Ratgeber Facebook Shops: Das müssen Sie als Händler beachten

(12 Bewertungen, 3.67 von 5)

Worum geht's?

Auch über Facebook kann man seit einiger Zeit verkaufen. Wobei die „Facebook Shops“ eigentlich gar keine echten Online Shops sind. Lediglich die Produkte werden dort dargestellt, für die Abwicklung der Bestellung und die Zahlung wird dann auf einen richtigen Online Shop verwiesen. Wir zeigen die rechtlichen Fallstricke beim Verkaufen über Facebook.

Anzeige

Wer ist verantwortlich für die rechtlichen Fragen?

Wie bei anderen Plattformen über die verkauft werden kann (etwa eBay oder Amazon) auch ist Facebook als Plattformbetreiber nicht verantwortlich für die Inhalte der Shops. Jeder Shopbetreiber auf Facebook ist selbst verantwortlich dafür, dass er sich beim Anbieten von Waren oder Dienstleistungen an die gesetzlichen Regelungen hält.

Ist der Facebook Shop ein echter Shop?

Nein. "Facebook Shops" sind eigentlich nur eine Art Produktdarstellung auf Facebook:

 

Facebook Shop Warenkorb

 

Die Kaufprozesse selbst bzw. die Abwicklung und Zahlungsprozesse finden nicht auf Facebook statt, sondern auf dem dahinter liegenden Online Shop. Es gibt allerdings verschiedene Möglichkeiten, wie es in einem Facebook-Shop zum Vertragsschluss kommen kann.

Wenn es zu Rechtsverstößen kommt, kann also der Betreiber des Shops für Fehler bei Widerruf, AGB, Preisen oder Versandangaben abgemahnt werden.

Wie funktioniert der Vertragsschluss in Facebook Shops?

Der Button auf Facebook lautet „Kaufbestätigung auf Webseite ausführen“.

 

Facebook Shop Button

 

Das erste Problem ist schon, dass diese Bezeichnung nicht der Buttonlösung entspricht, die eine eindeutige Bezeichnung wie „Kaufen“ oder „Kostenpflichtig bestellen“ fordert.

Das zweite Problem - es gibt 3 Varianten, wie es zum Vertragsschluss kommt:

1. Der Kunde landet nach dem Klick auf dem Button auf einer Produktseite des Webshops.

Hier ist noch kein Vertrag geschlossen.

2. Das Produkt liegt nach den Klick im Warenkorb des Shops.

Auch hier ist noch kein Vertrag geschlossen.

3. Das Produkt wurde direkt durch Klick auf den Button gekauft, es müssen aber noch
Kontakt- oder Zahlungsinformationen angegeben werden.

In diesem Fall kann – je nach AGB Gestaltung – bereits ein Vertrag zustande gekommen sein.

Das Problem in der 3. Konstellation ist, dass alle wesentlichen Vertragsinformationen (AGB, Widerruf usw.) fehlen. Diese müssen dem Kunden ja bereits vor Vertragsschluss angezeigt werden. Verkäufer und Dienstleister sollten den Shop also möglichst so umsetzen, dass der Vertragsschluss erst im eigenen Shop zustande kommt und dort alle Pflichtinformationen, AGB und Widerrufstexte korrekt einbinden.

Praxis-Tipp: Auch für Facebook Shops benötigen Sie AGB und Widerrufstext. Sichern Sie Ihren Shop noch heute ab.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

 Welche rechtlichen Vorgaben müssen Verkäufer bei Facebook-Shops beachten?

AGB

Auch für den Verkauf über Facebook Shops benötigen Sie AGB. Vor allem die Punkte des Vertragsschlusses (siehe oben) müssen dort gesondert geregelt werden.

Widerrufsbelehrung

Auch bei Bestellungen über Facebooks Shops haben Kunden ein Widerrufsrecht, über das sie informiert werden müssen.

Impressum

Sowohl im eigentlichen Shop als auch bei Facebook benötigen Sie als Verkäufer oder Dienstleister ein rechtssicheres Impressum.

Datenschutzerklärung

In Ihrem „echten“ Online Shop müssen Sie eine vollständige Datenschutzerklärung einbinden.

Preisangaben

Alles preise müssen inklusive Mehrwertsteuer (bzw. korrekt Umsatzstsuer) dargestellt werden. Nicht nur im eigentlichen Webshosp, sodnern auch auf Facebook.

Versandkosten

Alle Preise müssen die Versandkosten darstellen oder zumindest einen link auf eine Seite mit einer Versandkostenübersicht.

Warenspezifische Kennzeichnungspflichten

Wie bei jedem Shop gibt es zahlreiche besondere Kennzeichnungspflichten, je nachdem was genau Sie verlaufen: Energieverbrauch, Elektrogesetz, Textilangaben, besondere Angaben bei Lebensmitteln usw.

Buttonlösung

Auch alle Vorgaben der Buttonlösung (also die Bezeichnung des „Kaufen“ Buttons und die Umsetzung des eigentlichen Kaufprozesses) müssen in Ihrem Shop korrekt eingebunden sein.

Praxis Tipps für Facebook Shops:

1. Die meisten „Facebook Shops“ sind keine echten Shops, sondern verweisen auf einen dahinter liegenden Online Shop. Hier haben Verkäufer und Dienstleister dann für 2 Punkte Sorge zu tragen: Die Darstellung auf den Facebook Seiten und die Darstellung im eigenen Shop.

2. Verantwortlich für die korrekte Umsetzung aller rechtlichen Vorgaben ist immer der Shopsbetreiber, nicht Facebook.

3. Auch für Facebook-Shops benötigen Sie AGB, Widerrufstexte usw. Diese finden Sie bei Interesse hier: https://shop.e-recht24.de/agb-pakete/

 

Anzeige
Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.

Sebastian
Wenn kein Webshop vorhanden ist und ich dennoch Produkte anbieten möchte (Beispiel für Click&Collect) Darf ich die funktion dann benutzen? Oder ist das Rechtlich wieder problematisch.
-1
Heike Amthor
Ich biete Dienstleistunge n an. Neuerdings darf ich das nicht mehr im Facebook-Shop meiner Seite tun. Ich bekomme eine Meldung mit dem Hinweis "Richtlinienvers töße:Dienstl eistunge n dürfen nicht in Kleinanzeigen angeboten werden." Also habe ich die Bezeichnung in "Gutschein für..." geändert, prompt darf auch das nicht mehr sein. Der Witz ist, ich biete verschiedene Dienstleistunge n an. Hundephysiother apie als Befund und Erstbehandlung (wird nicht moniert), Hundephysiother apie als Folgebehandlung (wird abgelehnt), Aromamassage und andere Massagen (wird nicht beanstandet) Lymphdrainage (wird abgelehnt). U.s.w. Ursprünglich hatte ich den Vermerk "Gutschein für..." nirgends verwendet, da wurde nur die Hundephysiother apie abgelehnt, nun auch die Lymphdrainage. Vorschläge, warum? Vielen Dank!.
-2
tom
Sie möchten also an allen rechten und pflichten vorbei, keinerlei bezug auf nichts... kurz und knapp scharz verkaufen?
3
Franziska
Hallo,wie sieht es aus, wenn man über ein externes Tool (Mypresta) einen Facebook-Shop anlegt, in dem die Preisangaben verborgen werden können? Ist das rechtlich in Ordnung? (Der User wird in unserem Fall dann über die Website auf Händlerseite n geleitet, auf denen er die Preise findet).Danke!
1
Ronald G.
wir möchten gerne Lebensmittel anbieten, allerdings können wir keinen Preis pro 100 /g eingeben. Das sollte in der Aussenansicht der Werbung ja eigentlich auch schon erfolgen. Haben Sie da einen Tipp wie man es dennoch umsetzen kann?
2
Müge Abacioglu
Was passiert, wenn man die Waren wirklich nur über Facebook vertreibt.Also keine AGB`S, keine Preisinformatio nen, kein hinterlegter Online-shop-Link.Also Anfrage nach dem Preis per Kommentar, weiterer Austausch von Adresse für den Versand per Privat Facebook Messenger Nachricht? Danke
4
Andrea Jülich
Ich bin nicht so ganz schlau geworden, ob es nun rechtswidrig ist, wenn man Option 1 wählt, also die Option, dass Der Kunde einfach nur auf die eigene Produktseite geleitet wird, ohne dass irgendetwas bererits im Warenkrb liegt. Ist diese Option rechtlich gesehen unproblematisch ? Man kann bei Facebook ja weder Grundpreiseinhe iten noch "inkl. MwSt. zzgl Versand" etc bei den Produkten darstellen, und ich bin mir unsicher, ob es ausrecht, all diese Infos auf den eigenen Produkt- und Shopseiten aufzuführen.
5
Tom
Mir ist noch immer nicht ganz klar welcher Hinweis auf dem Button stehen *muss* oder darf. Ist es rechtlich unbedenklich wenn der Button mit *zum Shop*, *zum Onlineshop* oder vllt. *zur Bestellung" beschriftet ist?
6
Franz Kaindl
Wenn ich dass richtig verstehe, muss ich bei Facebook gar keine AGB's, Datenschutzerkl ärung etc. einbinden, solange ich dort nur Werbung für meinen Onlineshop mache und per Button auf diesen verlinke ?(Dort sind selbstverständlich sämtliche Rechtsvorschrif ten vorhanden)
4
Sabine
Wie ist es mit Seiten, auf welchen Affiliate Partner die Ware eines Shops einstellen? Was muss da beachtet werden? Datenschutz auch? Was noch und wie ist es überhaupt mit diesen Seiten. Da werden Interessenten ja immer nach dem anklicken zum "echten Shop weiter geleitet?
1
Rechtsanwalt Sören Siebert
Das kommt darauf an wo der Verkauf stattfindet. Der Facebook Shop verweist ja fast immer in einen eigenen "echten" Shop. Und da können Sie dann AGB, Widerruf usw. einbinden.
3
Fenzl
Natürlich sollte man die AGBs auch bei einem Facebook Shop einbinden... nur wo? Facebook bietet hierfür eigentlich keine Möglichkeit
4

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Website, Facebook, Marketing & Co: Als Existenzgründer rechtssicher im Netz
Weiterlesen...
Domains und Gattungsbegriffe
Weiterlesen...
E-Mails an Warenkorb-Abbrecher: Sind Erinnerungs-Mails rechtlich erlaubt?
Weiterlesen...
Pflichtangaben für Dienstleister: Was Sie zur DL-InfoV wissen müssen, um Abmahnungen zu vermeiden
Weiterlesen...
Facebook-Marketing: So nutzen Sie Facebook-Pages rechtssicher für Ihr Unternehmen
Weiterlesen...
Internationales Privatrecht und Vertragsrecht
Weiterlesen...
Werbung: Wann ist die Bezeichnung „Sachverständiger“ erlaubt?
Weiterlesen...
Ratgeber Verkaufsplattformen: Was Händler zu Yatego, DaWanda, Etsy und Hood wissen sollten
Weiterlesen...
So gestalten Sie Ihren Onlineshop rechtssicher im Jahr 2022
Weiterlesen...
Versand nach Österreich: Verpackungsverordnung gilt auch für Händler in Deutschland
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support