Worum geht's?
Verkaufen Sie in Ihrem Onlineshop an Verbraucher, müssen Sie ab dem 19. Juni 2026 eine digitale Widerrufsfunktion zur Verfügung stellen: Den Widerrufsbutton. Für viele Online-Händler, deren Shop auf Shopify beruht, stellt sich die Frage, wie sie den Button technisch realisieren können – denn Shopify selbst stellt zumindest aktuell (noch) keine eigene Lösung bereit. Wir zeigen Ihnen, welche Alternativen Sie haben, worauf Sie bei Drittanbieter-Apps und eigener Formular-Lösung achten sollten – und wie Sie mit der eRecht24-Integration Ihren Shopify-Widerrufsbutton einfach und rechtssicher umsetzen.
1. Ist bei Shopify ein Widerrufsbutton Pflicht?
Das kommt darauf an, an wen Sie in Ihrem Online-Shop verkaufen. Entscheidend ist nicht das Shopsystem, sondern mit wem Sie als Shopbetreiber den Vertrag schließen. Einen Widerrufsbutton brauchen Sie für Ihren Shopify-Shop immer dann, wenn Sie Waren an Verbraucherkunden verkaufen (B2C-Bereich). Richtet sich Ihr Shop ausschließlich an Geschäftskunden (B2B) benötigen Sie die neue digitale Widerrufsfunktion nicht.
Daneben muss für die Produkte, die Sie verkaufen, ein Widerrufsrecht gemäß Fernabsatzrecht bestehen. Dieses greift im Online-Handel aber nicht für jeden Vertragsabschluss. Ausgeschlossen ist das Widerrufsrecht u. a. für:
- Produkte nach Maßanfertigung (z. B. beim Verkauf über einen Etsy-Shop)
- leicht verderbliche Lebensmittel
- geöffnete Hygieneartikel
- entsiegelte Datenträger
- Konzerttickets
Für wen gilt die Pflicht?
Sobald Sie als Unternehmen Verträge mit Verbrauchern im elektronischen Geschäftsverkehr über eine Online-Benutzeroberfläche abschließen, für die ein Widerrufsrecht besteht, müssen Sie ab dem 19. Juni 2026 eine digitale Widerrufsfunktion einrichten. Ob Ihr Shop dabei auf Shopify oder einer anderen Shop-Software beruht, spielt keine Rolle.
Wichtig: Auch wenn er als Widerrufsbutton bezeichnet wird, muss es sich nicht zwingend um einen Button handeln. Die EU-Richtlinie 2023/2673 spricht von einer digitalen Widerrufsfunktion. Entscheidend ist, dass die Lösung im Shop klar von anderen Rechtstexten wie AGB oder Shop-Impressum abgegrenzt wird und sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone schnell und einfach zu finden ist.
2. Bietet Shopify eine eigene Widerrufsbutton-Lösung an?
Nein, zum aktuellen Zeitpunkt (Mai 2026) bietet Shopify keine eigene Lösung für den Widerrufsbutton an. Es bleibt abzuwarten, ob und wann diese kommt.
ACHTUNG
Als Shopbetreiber befreit Sie das derzeitige Fehlen einer Shopify-Lösung nicht davon, dass Sie Verbrauchern ab dem 19. Juni 2026 eine Widerrufsfunktion zur Verfügung stellen müssen. Sie sind selbst für eine rechtssichere, technische Umsetzung verantwortlich.
Und woher bekomme ich den Button dann?
Da Shopify derzeit keine eigene Standardfunktion für den Widerrufsbutton bereitstellt, müssen Sie als Online-Händler selbst prüfen, wie sich die neue Pflicht technisch umsetzen lässt. Sie haben folgende Möglichkeiten:
- App-Lösung
- Formular-Lösung
- eRecht24-Lösung
Egal für welche Lösung Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass Verbraucher ihren Widerruf direkt über Ihre Website erklären können – einfach und ohne unnötige Hürden.
3. Wie kann ich einen Widerrufsbutton in Shopify einbauen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Widerrufsbutton in Ihrem Shopify-Shop zu integrieren: Sie können eine App von einem Drittanbieter nutzen, eine individuelle Formular-Lösung entwickeln oder unseren eRecht24-Widerrufsbutton verwenden.
Möglichkeit 1: Nutzung von Apps
Eine einfache Möglichkeit ist die Nutzung einer App wie EU Widerrufs-Button, die Sie im Shopify App Store finden. Nach dem Download müssen Sie die Grundeinstellungen anpassen, den Widerrufsbutton in Ihrem Shop einbinden und testen, ob alles funktioniert.
So gehen Sie vor:
- Wählen Sie die gewünschte App im Shopify App Store aus und installieren Sie diese.
- Prüfen Sie, ob Sprache und Funktionen zum Shop passen und ob die App kompatibel mit Ihrem Shop ist.
- Öffnen Sie die Einstellungen im Adminbereich und passen Sie die wichtigsten Grundeinstellungen an (z. B. Sprache, Button-Beschriftung, Sichtbarkeit, Bestätigungs-Mail).
- Stellen Sie sicher, dass Kunden ohne Login ins Kundenkonto online Verträge widerrufen können – die Button-Pflicht umfasst auch Gastbestellungen.
- Testen Sie den Ablauf mit einem Probe-Widerruf, bevor Sie die Funktion live schalten.
GUT ZU WISSEN
Die App-Lösung ist einfach, bindet Sie aber auch an einen einzelnen Anbieter. Ob eine App z. B. kostenlos bleibt, können Sie nicht beeinflussen. Sie sollten sich zumindest darauf einstellen, dass langfristig Gebühren für die Einbindung auf Sie zukommen. Auch auf den Funktionsumfang der App haben Sie keinen Einfluss.
Möglichkeit 2: Manuelle Integration im Theme
Für die Formular-Variante benötigen Sie Shopify Forms für das Formular sowie ergänzende Tools für E-Mail und Automatisierung wie Shopify Forms und Flow Mail. Shopify Forms nutzen Sie für das eigentliche Widerrufsformular, Flow Mail für die Bestätigungs-E-Mail des Widerrufs und mit Shopify Flow wird ein automatisierter Workflow im Hintergrund eingerichtet.
So gehen Sie vor:
- Erstellen Sie mit Shopify Forms ein Widerrufsformular mit den wichtigsten Angaben (Name, E-Mail-Adresse, Bestellnummer). Achten Sie dabei auf Datensparsamkeit.
- Nutzen Sie für die Beschriftung der Schaltfläche eine eindeutige Beschriftung wie “Vertrag widerrufen” und binden Sie das Formular in Ihrem Shop ein.
- Anschließend richten Sie eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail ein, beispielsweise über Shopify Flow oder einen externen E-Mail-Dienst. Diese muss der Kunde bekommen, wenn er den Vertrag widerruft.
- Testen Sie den Ablauf vor dem Livegang und stellen Sie sicher, dass vom Absenden des Formulars bis zum Versand der Bestätigungs-E-Mail alles reibungslos funktioniert und der Button korrekt im Shop angezeigt wird.
- Ergänzen Sie abschließend Ihre Widerrufsbelehrung um einen Hinweis und eine Verlinkung zum Widerrufsformular/Button.
PRAXIS-TIPP
Die manuelle Integration des Buttons gibt Ihnen mehr Gestaltungsspielraum und Kontrolle über Design, Aufbau und Ablauf des Widerrufsprozesses, ist aber auch deutlich aufwendiger. Sie benötigen mehrere Apps und müssen einen Workflow entwickeln, der eigentlich nicht für digitale Widerrufe gedacht ist.
Möglichkeit 3: Lösung von eRecht24
Wir von eRecht24 haben für Sie eine Lösung entwickelt, mit der Sie die neue Widerrufsfunktion unkompliziert in Ihren Shopify-Shop als HTML-Code integrieren können. Der Vorteil: Sie bekommen nicht nur den Widerrufsbutton, sondern eine komplette rechtliche Lösung aus einer Hand, inklusive Widerrufsbelehrung, aktueller AGB, Datenschutzerklärung und Updates bei gesetzlichen Änderungen. Der eRecht24 Premium Widerrufsbutton ist in all unseren Tarifen ab Basic inklusive, Widerrufsbelehrung und AGB sind ab Business inkludiert.
So funktioniert die Einbindung:
- Sie konfigurieren den Widerrufsbutton über den Projektmanager in Ihrem eRecht24 Premium-Account.
- Sie erhalten einen HTML-Code, den Sie in Ihrem Shop einbinden können.
- In Ihrem persönlichen Widerrufsbutton-Manager finden Sie alle eingegangenen Widerrufe und den aktuellen Bearbeitungsstand der einzelnen Fälle.
- Ihre Kunden können den Vertrag bequem widerrufen – und Sie haben dank der integrierten Lösung weniger Support- und Verwaltungsaufwand.
4. Checkliste: Die Anforderungen muss Ihr Widerrufsbutton erfüllen
Wie der Widerrufsbutton allgemein aussehen muss und welche Vorgaben Sie dabei umsetzen müssen, lesen Sie ausführlich in unserem Artikel zum Widerrufsbutton. Die folgende Checkliste zeigt Ihnen die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Klare Bezeichnung: Beschriften Sie die Widerrufsmöglichkeit eindeutig, etwa mit “Vertrag widerrufen”. „Kontakt“ oder „Serviceanfrage“ reichen nicht aus.
- Zulässige Formate: Es muss nicht zwingend ein Button sein – nach aktuellem Stand ist auch ein Link ausreichend, solange dieser gut lesbar und eindeutig beschriftet ist.
- Sichtbarkeit: Heben Sie die Funktion optisch hervor, damit sie ohne Schwierigkeiten erkennbar ist (z. B. farblich, durch ausreichende Kontraste oder eine Umrahmung).
- Platzierung: Platzieren Sie den Button bzw. die Widerrufsfunktion gut sichtbar im Footer Ihres Shopify-Shops. Er darf nicht durch Pop-Ups verdeckt werden.
- Verfügbarkeit: Link oder Button müssen während der gesamten Widerrufsfrist dauerhaft erreichbar sein und per Klick direkt zur Widerrufsfunktion führen.
- Zugänglichkeit: Kunden müssen den Vertrag widerrufen können, ohne sich zuvor in einem Kundenkonto einzuloggen. Sie können ihn dort aber zusätzlich platzieren.
- Identifikation des Vertrags: Sobald der Kunde auf die Widerrufsfunktion klickt, erfolgt eine Weiterleitung zum Widerrufsformular. Auf dieser Seite müssen Verbraucher ihren Vertrag eindeutig zuordnen können (z. B. über Bestellnummer oder E-Mail-Adresse).
- Bestätigung des Widerrufs: Der finale Widerruf wird erst durch den Klick auf einen zweiten Button („Widerruf bestätigen”) ausgelöst und abgesendet.
- Automatische Eingangsbestätigung: Bestätigen Sie Ihrem Kunden den Eingang des Widerrufs umgehend per E-Mail mit Datum und Uhrzeit.
5. Was passiert, wenn ich keinen Widerrufsbutton habe?
Wenn Sie zum 19. Juni 2026 keinen Widerrufsbutton bzw. einen eindeutigen Widerrufslink in Ihrem Shopify-Shop haben, kann Ihnen eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung drohen.
Gehen Sie also kein Risiko ein und kümmern Sie sich fristgerecht um eine ordnungsgemäße Umsetzung – das gehört leider zu den Informationspflichten für Online-Shops. Wir von eRecht24 unterstützen Sie mit unserer Widerrufsbutton-Lösung für Ihren Shopify-Shop.
Vergessen Sie bitte nicht, auch Ihre Rechtstexte entsprechend anzupassen: Ab dem 19. Juni 2026 gehört ein Hinweis auf die neue Widerrufsfunktion in Ihre Widerrufsbelehrung. Sie können dafür gern den eRecht24 Premium Widerrufsbelehrungs-Generator nutzen. Dieser wurde bereits geupdatet.
Sollten Sie ein Drittanbieter-Tool nutzen – z. B. eine App, mit der Sie den Button integrieren – müssen Sie dieses Tool außerdem in Ihre Datenschutzerklärung aufnehmen.
6. FAQ: Häufige Fragen zum Widerrufsbutton auf Shopify
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