Gesichtserkennung: Facebook zahlt 650 Millionen Dollar an US-Kläger

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Nach jahrelangen Verhandlungen haben rund 1,6 Millionen Facebook-Nutzer einen Vergleich mit dem Konzern erzielt. Im Rahmen der Sammelklage erhält jeder einzelne von ihnen nun eine Entschädigung von mindestens 345 US-Dollar. Bereits im Jahr 2011 hatte das soziale Netzwerk Scans von Gesichtern gespeichert und mit neu hochgeladenen Fotos abgeglichen. Die Kläger waren darüber nicht informiert worden.

Facebook musste Angebot erhöhen

Nach Billigung durch Bundesrichter James Donato ist der Vergleich nun rechtsgültig geworden. Er spricht von einer der höchsten Summen, die jemals wegen Datenschutz-Verstößen gezahlt werden mussten. Noch im Januar vergangenen Jahres hatte Facebook maximal 550 Millionen Dollar für sämtliche Kläger bereitstellen wollen. Das Gericht allerdings hatte den Betrag als unzureichend abgelehnt. Die jetzt festgesetzte Summe beinhaltet die Zahlung von jeweils 5000 US-Dollar an die drei Initiatoren der Sammelklage. Die übrigen Teilnehmer erhalten jeweils 500 Dollar.

Photo-Tagging verstieß gegen Datenschutz

Facebook hatte bereits vor zehn Jahren in den USA Gesichtserkennungs-Software eingesetzt. Nutzer wurden aufgefordert, die Gesichter ihrer Kontakte in Fotos zu kennzeichnen. Dabei schlug die Software auch Namen von Personen vor, die sie als ähnlich identifiziert hatte. Mit dem Speichern und Abgleichen der Aufnahmen verstieß man gegen die besonders strengen Datenschutz-Gesetze im Bundesstaat Illinois. Die abgebildeten Personen hatten von der Verarbeitung nichts geahnt und erst recht keine Einwilligung erteilt. Mittlerweile werden Gesichtserkennungs-Programme bei Facebook nur noch mit Zustimmung der Nutzer angewendet.

Fazit

Fünf Jahre lang war die Sammelklage gelaufen. Ursprünglich hatte der Zuckerberg-Konzern auf Abweisung plädiert. Doch das Speichern von Nutzerfotos und das automatisierte Scannen von Millionen Profilen auf eventuelle Ähnlichkeiten verstieß bereits 2008 gegen Datenschutz-Gesetze des Staates Illinois. Trotz der hohen Summe gibt man sich nun auch bei Facebook erleichtert über die Einigung: Man könne die Angelegenheit nun als beendet ansehen. Und das liege schließlich im Interesse von Nutzern und Aktionären.

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