Fotolia: Abmahnung trotz Urhebernennung im Impressum

(15 Bewertungen, 4.13 von 5)

Die korrekte Kennzeichnung von Fotos ist leider ein Dauerbrenner. Bei den aktuellen Abmahnungen geht es um Bilder von fotolia. Fotolia schreibt, es genügt wenn der Fotograf im Impressum benannt wird. Einige Fotografen, die Ihre Bilder über Fotolia anbieten sehen das aber anders und lassen Fotolia-Kunden kostenpflichtig abmahnen.

Abmahnung trotz Fotolia-Lizenz und Quellenangabe? 

Einige Fotografen, die ihre Bilder über fotolia.de anbieten sind der Auffassung, die Kennzeichnung mit dem Namen des Fotografen muss direkt am Bild erfolgen. Dazu mahnt die Kanzlei Pixel.Law aktuell im Namen von Fotografen ab, die diese Kennzeichnung nicht direkt an den Bildern vornehmen. Die geforderte Kosten für Abmahnung und Lizenzschaden betragen ca. 1250 Euro.

Wichtig:

Die aktuelle Abmahnung hat nichts mit der Kennzeichnung „© fotolia“ zu tun. Hier geht es um die Benennung des Urhebers, also des Fotografen.

Wer hat Recht?

Das ist schwer zu sagen. Das deutsche Urheberrecht geht davon aus, dass die Kennzeichnung "in unmittelbarem Zusammenhang zum Werk" erfolgen muss. Was das genau für die Kennzeichnung auf Webseiten bedeutet ist aber bisher nicht verbindlich durch die Gerichte entschieden.

Andererseits wissen die Fotografen, dass Fotolia vereinbart, dass die Urheberkennzeichnung auf den Impressums-Seiten der Nutzer genügt. Hieraus könnte man im Falle einer Abmahnung eventuell einen Missbrauchsvorwurf konstruieren. Meiner Einschätzung nach ist aber völlig offen, wie die Gerichte hier entscheiden werden.

Was können Sie als Webseitenbetreiber tun?

1. Sie kalkulieren das Risiko einer Abmahnung ein, verfolgen die Entwicklung der Rechtsprechung dazu und tun erst einmal nichts.

2. Sie nehmen den Aufwand und die Kosten einer Anpassung Ihrer Website, des Shops und des CMS in Kauf, um diese Angaben direkt am Bild dazustellen.

Kommentare  
TG
+4 # TG 14.06.2016, 10:14 Uhr
Ich kann diese Kennzeichnung am Bild nicht nachvollziehen. Man muss vielleicht zwischen Print und Web unterscheiden. Bei Print mag es unter Umständen noch gehen, doch welcher Web-Designer sollte denn ein Interesse haben, Bildmaterialien von Fotolia zu verwenden, wenn neben oder gar im Bild Fotograf und am besten gar noch der Name des Bildes eingebunden werden soll? Wie soll das bei Fotomontagen gehen, die mehrere Elemente aus Fotolia verwenden? Milieubilder, Header, Background, Templates etc. alles mit Fußnoten? Das ist doch praxisfern.
Nein danke, dann lieber einen Fotografen engagieren und die Rechte bei mir haben. Pech für die Fotografen, die auf Fotolia verkaufen wollen.
Diese Abmahnpraxis ist geschäftsschädigend sowohl für Käufer, wie auch Verkäufer auf solchen Fotoplattformen.

Im Impressum hingegen, habe ich beste Möglichkeiten - wenn es sein muss, für jede Seite - einen ausführlichen Hinweis zum Fotoportal, Fotograf, Foto und Link zu hinterlassen. Marketingtechnisch doch ein prominenter Platz. Und, seien wir doch mal ehrlich, es ist für einen Interessierten doch einfacher einem Link zu folgen, als mit der Lupe die Winzschrift auf einem Bild zu entziffern, um dann unter Umständen einen kryptischen Künstlernamen zu erkennen, ohne zu wissen, wo er oder sie seine/ihre Fotos zum Download anbietet.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Rechtsanwalt Sören Siebert
+2 # Rechtsanwalt Sören Siebert 14.06.2016, 10:20 Uhr
Nachvollziehen können das die wenigsten. Wenn das Urheberrecht aber sagt, "Kennzeichnung am Werk", was sollen die Gerichte dann dazu sagen?

Und "praxisfern" war noch nie ein Argument für Gerichte. Es ist auch praxisfern, in Berlin Mitte Fußgänerampeln auf rot zu schalten und zu hoffen, dass dann keine Fußgänger mehr auf die Straße laufen. Wird man erwischt, muss man aber trotzdem zahlen.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Ein Nutzer
0 # Ein Nutzer 11.12.2017, 22:50 Uhr
Vielleicht sollte man Fotolia haftbar machen, da hier falsch beworben wurde. Ich sehe es mal so, Fotolia hat einen Vertrag mit den Fotografen und verkauft die Rechte weiter. Sind dort falsche Angaben gemacht worden, dann liegt an dieser Stelle ein Vertragsbruch mit den Kunden vor, wofür Fotolia haftbar zu machen wäre.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
M. Goldbeck
0 # M. Goldbeck 27.12.2017, 14:08 Uhr
Ich habe an dieser Stelle eine Frage zu den Bilder von Adobe Stock, die soweit ich weiß, ja den Bilderpool von Fotolia nutzen.

Dort steht eindeutig unter den Vereinbarungen (5.2) für Bildanbieter, dass die Käufer den Namen nennen können, aber dieses nicht müssen. Wenn ein Fotograf seine Bilder über Adobe Stock vertreibt, dann ist er doch auch mit der Vereinbarung einverstanden, oder sehe ich das falsch? Wäre ich als Nutzer von Adobe Stock somit nicht vor Abmahnungen geschützt?

https://helpx.adobe.com/de/stock/contributor/help/content-usage.html

Anbietervereinbarung:
http://www.adobe.com/content/dam/acom/en/legal/servicetou/Adobe_Stock_Contributor_Agreement-en_US-20160721_1200.pdf
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Rechtsanwalt Sören Siebert
0 # Rechtsanwalt Sören Siebert 29.12.2017, 13:54 Uhr
[quote name="M. Goldbeck"]Wenn ein Fotograf seine Bilder über Adobe Stock vertreibt, dann ist er doch auch mit der Vereinbarung einverstanden, oder sehe ich das falsch?/quote]

So kann man argumentieren. Das betrifft die Möglichkeit des Abgemahnten gegenüber dem Abmahner. Diese Frage wurde aber in diesem Fall nicht gerichtlich geklärt.

Die 2. Frage ist, hat man als Abgemahnter Ansprüche gegenüber fotolia/adobe, da man sich als Nutzer ja an deren Vorgaben gehalten hat. Hier hat fotolia in Nr.7 eine Haftunsgfreistellung definiert:
de.fotolia.com/Info/Agreements/StandardLicense
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
S.Werner
0 # S.Werner 03.02.2018, 21:00 Uhr
Angabe der Urheber bei iStockphotos:
istockphoto.com unterscheidet schon ab der Standardlizenz zwischen der Nutzung von kommerziellen und redaktionellen Zwecken.
Dabei ist lt. istockphoto.com bei Nutzung von Bilder in kommerziellen Zwecken (z.B.Webseite) die Angabe des Urhebers nicht erforderlich.
Dies ist nur bei Inhalte für redaktionelle Zwecke erforderlich.
(Kapitel 7. Geistige Eigentumsrechte)

iStock übernimmt die folgenden Gewährleistungen:
(siehe Kapitel 9. Gewährleistung)
iStock bestätigt damit nochmals, dass bei sachgemäßer Nutzung der Bilder keine Urheberrechte verletzt werden.
Vermutlich hat iStock das mit den Urhebern geklärt, eine Erklärung dafür steht aber nicht zur Verfügung.

https://www.istockphoto.com/de/legal/license-agreement
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Wolfram
0 # Wolfram 03.05.2018, 10:55 Uhr
zitiere S.Werner:

Dabei ist lt. istockphoto.com bei Nutzung von Bilder in kommerziellen Zwecken (z.B.Webseite) die Angabe des Urhebers nicht erforderlich.
Dies ist nur bei Inhalte für redaktionelle Zwecke erforderlich.


Aber wer sagt, dass eine kommerzielle Website nicht auch redaktionelle Inhalte haben kann? Was ist dann?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Wolfram
0 # Wolfram 03.05.2018, 11:09 Uhr
Ok, ich beantworte es mir selbst: https://www.anwalt.de/rechtstipps/fotorecht-wann-liegt-eine-redaktionelle-nutzung-vor_097542.html

Wenn die Website Geld verdienen oder zu Geschäftsabschlüssen dienen soll, ist von einer kommerziellen Nutzung auszugehen. Kommerziell schlägt dan redaktionell.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Veröffentlichung von Abmahnschreiben im Internet Gerade in der Blogger-Szene ist es ein sehr beliebtes Mittel, sich über eigene Erfahrungen mit anderen Bloggern auszutauschen. Gerade bei juristischen Fragestel...
Weiterlesen...
Spielzeug in Online Shops: Reicht eine Kennzeichnung mit „Sicherheitshinweis“ aus? Spielzeug ist dazu da, um Kleinkindern Freude zu bereiten. Doch nicht jedes Spielzeug ist unbedenklich. Oftmals können sich Kinder an spitzen Ecken oder Kante...
Weiterlesen...
PayPal: Bald Kauf auf Rechnung möglich Durch die Beteiligung von PayPal an Billsafe soll es künftig möglich sein, Onlinekäufe per Rechnung abzuwickeln. Dies soll vor allem für kleine und mittlere Int...
Weiterlesen...
Kunden und Online-Händler aufgepasst: Wichtige Neuregelungen durch neue EU-Verbraucherrichtlinie Das EU-Parlament hat wichtige Änderungen für Online-Händler und Kunden beschlossen: Unter anderem soll die so genannte „Button-Lösung“ für kostenpflichtige Dien...
Weiterlesen...
Abmahnung im Markenrecht: Ist ein Patentanwalt erforderlich? Markenrechtsverletzungen kommen im Internet regelmäßig vor. Abmahnungen im Markenrecht sind - nicht zuletzt wegen der Beteiligung von Patentanwälten - sehr te...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details