eBay: Auktionsabbruch nur zulässig, wenn ein Grund vorliegt?

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Jüngst hat sich das Amtsgericht (AG) Hamm mit der Frage befasst, ob trotz Abbruch einer Auktion auf der Handelsplattform eBay ein Kaufvertrag mit dem Höchstbietenden zustande kommt, wenn der Verkäufer keinen Grund für die Beendigung des Angebots hat.

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Was war geschehen?

Der Beklagte hatte in einer eBay-Auktion den Motor eines PKW vom Typ VW-Golf V GTI zum Kauf angeboten. Der Beklagte beendete das eBay-Angebot, als der Kläger mit 201,00 EUR der Höchstbietender war. Die Lieferung des Motors erfolgte trotz Aufforderung hierzu nicht. Der Kläger trat daraufhin vom Kaufvertrag zurück und verlangte Schadenersatz in Höhe der Differenz zum angeblichen Verkehrswert des Motors in Höhe von 3.000,00 EUR.

Entscheidung des Gerichts

Das AG Hamm entschied in seinem Urteil vom 14.09.2011 (Az.: 17 C 157/11) über den Anspruchsgrund und gab dem Kläger Recht. Der Kaufvertrag mit dem Höchstbietenden komme auch dann zustande, wenn der Verkäufer die Auktion - unabhängig von der verbleibenden Laufzeit des Angebots - abbricht und keinen Grund hierfür hat. Der bloße Entfall des Verkaufswillen sei nicht als ein solcher Grund anzusehen. Der Abbruch der Auktion könne daher zu Schadensersatzverpflichtungen führen. Über die Höhe des Schadenersatzes hat das Gericht noch nicht entschieden, nachdem der Beklagte behauptet hat, dass der Motor lediglich einen Wert von 2.000,— EUR habe.

Fazit:

Das Urteil zeigt, dass der Abbruch von eBay-Angeboten nur dann folgenlos bleibt, wenn ein berechtigter Grund für die Beendigung vorliegt. Als ein solcher kommt z.B. Der Verlust der angebotenen Ware in Betracht. Die in § 9 Nr. 11 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von eBay genannte Rücktrittsmöglichkeit ohne Angabe von Gründen im Zeitraum von mindestens 12 Stunden vor Ende der Auktion spielt hingegen keine Rolle. Verkäufer sollten sich vor dem Einstellen von Ware auf eBay darüber bewusst sein, ob sie einen Artikel wirklich verkaufen möchten und im Zweifel von dem Start einer Auktion Abstand nehmen, um Schadenersatzansprüchen wegen bloßer Meinungsänderung und Beendigung des Angebots zu entgehen.

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