Newsletter und E-Mail-Werbung: Double Opt-In ist doch erlaubt

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Wir hatten in der Vergangenheit schon berichtet, dass selbst das bekannte und verbreitete Double-Opt-In Verfahren zu Problemen führen kann. Die Bestätigungs-E-Mails wurden nämlich vor einigen Jahren als unzulässige Werbung eingestuft. Jetzt scheint das damalige Gericht das anders zu sehen.

Bestätigungs-E-Mail als unzulässige Werbung?

Die meisten Händler und Websitebetreiber nutzen das bekannte Double-Opt-In Verfahren, wenn sich ein Kunde für den Newsletter anmeldet. Hat der Kunde auf der Webseite seine E-Mail-Adresse für den Newsletter registriert, bekommt er unmittelbar im Anschluss noch einmal eine Bestätigungs-E-Mail. Erst wenn er diese Bestätigungs-E-Mail bestätigt – zum Beispiel indem er auf den mitgeschickten Link klickt- ist er dann für den Newsletter angemeldet.

Das OLG München urteilte aber 2012, dass diese Bestätigungs-E-Mail bereits unzulässige Werbung seitens des Unternehmers sein kann. Hier können Sie unsere damalige Besprechung der Entscheidung noch einmal nachlesen:
https://www.e-recht24.de/news/marketing-seo/7343-neues-urteil-zum-e-mail-marketing-das-ende-von-double-opt-in.html

Das Urteil blieb aber nicht unkritisiert. Viele Händler waren unsicher, wie sie jetzt überhaupt noch E-Mail-Marketing betreiben könnten.

OLG München schlägt in aktuellem Urteil andere Töne an

Nachdem bereits einige andere Oberlandesgerichte eine andere Meinung vertreten hatten (etwa das OLG Düsseldorf), hat auch das OLG München in einem aktuellen Fall andere Töne angeschlagen:

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In der aktuellen Entscheidung argumentierte das OLG München nun, dass die Bestätigungs-E-Mails wohl doch nicht immer als unzulässige Werbung einzustufen sind (Az. 21 U 4747/15). Das begründete das Gericht damit, dass die bloße Nachfrage in der Bestätigungs-E-Mail nicht unter den Begriff der "Werbung" fällt.

Aber: Der Unternehmer muss den entsprechenden Erstkontakt des Kunden nachweisen. Hier ist wichtig, den DOI Prozess also auch zu dokumentieren.

5 Praxis-Tipps zum Newsletter-Marketing:

1.    Händler können also weiterhin das Double-Opt-In für ihr E-Mail-Marketing einsetzen.

2.    Achten Sie aber darauf, dass Sie für E-Mail-Marketing immer eine Einwilligung ihres Kunden benötigen. Bei Neukunden können Sie diese Einwilligung zum Beispiel durch die Anmeldung für Ihren Newsletter bekommen.

3.    Gestalten Sie Ihre Bestätigungs-E-Mail so, dass Sie darin tatsächlich nur nachfragen, ob der Kunde sich tatsächlich für Ihren Newsletter anmelden will. Verzichten Sie also auf Werbung  in dieser E-Mail.

4.    Sichern Sie auch den Erstkontakt mit dem Kunden. Sie müssen nämlich im Streitfall nachweisen, dass der Kunde durch die Anmeldung zum Newsletter die Bestätigungs-E-Mail quasi angefordert hat.

5.    Vorangekreuzte Newsletteranmeldungen im Bestellformular sollten Sie unbedingt vermeiden.

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Kommentare  
Vivien Pulat
0 # Vivien Pulat 02.12.2017, 11:55 Uhr
ich finde das opt-in verfahren, so wie es allgemein genutzt wird eher fragwürdig, denn man scheint - ohne es zu wissen - zusätzlich zum einverständnis EINES newsletters außerdem zuzustimmen über jahre hinweg einverstanden zu sein, dass man die erlaubnis erteilt hat, dass man von allen und jedem werbung zugesandt bekommen darf. was ja so nicht ist.
beispiel : ist man in einem vertrieb und stimmt dem newsletter für diesen einen vertrieb zu, werden die daten gesammelt. sie werden dann genutzt, um sie zu verkaufen oder wenn der vertrieb dicht macht, wird man gleich neu zugespammt.
wie kann man sich dagegen wehren ?
mich nerven insbesondere die mails, wo man sich nicht mal abmelden kann, wo nicht mal ein impressum zu sehen ist.
und wenn ich ein opt-in anfordere, also einen nachweis, dass ich mich dort angemeldet habe - wenn ich nach langem recherchieren endlich einen ansprechpartner gefunden habe - bekomme ich nur freche antworten.
kann ich auch rechtlich dagegen vorgehen ? wenn ja, wie macht man das ?
freue mich über eine rückmeldung.
vielen dank
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Johny
0 # Johny 19.02.2018, 14:31 Uhr
Na ja, dass Daten weitergegeben werden oder kein Impressum vorhanden ist, hat doch nichts mit dem Opt-in-Verfahren zu tun...
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