Vorsicht Fake: Verbraucherzentrale untersucht Online-Shops

(4 Bewertungen, 2.75 von 5)

Bezahlte Ware kommt nie an, Retouren werden nicht zurückerstattet und die Präsenz des angeblichen Händlers verschwindet von heute auf morgen aus dem Internet. Immer wieder landen solche Fälle bei den Verbraucherzentralen. Eine aktuelle Untersuchung der Marktwächter zeigt nun: Das Installieren von Fake-Shops wird immer einfacher. Doch Verbraucher können sich schützen.

Anzeige

Webseite plötzlich down

Mindestens bis zum 10. Januar werden Einzelhändler im Rahmen des Lockdowns noch geschlossen bleiben. Die Pandemie macht auch solche Menschen zu Online-Shoppern, die bisher wenig im Internet bestellt haben. Die Folge: Allein zwischen März und Mai 2020 gingen bei den Verbraucherzentralen Beschwerden zu rund 460 Webseiten ein. Eine systematische Untersuchung zeigte vor allem eines: Viele Fake-Shops sind nur für kurze Zeit online. Das macht es geprellten Kunden schwer, ihre Rechte durchsetzen.

Mit Schnäppchen angelockt

Tatsächlich konnten die Verbraucherschützer wenige Wochen nach den Beschwerden nur noch 160 der gemeldeten Adressen aufrufen. Die übrigen 300 waren entweder bereits deaktiviert oder wurden vom Betriebssystem wegen Sicherheitslücken blockiert. Die hohe Fluktuation ist für die Experten keine Überraschung. Im Netz seien mittlerweile zahlreiche Baukastensysteme kostenlos verfügbar, mit denen Betrüger im Nu professionell aussehende Shops erstellen könnten. Mit Rabatten von bis zu 80 Prozent locke man dann Schnäppchenjäger an und fordere die Zahlung per Vorkasse. Eine spätere Kontaktaufnahme wegen langer Lieferfristen oder minderwertiger Ware sei oft unmöglich: Die Verkäufer reagierten nicht auf Mails, säßen im Ausland oder hätten gleich falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht.

So erkennen Sie Fake-Shops

Die Verbraucherschützer wollten mit ihrer Untersuchung vor allem eines herausfinden: Gibt es bestimmte Merkmale, an denen Nutzer betrügerische Shops erkennen können? Sie fanden gleich mehrere Anhaltspunkte, allen voran auffällige, limitierte Rabatte von bis zu 80 Prozent. Mit Countdown-Zählern für Top-Produkte oder einer VIP-Mitgliedschaft wurden überzogene Kaufanreize gesetzt. Darüber hinaus fielen die problematischen Seiten häufig durch eine unklare Seitenstruktur auf. Teilweise wechselten Sprache oder Währung im Verlauf des Bestellprozesses. Auch in den AGB gab es ungewöhnliche Klauseln. Oft mussten Kunden lange Lieferfristen akzeptieren, den Kaufpreis aber sofort vollständig begleichen. Auch die Werbung mit frei erfundenen Gütesiegeln und völlig übertriebenen Aussagen zur Kundenzufriedenheit konnten Nutzer misstrauisch werden lassen.

Fazit

Beim Bestellen im Netz lauern nicht nur betrügerische Fake-Shops. Auch Betreiber von tatsächlich existierenden Verkaufsseiten wenden teilweise unfaire Geschäftspraktiken an. Hinhaltetaktiken, schlechte Erreichbarkeit oder die Verpflichtung zur Vorkasse sorgen dafür, dass das Vertrauen in den Online-Handel grundsätzlich leidet. Kunden sollten deshalb Vorsicht walten lassen – vor allem dann, wenn das Angebot eines Shops besonders verlockend zu sein scheint.

Anzeige

10000 Buchstaben übrig


Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Retoure: Neue Regelung verärgert Amazon-Verkäufer Was Kunden freuen dürfte, beunruhigt derzeit Marketplace-Händler in den USA: Ab Oktober sollen neue, verbraucherfreundliche Rücksende-Richtlinien gelten, die kl...
Weiterlesen...
Wichtiges EuGH-Urteil: Privatverkäufer oder Unternehmer bei eBay, Amazon & Co. Für Gewerbetreibende auf Online-Plattformen gibt es strenge Regeln. Sie müssen ihren Kunden zahlreiche Informationen zur Verfügung stellen. Vor allem aber sind ...
Weiterlesen...
Ungeliebte Retouren: Kommt bald die verpflichtende Rücksendegebühr? Noch läuft das Weihnachtsgeschäft im Onlinehandel; doch spätestens im Januar werden auch zahlreiche Pakete wieder zurückgehen. Rund 490 Millionen Artikel wurden...
Weiterlesen...
Achtung Händler: Werbung mit „10% auf alles“ kann gefährlich sein Mit Rabattaktionen zu werben zahlt sich für Unternehmer oft gut aus. Kunden lassen sich durch Rabatte und andere Aktionen in die Geschäfte locken. Aber man muss...
Weiterlesen...
E-Commerce: PayPal steigt bei der Facebook-Währung Libra aus Die neue Digitalwährung Libra, die insbesondere durch Facebook als Kryptowährung vorangetrieben wird, verliert mit dem Online-Bezahldienst PayPal einen starken ...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support