Datenschutz: Behörden warnen vor chinesischen Apps

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Verbraucher in Deutschland können mittlerweile in vielen Läden mit chinesischen Apps bezahlen. Erst kürzlich warnte jedoch der Verfassungsschutz in einem Bericht davor. Denn: Die Apps könnten den Datenschutz und die Privatsphäre der User verletzen. Dieser Warnung schlossen sich jetzt die Datenschutzbehörden in Baden-Württemberg und Hamburg an. Um welche chinesischen Apps geht es? Und warum sind die Daten von Nutzern gefährdet?

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Vor welchen Apps warnen die Behörden?

Der Verfassungsschutz und die Datenschutzbehörden warnen davor, chinesische Bezahl-Apps wie Alipay und Wechat Pay zu verwenden. In Deutschland können User damit zum Beispiel in Läden der Drogeriekette dm sowie bei Rossmann, Müller und Galeria Kaufhof bezahlen. Geschäfte bieten das an, um konsumfreudigen chinesischen Touristen den Einkauf zu erleichtern. Und: Viele deutsche User, die in China im Urlaub waren, verfügen ebenfalls über die Apps. Daneben warnen die Behörden auch vor chinesischen Apps von Anbietern von Leihfarrädern.

Warum sind die Apps datenschutzrechtlich bedenklich?

Die Datenserver von Alibaba (Alipay) und Tencent (Wechat Pay) stehen in China. Das heißt: Staatliche Stellen könnten darauf zugreifen. Dabei könnten sie Nutzerdaten erfassen und diese für das chinesische Sozialkreditsystem zweckentfremden. Das Sozialkreditsystem soll chinesische und ausländische Bürger im Land überwachen und disziplinieren.

Das sei eine massive Gefährdung der Privatsphäre deutscher User, so Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Der baden-württembergische Datenschützer Stefan Brink verweist darauf, dass ausländische Vertragspartner wie Alibaba ihren Kunden nicht offenlegen würden, dass chinesische Behörden darauf zugreifen können.

Darum sind die Daten besonders sensibel

Die in den Bezahl-Apps hinterlegten Daten sind besonders sensibel. Sie verraten nicht nur Details über die finanziellen Verhältnisse der User, sondern geben auch tiefe Einblicke in ihr Berufs- und Privatleben. Nutzer können bei Alipay und Wechat neben der Bezahlfunktion weitere Funktionen wie Essens- und Taxibestellungen nutzen. Daneben lassen die Apps auch berufliche Meetings und Bewerbungsgespräche organisieren.

Fazit

Chinesische Hardware, wie beispielsweise Smartphones von Xiaomi oder Huawei, spricht der Bericht des Verfassungsschutzes nicht an. Der Geheimdienst empfahl China-Reisenden kürzlich jedoch, vor Ort in China nur Reiselaptops und Wegwerf-Handys zu verwenden. Ansonsten könnten die Überwachungsbehörden ebenfalls Daten abgreifen.

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Kommentare  
CS
0 # CS 24.03.2021, 12:34 Uhr
Bei der chinesischen Hardware dürfen auch die „Wireless IP“ Kameras nicht vergessen werden. Diese senden - in der Regel vom Benutzer unbemerkt - nicht nur Konfigurationsdaten wie WLAN-Passwörter unverschlüsselt an chinesische Server, sondern auch das Kamerabild. Das dies eine eklatante Verletzung der Privatsphäre und Verstöße gegen die in Europa geltenden Grundsätze des Datenschutzes darstellt, dürfte außer Frage stehen. Da viele dieser Geräte nur über die ebenfalls aus China stammende Software V380 ohne größeren Aufwand benutzt werden können, bleibt die Frage, ob der Verkauf von Produkten in der EU legal sein kann, wenn diese schon implizit gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen. Besagte Software greift mit üppigen (21) Berechtigungen tief in das System ein und kann schon beinahe als freiwillig installierter Trojaner betrachtet werden.
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