Facebook Pixel: Ist das Tracking per Interaktions Pixel eigentlich erlaubt?

(5 Bewertungen, 4.60 von 5)

Viele Unternehmer posten nicht nur auf Facebook, sondern schalten auch Werbeanzeigen. Aber wie kann man den Erfolg solcher Kampagnen eigentlich messen? Facebook bietet dafür einen "Facebook-Pixel" für das Tracking auf Webseiten. Wie so oft bei Facebook ist die Umsetzung zwar technisch einfach, datenschutzrechtlich aber leider nicht. Wir erklären, was erlaubt ist.

Bitte wählen Sie:

Inhaltsverzeichnis Facebook Pixel Tracking

1. Was ist Conversion Tracking überhaupt?

2. Was macht der Facebook Pixel?

3. Was ist das Problem mit dem Datenschutz?

4. Reicht nicht ein Hinweis in der Datenschutzerklärung?

5. Was müssen Unternehmer und Seitenbetreiber konkret tun?

6. So binden Sie Facebook Pixel auf Ihrer Webseite einSo binden Sie Facebook Pixel auf Ihrer Webseite ein

1. Was ist Conversion Tracking überhaupt?

Wenn Sie Anzeigen bei Facebook schalten können Sie zwar heraus finden, was die Nutzer bei Facebook geklickt haben. Wenn das Ziel der Kampagne aber beispielsweise der KAuf auf einer  Webseite ist, geht das mit Facebook-Bordmitteln nicht mehr, da der Nutzer die Plattform ja verlässt.

Da das Geschäftsmodell von Facebook im Wesentlichen auf dem Verkauf von Werbung basiert hat Facebook hier im Februar 2017 Abhilfe geschaffen und den neuen „Tracking Pixel“ eingeführt.

Der “Besucheraktions-Pixel” erlaubt genau das: Den Erfolg einer Facebook Werbekampagne außerhalb der Plattform auf Webseiten zu messen. Dabei handelt es sich nicht um ein einfaches Klick Tracking (wie viele Nutzer haben auf meinen Link geklickt). Der Facebook Pixel, der auf der Webseite des Werbetreibenden eingebunden wird, erlaubt es, den Weg des Nutzers bis hin zum Kaufabschuss nachzuvollziehen. Das nennt man Conversion Tracking.

2. Was macht der Facebook Pixel?

Der Facebook Pixel (offiziell Besucheraktions-Pixel, bis 2016: Conversion Tracking Pixel) kann auf Webseiten außerhalb der Plattform eingebunden werden. Dazu wird ein spezifischer Tracking Code erzeugt. Dabei können verschiedene Zielseiten definiert werden: Von der Anmeldung für einen Newsletter über den Download kostenloser Inhalte bis hin zum Kauf eines bestimmten Produkts kann nachvollzogen werden, was der potentielle Kunde getan hat. Nur so können Werbetreibende nachvollziehen, ob ihre Kampagne den gewünschten Erfolg erzielt .

Das Tracking selbst erfolgt per Cookie, also nicht über den Facebook-Pixel selbst.

3. Was genau ist das Problem mit dem Datenschutz beim Facebook Pixel?

abmahnung facebook2016

Beim Conversion Tracking werden keine anonymen oder pseudonymisierte Daten erhoben. Der Werbetreibende kann nah einer Bestellung genau nachvollziehen, welchen Weg Kunde XYZ von der Facebook Anzeige über den Klick bis hin zum Kauf genommen hat.

Dabei werden personenbezogene Daten des Kunden erfasst, an Facebook in die USA übertragen und (wahrscheinlich) mit Profildaten des Nutzers bei Facebook verknüpft. Facebook stellt dann bestimmte Informationen dem Werbekunden zur Verfügung.

Davon erfährt der Nutzer, der bei Facebook auf eine Anzeige klickt, aber nichts. Genau diese Datenübertragung und Auswertung ohne Wissen des Facebook Nutzers führt dazu, dass es datenschutzrechtlich heikel wird.

Es gibt für diese Art der Nutzung von Kundendaten 2 legale Wege:

  1. Einen gesetzliche Vorschrift, die dies erlauben würde. Diese gibt für Facebook Tracking nicht.
  2. Eine Einwilligung des Nutzers. Um diese muss sich der Unternehmer kümmern, der die Anzeige schaltet und das Facebook Pixel für sein Tracking nutzt.

4. Aber reicht hier nicht ein Hinweis in der Datenschutzerklärung auf den Facebook Pixel?

Nein. Eine Einwilligung setzt voraus, dass Sie als Seitenbetreiber:

  1. dem Nutzer sagen: „Dies oder jenes speichern wir von dir, schicken die Daten in die USA und teilen die Informationen dann mit den unternehmen A, B C usw.“,
  2. der Nutzer sagt „Ja, ok, ich bin einverstanden“ und
  3. das alles, bevor die Daten des Nutzers gespeichert werden.

Eine bloße Info in einer Datenschutzerklärung ist aber keine Einwilligung und reicht deshalb nicht aus.

5. Was müssen Unternehmer und Seitenbetreiber konkret tun?

Facebook selbst geht davon aus, dass sich Werbekunden bei der Verwendung des Tracking Pixel um eine Einwilligung kümmern müssen. Seitenbetreiber müssen, um den Facebook Pixel also abmahnsicher zu verwenden

  1. Einen Einwilligungstext erstellen.
  2. Diesen Text den Besuchern der Webseite anzeigen.
  3. Eine Einwilligung der Webseitenbesucher einholen .
  4. Einen Passus zum Faxebook Pixel /Facebook Conversion Tracking in die Datenschutzerklärung der eigenen Webseite erstellen und einbinden.

Praxis-Tipp: Den Text für die Einwilligung sowie den Passus für Ihre Datenschutzerklärung stellen wir Ihnen in der Profi-Version des Datenschutz-Generators bei eRecht24 Premium zur Verfügung.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

6. Wie binde ich den Facebook Tracking Pixel auf meiner Webseite ein?

Der Tracking Pixel wird nicht auf Facebook, sondern auf Ihrer Webseiten eingebunden. So installieren Sie den Pixel-Code:

  1. Gehen Sie auf die „Pixel“-Seite im Werbeanzeigenmanager auf Facebook.
  2. Klicken Sie in Ihrem Facebook Account auf „Handlungen“ > „Code anzeigen“.
  3. Kopieren Sie den Code und fügen ihn zwischen den -Tags einer einzelnen Webseite oder in eine Webseitenvorlage ein, um ihn auf allen Unterseiten einer Webseite zu installieren.

Sie können hier verschiedene „Events“ anlegen und die Event Codes entsprechend einbinden, etwa das Starten eines Kaufvorgangs, eine Anmeldung oder einen Lead.

Um bestimmte Ziele der Kampagne zu definieren bietet Facebook zahlreiche verschiedene benutzerdefinierte Anwendungsfälle an. Mehr Infos dazu bei Facebook im „Leitfaden zur Implementierung des Facebook-Pixels“ unter:
https://de-de.facebook.com/business/help/952192354843755?helpref=related

Hier können dann auch die Funktionen von Facebook Audience (Zielgruppen-Insights) mit dem Tracking Pixel verbunden werden.

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Kommentare  
Erich
+2 # Erich 28.09.2017, 11:14 Uhr
Danke für den Beitrag.

Würde ein Hinweistext wie es bei der EU Cookie Richtlinie gemacht wird ausreichen um eine Einwilligung einzuholen, sobald er auf Okay klickt. Oder muss es etwas zum anhaken sein?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Denis
0 # Denis 28.09.2017, 11:48 Uhr
Würde mich auch interessieren ;-)
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Rene
0 # Rene 02.10.2017, 07:36 Uhr
Mich auch :-)
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Soziale Netzwerke: So nutzen Sie Facebook, Twitter und Co. sicher in Ihrem Unternehmen Unternehmen stehen heute immer wieder vor der Frage, ob sie soziale Netzwerke aktiv nutzen, dulden oder gar verbieten sollten. An dieser Frage scheiden sich die...
Weiterlesen...
Auch bei Facebook ist ein Impressum Pflicht: Kostenloser Generator für Ihr Facebook Impressum Die Impressumspflicht bei Facebook wirft aktuell viele Fragen auf: Benötigt jede Facebook Seite ein Impressum? Wie muss ein Impressum bei Facebook aussehen? Wie...
Weiterlesen...
Abmahnfalle Facebook: Was Sie tun können, um nicht wegen geteilter Vorschaubilder abgemahnt zu werden Die Nachricht, dass Facebook-Nutzer wegen eines geteilten Links abgemahnt werden können, hat für viel Ärger und große Verunsicherung bei Facebook-Nutzern gesorg...
Weiterlesen...
Kinderfotos bei Facebook & Co: Darf ich Bilder meiner Kinder in sozialen Netzwerken posten? Fast jeder kennt sie: Eltern, die bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken ohne Skrupel Bilder von ihren Kindern posten. Aber dürfen Eltern überhaupt einfa...
Weiterlesen...
Facebook-Ratgeber für Eltern: Wissen Sie, was Ihr Kind bei Facebook macht? Facebook ist in aller Munde. Nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Jugendliche und sogar Kinder sind auf Facebook angemeldet und nutzen die Plattform tä...
 
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support