Vorsicht Fake: Verbraucherzentrale untersucht Online-Shops

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Bezahlte Ware kommt nie an, Retouren werden nicht zurückerstattet und die Präsenz des angeblichen Händlers verschwindet von heute auf morgen aus dem Internet. Immer wieder landen solche Fälle bei den Verbraucherzentralen. Eine aktuelle Untersuchung der Marktwächter zeigt nun: Das Installieren von Fake-Shops wird immer einfacher. Doch Verbraucher können sich schützen.

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Webseite plötzlich down

Mindestens bis zum 10. Januar werden Einzelhändler im Rahmen des Lockdowns noch geschlossen bleiben. Die Pandemie macht auch solche Menschen zu Online-Shoppern, die bisher wenig im Internet bestellt haben. Die Folge: Allein zwischen März und Mai 2020 gingen bei den Verbraucherzentralen Beschwerden zu rund 460 Webseiten ein. Eine systematische Untersuchung zeigte vor allem eines: Viele Fake-Shops sind nur für kurze Zeit online. Das macht es geprellten Kunden schwer, ihre Rechte durchsetzen.

Mit Schnäppchen angelockt

Tatsächlich konnten die Verbraucherschützer wenige Wochen nach den Beschwerden nur noch 160 der gemeldeten Adressen aufrufen. Die übrigen 300 waren entweder bereits deaktiviert oder wurden vom Betriebssystem wegen Sicherheitslücken blockiert. Die hohe Fluktuation ist für die Experten keine Überraschung. Im Netz seien mittlerweile zahlreiche Baukastensysteme kostenlos verfügbar, mit denen Betrüger im Nu professionell aussehende Shops erstellen könnten. Mit Rabatten von bis zu 80 Prozent locke man dann Schnäppchenjäger an und fordere die Zahlung per Vorkasse. Eine spätere Kontaktaufnahme wegen langer Lieferfristen oder minderwertiger Ware sei oft unmöglich: Die Verkäufer reagierten nicht auf Mails, säßen im Ausland oder hätten gleich falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht.

So erkennen Sie Fake-Shops

Die Verbraucherschützer wollten mit ihrer Untersuchung vor allem eines herausfinden: Gibt es bestimmte Merkmale, an denen Nutzer betrügerische Shops erkennen können? Sie fanden gleich mehrere Anhaltspunkte, allen voran auffällige, limitierte Rabatte von bis zu 80 Prozent. Mit Countdown-Zählern für Top-Produkte oder einer VIP-Mitgliedschaft wurden überzogene Kaufanreize gesetzt. Darüber hinaus fielen die problematischen Seiten häufig durch eine unklare Seitenstruktur auf. Teilweise wechselten Sprache oder Währung im Verlauf des Bestellprozesses. Auch in den AGB gab es ungewöhnliche Klauseln. Oft mussten Kunden lange Lieferfristen akzeptieren, den Kaufpreis aber sofort vollständig begleichen. Auch die Werbung mit frei erfundenen Gütesiegeln und völlig übertriebenen Aussagen zur Kundenzufriedenheit konnten Nutzer misstrauisch werden lassen.

Fazit

Beim Bestellen im Netz lauern nicht nur betrügerische Fake-Shops. Auch Betreiber von tatsächlich existierenden Verkaufsseiten wenden teilweise unfaire Geschäftspraktiken an. Hinhaltetaktiken, schlechte Erreichbarkeit oder die Verpflichtung zur Vorkasse sorgen dafür, dass das Vertrauen in den Online-Handel grundsätzlich leidet. Kunden sollten deshalb Vorsicht walten lassen – vor allem dann, wenn das Angebot eines Shops besonders verlockend zu sein scheint.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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