Abmahnungsgefahr: Ist das Nutzen von WhatsApp illegal?

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Ein Urteil in einem Sorgerechtsfall hat die große Gemeinde der WhatsApp-Verwender in Unruhe versetzt. Zum ersten Mal äußert sich ein Gericht ganz konkret zu den juristischen Aspekten der Nutzung des Messengers. Demnach riskieren alle Smartphone-Besitzer mit WhatsApp-Account Abmahnungen, und zwar von sämtlichen Personen, die in ihrer Kontaktliste gespeichert sind.

Gericht fordert Einholen der Zustimmung

Schon beim Installieren fordert die App Zugriff auf das virtuelle Adressbuch. Wer einen Account erstellt, muss außerdem den Nutzungsbedingungen der WhatsApp Inc. zustimmen. Darin heißt es ganz konkret: „Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp- Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können“.

Das Problem: Tatsächlich autorisiert sind Nutzer nur dann, wenn ihnen das schriftliche Einverständnis der Besitzer von sämtlichen gespeicherten Nummern vorliegt.
Genau das hat das Amtsgericht Bad Hersfeld klar gestellt und die Mutter eines elfjährigen Jungen zum Handeln verpflichtet. Um ihren Sohn und sich selbst vor eventuellen Abmahnungen zu schützen, muss die Frau von jedem Kontakt im Telefonspeicher die Zustimmung zur Weitergabe der Daten an WhatsApp einholen.

Hohe Zahl von Abmahnungen eher unwahrscheinlich

Seit Bekanntwerden der Gerichtsentscheidung diskutieren Juristen die Folgen für die 37 Millionen Nutzer des Messengers in Deutschland. Einig ist man sich, dass im privaten Bereich nicht mit einer großen Abmahnwelle zu rechnen ist.

Für Unternehmer könnte das Risiko schon größer sein. Wer die Daten seiner Kunden auf einem Handy mit WhatsApp-Account speichert, gibt damit unter Umständen eine große Zahl von Namen und Telefonnummern an die Facebook-Tochter weiter. Dass sich durch die jetzige Diskussion einige ermutigt sehen, dieses Vorgehen abzumahnen, ist nicht auszuschließen.

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Darüber hinaus hat das Urteil aber vor allem wieder einmal die Aufmerksamkeit auf das Geschäftsverhalten von WhatsApp gelenkt. Und auf die Tatsache, dass das Unternehmen mit der Datenweitergabe das Persönlichkeitsrecht verletzt. Entsprechende Klagen von Verbraucherschutzverbänden haben bisher noch zu keinem endgültigen Urteil geführt.

Praxis-Tipps:

1. Wer sich auch als Privatmensch vor Abmahnungen fürchtet, sollte zunächst einmal herausfinden, welche Kontakte selbst keinen WhatsApp-Account besitzen. In der Praxis sind das wahrscheinlich eher wenige.

2. Sollte ein Bekannter darauf bestehen, seine Nummer nicht an WhatsApp zu übermitteln, hilft zur Zeit nur ein Löschen aus der Telefonliste.

3. Wer eine große Zahl von Kundenkontakten auf dem Handy abspeichert, kann sich vor Abmahnungen schützen, indem er den WhatsApp-Account nur über ein separates Smartphone betreibt.

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Kommentare  
Daniel Mc.
0 # Daniel Mc. 26.03.2018, 10:32 Uhr
Guten Tag,

ich verstehe nicht. Wo liegt da der Vorteil eines zweiten Handys?
Wenn ich einen Kontakt zwecks Kontaktaufnahme etc. etc. abspreichere - landet das doch bei Handy?
Bei MacOS - sobald ich da jemand im Adressbuch speichere, ist das doch überall Synchronisiert?
Ob ich also ein Privates Handy habe und den Kontakt speichere und der nach WA geschickt wird, oder ein geschäftliches - verstehe ich nicht.
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