DSGVO: Was ändert sich bei der Sendungsverfolgung?

(10 Bewertungen, 3.80 von 5)

Viele Käufer schätzen den Komfort, von DHL oder anderen Lieferdiensten über den Status einer Sendung informiert zu werden. Ab dem 25. Mai allerdings dürfen Online-Händler E-Mail-Adressen nur noch mit ausdrücklicher Einwilligung der Kunden an Zusteller weitergeben. Was können Shopinhaber tun, um sowohl den Wünschen ihrer Kunden als auch den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden?

Anzeige

Möglichkeit 1: Kundeneinwilligung mittels Opt-In

Im Verlauf des Bestellprozesses wird der Käufer gefragt, ob er mit der Weitergabe seiner E-Mail-Adresse an den Zulieferer einverstanden ist. Stimmt er zu, kann der Zustellservice die Benachrichtigungen über den Verlauf der Sendung wie bisher übernehmen. Das Opt-In muss vom Händler zusätzlich in die Webseite eingebaut werden. Dabei besteht die Gefahr, dass die Abfrage mit dem Hinweis auf die DSGVO auf manche Kunden verunsichernd wirkt.

Möglichkeit 2: Die Sendebenachrichtigung selbst übernehmen

Der Händler erhält vom Zusteller Informationen über den Lieferstatus. Die gibt er dann selbst an den Kunden weiter. Das kann aus Marketingsicht sogar Vorteile haben: Von der Bestellung im Online-Shop bis zur Lieferung an die Haustür werden Kunden kontinuierlich von ihrem Anbieter begleitet. Die dadurch entstandene höhere Kundenbindung ist aber mit einem Mehraufwand verbunden. Rechtlich funktioniert die Lösung dafür einwandfrei, da die E-Mail-Adresse in der Hand des Verkäufers bleibt.

Möglichkeit 3: Einen Dienstleister beauftragen

Anstatt selbst Informationen zwischen Lieferant und Kunden zu übermitteln, kann diese Aufgabe an einen White-Label-Anbieter vergeben werden. Der übernimmt die Kommunikation über den Lieferstatus, tritt aber nicht als eigenes Unternehmen in Erscheinung. Das heißt: Er nutzt die Zugangsdaten des Online-Shops, um beim Lieferdienst den Sendestatus abzufragen. Im Namen des Händlers und über dessen Account informiert er dann den Empfänger. Völlig legitim, denn im Rahmen der DSGVO gilt der White-Label-Anbieter nicht als Dritter, sondern als Unterstützung des Händlers. Für den Kunden ist gar nicht erkennbar, dass ein Anbieter zwischengeschaltet ist. Ein White Label nimmt dem Händler also Arbeit ab, stellt die aber auch in Rechnung.

Möglichkeit 4: Die Recherche dem Kunden überlassen

Bei den großen Lieferdiensten kann der Verlauf einer Sendung auch vom Empfänger im Internet überprüft werden. Dazu ist in der Regel nur die Sendungsnummer erforderlich. Für viele Shops gehört es zum Service, den Kunden per Mail über das Versenden der bestellten Ware zu informieren. Werden noch Track-Nummer und ein Link zur Webseite der Sendungsverfolgung hinzugefügt, kann der Empfänger den Status jederzeit abrufen. In diesem Fall ist es der Käufer, dem zusätzlicher Aufwand entsteht.

Fazit:

Nach der DSGVO dürfen Online-Händler die E-Mail-Adressen ihrer Käufer nicht mehr ohne deren ausdrückliche Zustimmung an Zustelldienste weitergeben. Eine solche Einwilligung muss über ein Opt-In im Bestellverlauf erfolgen. Um den Lieferstatus zu kommunizieren, können Händler aber auch selbst oder über einen White-Label-Anbieter die Sendedaten abfragen und an den Kunden weiterleiten. Ebenso ist es möglich, Käufer per Mail über ihre Tracking-Nummer und die Möglichkeit der Sendungsverfolgung im Internet zu informieren.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Fake Shops: Verbraucherschützer-Kampagne soll Betrug im Online-Handel eindämmen Neu ist das Thema nun wirklich nicht. Aber trotz wiederholter Warnungen der Verbraucherschützer fallen immer noch jedes Jahr rund 100.000 deutsche Internet-Shop...
Weiterlesen...
Online-Shops: Wann darf ein Produkt als „Testsieger“ bezeichnet werden? Werbung und Produktmarketing sind ein unerlässliches Mittel zur Absatzsteigerung. Die Bezeichnung als „Testsieger“ ist dabei sehr effektiv um die Aufmerksamke...
Weiterlesen...
Online-Shops und AGB: Sind 5 Euro Mahngebühren zuviel? Das OLG München hat jüngst darüber entschieden, ob die Erhebung einer Kostenpauschale in Höhe von 5,-- Euro für die Mahnung säumiger Kunden zulässig ist. Dabe...
Weiterlesen...
Marketing: Sind Telefonanrufe zur Kundenzufriedenheit zulässig? Unaufgeforderte Telefonanrufe (cold calls) zu Werbezwecken sind für Verbraucher besonders ärgerlich, Deswegen verbietet das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewe...
Weiterlesen...
eBay: Das ändert sich für Verkäufer eBay arbeitet derzeit daran, seinen Marktplatz vor allem für Verkäufer sicherer und komfortabler zu machen. Gleichzeitig kommen auf sie neue Pflichten zu. Und: ...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details

datenschutz5

Impressumspflicht: 7 wichtige Fragen zum Impressum für Webseiten

Jede Webseite braucht ein Impressum. Gut, nicht jede Seite. Aber geschätzt 90% aller Webseiten und Blogs unterliegen der Impressumspflicht nach TMG, auch Anbieterkennzeichnung genannt. Impressumsverstöße sind seit Jahren einer der Abmahnklassiker im Netz. Dabei ist es gar nicht so schwer, ein vollständiges Impressum zu erstellen und korrekt auf der eigenen Seite einzubinden. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Fehler und Abmahnfallen und sorgen dafür, dass Sie diese Sorge los werden. Weiterlesen »

datenschutz5

DSGVO: Das müssen Webseitenbetreiber und Unternehmer wissen!

Datenschutz ist für alle Webseitenbetreiber, Unternehmer sowie Shopbetreiber und Dienstleister bereits seit Jahren ein wichtiges Thema. Nutzertracking, Kundenbestellungen, E-Mail Kampagnen: überall spielt der Datenschutz eine wesentliche Rolle. 2018 kamen auf alle Unternehmen weitreichende Änderungen zu: Seit dem 25. Mai 2018 gilt die neue EU Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) auch in Deutschland verbindlich. Diese stellt viele Grundsätze des Datenschutzrechts nach dem alten BDSG auf den Kopf. Weiterlesen »

datenschutz5

Cookie-Hinweis und Einwilligung auf Webseiten: Quatsch oder Pflicht?

Viele Seitenbetreiber konfrontieren ihre Besucher mit einem Cookie-Hinweis auf der Webseite. So einfach ist das Thema "Cookies auf Webseiten" aber leider nicht umzusetzen. Brauchen Seitenbetreiber überhaupt einen Cookie Hinweis oder sogar eine Einwilligung? Wenn ja, für alle Cookies? Welche Rolle spielt das aktuelle EuGH-Urteil dabei? Was ist ein Consent Tool? Welche Hinweise müssen dann in der Datenschutzerklärung stehen? Und wie genau sollte der Text für die Cookie Warnung aussehen? Weiterlesen »

datenschutz5

Der Arbeitsrecht-Ratgeber für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Arbeitgeber und Arbeitnehmer stehen durch die Nutzung des Internet vor vielen neuen Fragen: Surfen am Arbeitsplatz, die Haftung des Arbeitgebers für illegale Aktivitäten der Mitarbeiter, Kündigungen wegen privater Internetnutzung, IT-Sicherheit, etc. Darüber hinaus benötigen Themen wie Abmahnung, Arbeitnehmerrechte und Arbeitgeberpflichten immer wieder aufs Neue Klärung um beiden Seiten gerecht zu werden.  Weiterlesen »

datenschutz5

Garantie, Gewährleistung und Produkthaftung: Wo ist der Unterschied

Die Begriffe "Garantie", "Gewährleistung" und "Produkthaftung" spielen für Käufer und Verkäufer eine große Rolle. Allerdings werden die Begriffe immer wieder verwechselt, falsch verstanden oder nicht richtig angewendet. Gerade bei Käufen und Verkäufen im Internet ist es wichtig, den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleitung zu kennen. Hier besteht im Gegensatz zum stationären Handeln oft nicht die Möglichkeit, schnell mal beim Vertragspartner vorbeizugehen und auftretende Probleme zu lösen. Weiterlesen »

datenschutz5

Filesharing Abmahnung: So reagieren Sie richtig!

Wenn Sie eine Abmahnung wegen Filesharing erhalten haben, heißt es Ruhe bewahren! Wichtig: Wenn Sie jetzt richtig und schnell reagieren, können Sie sich hohe Kosten und viel Ärger ersparen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, was hinter einer Filesharing Abmahnung steckt, was Sie jetzt tun müssen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten. Weiterlesen »

Support