Amazon-Konto gesperrt: Was tun?

Warum Amazon die Konten von Verkäufern auf dem Portal sperrt und wie Sie Ihren Account wieder entsperren können

Fachlich geprüft von: Rechtsanwalt Sören Siebert Rechtsanwalt Sören Siebert
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein gesperrtes Amazon-Seller-Konto kann schnell die berufliche Existenz bedrohen.
  • Zu einer Kontosperrung kommt es beispielsweise bei mangelhafter Datensicherheit, Kundenunzufriedenheit oder einer Rechtsverletzung.
  • Das Konto wieder entsperren zu lassen, kann zeitaufwendig sein und im schlimmsten Fall rechtliche Schritte erfordern.

Worum geht's?

Für Verkäufer ist es der absolute Super-Gau: Der Amazon-Seller-Account wird gesperrt, Ihre Waren aus dem Verkauf genommen und der Zugriff auf das Konto-Guthaben verwehrt. Darf Amazon Ihr Konto sperren? Welche Gründe gibt es für gesperrte Amazon-Accounts? Und wie können Sie Ihr Konto entsperren? Wir verraten Ihnen mehr dazu.

 

1. Amazon - Handelsriese mit einigen Kritikpunkten

Mehr als die Hälfte des Umsatzes im deutschen Online-Handel führt auf den Handelsriesen Amazon zurück. Allein im Coronajahr 2020 machte die Handelsplattform täglich 31 Millionen Euro Umsatz. Rund 46 Millionen deutsche Kunden shoppen bei Amazon. 

Immer häufiger steht Amazon aber auch in der Kritik. Sei es wegen der problematischen Arbeitsbedingungen, umstrittenen Steuervermeidungspraktiken, dem Vernichten von intakten, retournierten Waren oder mit gesperrten Kundenkonten.

Aber nicht nur Käufer sind davon betroffen, dass Ihr Amazon-Konto gesperrt wurde. Auch Verkäufer kommen oft in die Bredouille, dass Ihr Amazon-Account gesperrt wird und Sie keine Umsätze mehr erwirtschaften können. Dies kann schnell die berufliche Existenz bedrohen.

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2. Amazon-Konto gesperrt: Darf die Plattform das?

Immer öfter kommt es vor, dass Amazon Seller-Accounts auf der Plattform sperrt. Dies ist nicht verboten. Im Rahmen der Vertragsautonomie ergibt sich für B2B-Geschäfte, dass ein Jedermann frei ist, seinen Vertragspartner zu wählen. Amazon muss also nicht jedem Verkäufer die Nutzung seines Marketplaces gestatten.

Meistens rechtfertigt Amazon Sperrungen damit, dass der Verkäufer die gesetzlichen Bestimmungen nicht eingehalten hat oder gegen die Rahmenbedingungen von Amazon verstößt. Der Verbraucherschutz steht für den Handelsriesen an höchster Stelle. 

VORSICHT

Halten Sie als Händler die gesetzlichen Regelungen nicht ein, kann Amazon Ihnen das Konto sperren. Aber auch, wenn es sich dabei um ein Missverständnis handelt, kann es für Händler schwierig sein, ein gesperrtes Amazon-Konto entsperren zu lassen.

3. Welche Gründe gibt es für das Sperren von Amazon-Kontos?

Wurde Ihr Seller-Amazon-Konto gesperrt und Sie wollen es wieder entsperren lassen? Zunächst sollten Sie herausfinden, warum Ihr Amazon-Konto gesperrt wurde. Amazon kann unterschiedliche Gründe für die Sperrung aufführen. Dazu zählen beispielsweise:

  • falsche IP-Adresse
  • mangelhafte Datensicherheit beispielsweise durch Hijacking
  • Betreiben eines Zweitaccounts
  • Verifizierungsprobleme

Die wahrscheinlichsten und häufigsten Gründe haben wir Ihnen in den folgenden Kapiteln aufgelistet.

Rechtsverletzung

Amazon geht rigoros gegen Händler vor, die Rechte verletzen. Dabei können folgende Rechte verletzt worden sein:

Haben Sie beispielsweise keine eigenen Bilder verwendet und für diese fremden Fotos auch keine Rechte, kann Amazon Ihr Seller-Konto sperren. Gleiches gilt, wenn Sie Produkte verkaufen, die als Marke eingetragen sind, dem Markenschutz unterliegen und Sie diese nicht rechtmäßig verkaufen dürfen.

Ist Ihr Händler-Amazon-Konto gesperrt, kann das Große A nicht für die Rechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden, da Amazon direkt gehandelt hat, um weitere Verletzungen abzuwenden. Tut das Unternehmen nichts, haftet es nach § 10 DDG (ehemals TMG) selbst.

Schlechte Verkäuferperformance & Fakebewertungen

Ja, auch eine schlechte Verkaufsleistung kann bei Amazon Grund für ein gesperrtes Konto sein. Amazon ist eine hohe Kundenzufriedenheit sehr wichtig und wenn Sie als Verkäufer schlechte Produktrezensionen erhalten, eine hohe Rücksendequote aufweisen oder zu spät liefern, kann Ihr Amazon-Konto gesperrt werden.

Wussten Sie schon?

Aber nicht nur bei schlechten Bewertungen können Sie von Amazon gesperrt werden. Haben Sie durchweg positive Rezensionen und das überdurchschnittlich viele, kann Amazon davon ausgehen, dass es sich dabei um Fakebewertungen handelt.

Hierbei versteht der Handelsriese keinen Spaß. Meistens wird Ihr Seller-Konto bei Amazon nicht sofort gesperrt, Sie werden allerdings dazu aufgefordert offenzulegen, welche Methoden Sie nutzen, um Bewertungen zu erhalten. Folgendes ist dabei nicht erlaubt:

  • bezahlte Rezensionen oder Bewertungen für die es eine Gegenleistung gibt
  • Nutzung von Drittanbieterdiensten
  • Rezensionen von Freunden und Bekannten

Umleitung zum eigenen Online-Shop

Gängige Praxis, aber dennoch verboten: Auf Produktseiten bei Amazon den Link des eigenen Online-Shops einbauen und dahin verweisen. Dies geschieht oftmals über die Bildergalerie eines Produktes. Händler fügen den Produktbildern zusätzlich einen Flyer mit der Aufforderung im eigenen Online-Shop zu kaufen an.

Verkäufer versuchen auf diese Weise den Verkaufsgebühren aus dem Weg zu gehen und dem Konkurrenzkampf auf Amazon zu entgehen. In diesem Fall können Händler von Amazon gesperrt werden - und zwar sofort. 

4. Mein Amazon-Seller-Konto wurde gesperrt. Was kann ich tun?

Eine Sperre des Amazon-Verkäufer-Kontos bedeutet nicht nur, dass Sie ab sofort keine Umsätze mehr über die Plattform erzielen können. Sie können in der Regel auch nicht mehr auf Ihr Amazon-Guthaben zugreifen. Wurde Ihr Amazon-Konto gesperrt, sollten Sie also schnell handeln.

Amazon eröffnet ein internes Prüfungsverfahren. Unter Ihrem Seller Central Account können Sie einsehen, warum das Prüfungsverfahren gegen Sie eröffnet wurde. Im Rahmen dessen können Sie die Anschuldigungen gegen Sie widerlegen oder einen geeigneten Maßnahmenplan vorlegen, in dem Sie erläutern, wie Sie dafür sorgen, dass es nicht mehr zu diesen “Fehlern” kommen wird.

In Ihrem Maßnahmenplan sollten Sie Ihre folgenden Handlungsschritte begründen und dabei folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Ursache hat zu dem Problem geführt?
  2. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um das Problem zu beheben?
  3. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um zukünftig Probleme zu vermeiden?

Wichtig ist, dass Sie die Lösungsansätze deutlich und präzise erläutern. Beschreiben Sie ganz genau Ihre Maßnahmen und wie Sie vorgehen, um Ihre internen Geschäftsprozesse zu optimieren. Machen Sie deutlich, wie Sie die Probleme in Zukunft vermeiden.

Beachten Sie, dass das Prüfungsverfahren von Amazon nicht dazu dient, Ihre Unschuld zu beteuern. Es dient dazu, Amazon davon zu überzeugen, dass Sie zukünftig keine erneuten Verstöße begehen.

Lehnt die Plattform Ihren Maßnahmenplan ab und hält an der Sperrung fest, können Sie rechtliche Schritte einleiten. Dazu empfehlen wir Ihnen, einen Anwalt für Internetrecht aufzusuchen. Unsere Partnerkanzlei Siebert Lexow steht Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

5. Fazit

Sie sollten sich grundsätzlich an die rechtlichen Bestimmungen und an die Rahmenbedingungen, die Amazon Ihnen als Verkäufer vorgibt, halten. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Amazon-Seller-Konto gar nicht erst gesperrt wird.

Sind Sie dennoch von einer Kontosperrung betroffen, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie unsere Partnerkanzlei Siebert Lexow. Die Anwälte der Kanzlei stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und helfen Ihnen dabei, rechtliche Schritte gegen Amazon durchzusetzen.

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Caroline Schmidt
Caroline Schmidt, B.A.
Legal Writerin & SEO-Redakteurin

Caroline Schmidt hat Medienbildung studiert und ein einjähriges Volontariat in der Online-Redaktion eines Berliner Legal-Tech-Unternehmens absolviert. Sie ist seit über drei Jahren als Legal Writerin tätig und hat in verschiedenen Rechtsbereichen, darunter dem Arbeitsrecht, Schreiberfahrungen gesammelt. Seit 2022 ist sie als Legal Writerin und SEO-Redakteurin Teil des eRecht24-Redaktionsteams.

Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.

Marcel dierks
Habe vor 2 Jahren eine Bestellung für meine Freundin gekauft die wurde auch bezahlt konnte natürlich weiterhin bestellen und jetzt nach dem ich 25 Euro per Guthaben Karte aufgeladen habe kam nach meiner Bestellung die Mail ich wurde gesperrt weil ein Artikel offen wäre ich bin dan im chat gewesen der typ erzählte mir das ihr system einen hänger hatte das der artikel zwar bezahlt wurde aber dort nicht ankam ich soll jetzt nochmal 21,48 bezahlen dan würde mein Amazon Konto wieder entsperrt Nein ich gehe damit zum Anwalt ich zahle doch nicht 2x jetzt liegen 27 Euro auf dem Konto rum und komme nicht dran
4
Steven John ford
Hi mein Problem ist eigentlich dasselbe wie bei dir wie bist Du richtig gegen den vorgegangen kannst du mir das beantworten
3
Sofie
Ich habe oft gehabt das meine Pakete nicht ankamen oder mein Briefkasten unterschrieben haben soll obwohl ich nicht anwesend war .
Nun wurde ich gesperrt ich finde das gemein ich habe nix getan und bin nun sehr enttäuscht ich meldete mich bei Amazon und bekomme nur automatische Antwort was kann ich tun ?

11
Kerstin
Genau das ist mir auch passiert! Die machen ihre Arbeit nicht richtig, und der leidtragende ist der Kunde!
9
K
Das Problem habe ich leider auch. Guthaben ist noch auf dem Konto belomm ich nicht wieder. Meine boten haben oft Pakete draußen vor die Tür geworfen nicht geklingelt und weg waren sie und da ich es nicht immer mit bekam auch meine Pakete
4
Zorri
Mein Amazon Konto ist seit September gesperrt.....angeblich gehackt worden. Mehrere Telefonate führen mich in eine Dauerschleife. Kundendienst anrufen, der sagt Konto ist in Ordnung, gibt es zur Freischaltung frei und dann kommt ein paar Stunden später die Mail, das es unbestimmte Kontobewegungen gab und der Account gesperrt wird. Man solle sich einen neuen Account einrichten. Mit einem neuen Account sind aber alle Bücher, Bestellhistorie n, Filme und das restliche Guthaben weg.....
Warum ist so etwas überhaupt gesetzlich möglich? Bei jedem anderen Internetanbiete r würde ein neues Passwort und neue Bezahldaten reichen. Aber hier wird man aus seinem Konto geworfen und soll sich eine neue Identität zulegen......

10
Moritz
Hi, genau das selbe habe ich auch, nur ist mein Konto schon seit vielen Monaten gesperrt.

Dann melde ich das den Kundenservice und der schaltet es wieder frei. Und dann, wie du sagtest, wird es wieder kurze Zeit später gesperrt, wegen irgendwelcher fremden Aktivitäten im Konto.
Und das habe ich mehrfach durch gemacht! Immer wieder frei geschaltet und wieder gesperrt!!
6 mal ca.

Und auch als Zahlungsmethode darf ich nur noch Kreditkarte verwenden, auch in neuen Accounts, warum auch immer?? Ich hatte davor damit nie irgendwelche Verzüge!

Kann mir dazu jemand Aufklärung geben?
Mit freundlichen Grüßen; Moritz

5
Wolfgang
In meinen Augen ist das Betrug was Amazone hier abzieht! Ich habe auch Filme auf Amazone und mir wurde mein Konto gesperrt weil ich meine Pakete nicht bekam. Bin zu 100 % behindert und immer zu Hause, Pakete kamen nicht an und auch nichts unterschrieben. Laut Post muss Amazone das melden, machen sie aber nicht.

10
Vanny
Hallo also mein Konto wurde gesperrt ich habe erst einmal mit schrecken eine E-Mail bekommen das ich zu oft die A-Z grantie in Anspruch nehme was nicht der fall war und eine Kundenberaterin sagt mir jetzt das es wegen einer Angeblichen offenen Rechnung ist die vor 2 Jahre war, die ich auch bezahlt habe Konto Auszug als beweis und Amazon hat mir den Betrag dann wieder gutgeschrieben, die meinen aber ich hätten eine Lastschrift Wiederspurch gemacht. Ich bin Prime Kunde im Jahres Abo darf Amazon aufgrund eine 2 Jährigen Rechnung mein Konto Sperrren, obwohl ich die Rechnung bezahlt habe und es Amazons fehler war und nicht meiner, weil Sie mir das Geld dann wieder Gutgeschieben haben?
6
JF
# FRIGenau so ein Problem liegt bei mir auch vor, auch wenn es "erst" 6 Wochen sind.Die "ungewöhnlichen Kontobewegungen " werden nicht erläutert, Briefe und Mails nicht beantwortet und am Telefon nur vertröstet....Bin echt hilflos und habe auch keinen Zugang mehr zu Alexa und die damit verbundenen Steuerungen.
7

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