Lösegeld verweigert: Hacker veröffentlichen Kundendaten von Energieversorger

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Rund 100.000 Haushalte in ganz Deutschland könnten in diesen Tagen Mails von Cyber-Erpressern erhalten. Wie die Technischen Werke Ludwigshafen TWL mitteilten, ist das Unternehmen Opfer eines Malware-Angriffs geworden. Die Täter erbeuteten 500 Gigabyte an Daten und fordern ein Lösegeld in zweistelliger Millionenhöhe. Nachdem TWL nicht zahlt, sind bereits erste Kundendaten im Netz aufgetaucht.

Stromversorgung zu keiner Zeit gefährdet

Bereits im Februar müsse die Mail mit dem gefährlichen Malware-Anhang von einem Mitarbeiter geöffnet worden sein, so die TWL. Zu diesem Zeitpunkt sei die hauseigene IT gerade damit beschäftigt gewesen, umfassende Maßnahmen zur Erhöhung der Netzwerksicherheit durchzuführen. Dennoch konnte sich der Schädling im System ausbreiten. Am 20. April stellte das Unternehmen dann fest, dass massenhaft Daten von einem Server ausgelesen wurden. Der Energieversorger habe vorschriftsgemäß reagiert, heißt es: Neben den Cybercrime-Dezernaten von Kripo und LKA wurden auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die rheinland-pfälzische Datenschutzaufsicht informiert. Obwohl der betroffene Server sofort abgeschaltet wurde, hätten die Hacker 500 Gigabyte an Daten erbeuten können.

Keine Geschäfte mit Kriminellen

Dass die Täter sich nicht mit den ausgelesenen Informationen zufriedengeben wollten, zeigte sich erst zehn Tage später. Am 30. April forderten sie ein Lösegeld in zweistelliger Millionenhöhe. Im Gegenzug drohten sie mit der Veröffentlichung der Daten von Kunden und Mitarbeitern. In Absprache mit den Behörden entschieden sich die Verantwortlichen der TWL, nicht zu zahlen. Man hätte damit nur kriminelle Nachahmer zu ähnlichen Erpressungen ermutigt, so das Unternehmen. Darüber hinaus folge in solchen Fällen oft nach der Zahlung gleich die nächste Geldforderung.

Erpresser schreiben Kunden an

Inzwischen haben mehrere Abnehmer E-Mails von den Tätern erhalten. Darin werfen die Cyberkriminellen dem pfälzischen Versorger mangelnde Kooperationsbereitschaft vor und üben so weiteren Druck auf das Unternehmen aus. Gleichzeitig sind die ersten Daten von TWL-Kunden im Darknet aufgetaucht. Erbeutet wurden angeblich Namen, Adressen und Kontodaten. Die Technischen Werke Ludwigshafen haben die Betroffenen um Entschuldigung gebeten und ihr Bedauern ausgedrückt. Man wisse um den Ernst der Lage und arbeite weiterhin eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Das kriminelle Vorgehen mit einer Lösegeldzahlung zu unterstützen, sei jedoch nicht geplant.

Fazit

Die TWL will in den kommenden Tagen persönlich mit den Opfern des Datendiebstahls Kontakt aufnehmen. Sämtliche Kunden sind schon jetzt dazu aufgerufen, ihre Konten besonders aufmerksam zu beobachten und im Zweifel mit der Bank Kontakt aufzunehmen. Die Passwörter des TWL-Zugangs sollten außerdem umgehend geändert werden. Besondere Vorsicht gelte derzeit auch beim Eingang verdächtiger E-Mails. Vor allem deren Anhänge dürften auf keinen Fall geöffnet werden.

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