Service Attack

Durch sogenannte Denail of Service Attacken ist es Hackern in letzter Zeit immer wieder gelungen, ganze Server oder komplette Webangebote meist namhafter Anbieter lahm zu legen. Betroffen waren unter anderem Microsoft, Amazon oder Yahoo. Diese Angriffe machen sich meist Schwächen im TCP/IP-Protokoll zunutze, um die Server mit einer Flut von Datenpaketen zu überfluten, die das System wegen Überlaufs der Speichers zum Absturz bringen. Eine Strafbarkeit solcher Angriffe ist bei der momentanen Gesetzeslage meiner Meinung nach schwer zu begründen.

Eine Sachbeschädigung des Servers nach § 303 StGB erscheint problematisch, weil es hierbei an einer körperlichen Einwirkung auf die Sache (den Server) fehlt.

Für diese Fälle wurden eigentlich die §§ 303a, 303b StGB geschaffen. § 303a StGB setzt voraus, dass Daten gelöscht, unterdrückt, unbrauchbar gemacht oder verändert werden. Da die Daten auf dem Server nicht gelöscht, unbrauchbar gemacht oder verändert werden, bleibt allenfalls das Unterdrücken von Daten übrig. Dann muss sich der Vorsatz des Täters aber auch darauf beziehen, dass die auf dem Server gespeicherten Daten vom Berechtigten nicht mehr verwendet werden können. § 303b StGB, die Computersabotage, erfordert, dass der Täter einen Datenverarbeitungsvorgang von wesentlicher Bedeutung stört. Dies kann zum einen durch einen Tat nach § 303a StGB geschehen (was wie gerade dargestellt, schwer zu begründen ist).
Zum anderen kann dies auch durch Zerstören, Beschädigen, unbrauchbar Machen, Beseitigen oder Verändern von Datenträgern oder Datenverarbeitungsanlagen erfolgen. Schon die Erfüllung der Tatbestandsmerkmale ist meiner Meinung nach durch Denial of Service Angriffe nicht gegeben, da weder an Datenträgern noch an Datenverarbeitungsanlagen etwas verändert wird. Man muss hier abwarten, wie die Gerichte bei der Auslegung der Tatbestandsmerkmale vorgehen.
Es drohen aber auch hier unbeschadet der strafrechtlichen Probleme ganz beträchtliche zivilrechtliche Schadensersatzforderungen.

Warez

Als Warez bezeichnet man geknackte Versionen von meist kommerziellen Programmen, bei denen Kopierschutz oder Passwortabfrage entfernt wurden.
Hierbei kommt neben ganz beträchtlichen zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen eine strafrechtliche Verantwortlichkeit gem. § 106 UrhG in Betracht.

Anzeige

Computer-Viren

Beim Einschleusen von Viren in fremde Systeme kommt eine Strafbarkeit nach §§ 303a, 303b StGB in Betracht. Probleme könnten bei der Zurechenbarkeit entstehen, wenn der Nutzer die Viren nicht direkt zugesandt bekommen hat, sondern die Viren selber (etwa in Verbindung mit Programmen aus dem Internet) heruntergeladen hat. Allerdings ist man sich relativ einig darüber, dass ein mitwirkendes Mitverschulden des Verletzten die Zurechenbarkeit nicht unterbricht.

Port Scan

Über die Ports eines Webservers werden Verbindungen zwischen einzelnen Servern oder zwischen Server- und Clientrechnern aufgebaut. Für jeden Dienst im Internet wird ein eigener Port geöffnet (der Port für pop3 ist z.B. Port 110). Ein Port Scan ermöglicht es, zu überprüfen, welche der Ports gerade geöffnet sind um diese offenen Ports gegebenenfalls für einen Angriff auf den Rechner zu nutzen. Soweit ersichtlich, ist der reine Port-Scan mangels einschlägiger Vorschrift nicht strafbar.

Faking

Hierbei wird mit gefälschten Angaben über die eigene Person ein Vertrag mit einem Internet by Call Anbieter abgeschlossen. Das Passwort wird dann von einer Fake-Site im Netz oder durch Registrierungsgeneratoren generiert. Hier kann sich der User entweder gem. § 263a des Computerbetruges oder gem. § 263 StGB wegen Betruges strafbar machen. Wegen des Erfordernisses der Täuschung in § 263 StGB kommt dies nur in Betracht, wenn am Vertragsschluss auf Seiten des Anbieters ein Mensch beteiligt ist. Einen Computer kann man nicht täuschen. Ist der Vertragsschluss nur über EDV erfolgt, greift der Auffangtatbestand des § 263a StGB, der Computerbetrug.

Preaking

Unter dem Begriff Phreaking ist das Knacken von Kreditkartennummern oder Telefonsystemen zu verstehen. Dadurch ist es möglich, auf Kosten anderer zu telefonieren oder Waren zu bestellen, die über die geknackte Kreditkartennummer abgerechnet werden. Wird die Bestellung durch eine EDV-Anlage aufgenommen, kommt eine Strafbarkeit gem. § 263a StGB wegen Computerbetruges in Betracht, werden Mitarbeiter des Unternehmens in den Bestellvorgang eingebunden, kann eine Betrugsstrafbarkeit gem. § 263 StGB vorliegen.

Sie dürfen diesen Beitrag gern verlinken.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.

Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zum Mitgliederbereich

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Live-Webinare mit Rechtsanwalt Siebert

Sie fragen, Rechtsanwalt Siebert antwortet. Aktuelle Themen, umfassend und Schritt für Schritt erklärt: So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Informationen
Support
×
Hier sichern Sie sich Ihren Wissensvorsprung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie

  • Einfache Lösungen zu den Abmahnfallen im Internet
  • Aktuelle Rechtstipps von Rechtsexperte Sören Siebert
  • 3 exklusive Checklisten zum Internetrecht

Wir halten uns an den .

Wir halten uns an den Datenschutz.