Übernahme von E-Plus: Hat Telefónica gegen EU-Vorgaben verstoßen?

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Als 2014 der Mobilfunkanbieter Telefónica den Konkurrenten E-Plus kauft, macht die EU-Kommission dem Provider zahlreiche Vorgaben für die Übernahme. Diese Vorgaben soll Telefónica jedoch nicht erfüllt haben. Das sagt jetzt eine Beschwerde der Kommission. Was wirft die Brüsseler Behörde Telefónica vor? Und welche Strafe droht dem Konzern?

So sah die Übernahme von E-Plus aus

Um E-Plus zu übernehmen, zahlte Telefónica 3,7 Milliarden Euro. Zusätzlich erhielt der niederländische Mutterkonzern von E-Plus einen Anteil von 24,9 Prozent am neuen Unternehmen. Damit hatte die Übernahme ein Volumen von 12 Milliarden Euro.

Diese Vorgaben soll Telefónica verletzt haben

Die EU-Kommission geht davon aus, dass Telefónica Drittanbietern den Zugang zum schnellen LTE-Mobilfunknetz nicht wie abgesprochen „zu günstigsten Preisen“ angeboten hat. Das soll es diesen erschwert haben, im deutschen Mobilfunknetz Fuß zu fassen. Damit hat Telefónica den Wettbewerb auf dem deutschen Markt eingeschränkt.

EU-Kommission erklärt Beschwerde

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, dass Zusagen von Unternehmen für die Übernahme von anderen Konzernen von entscheidender Bedeutung seien. Denn: Nur so könne die EU gewährleisten, dass es weiterhin einen wirksamen Wettbewerb gebe und Verbraucher keinen Nachteil erleiden. Daher müssten Unternehmen die Vorgaben der Kommission vollständig einhalten. Zuwiderhandlungen nehme die Behörde sehr ernst, wie Vestager weiter ausführte. Daher habe die Kommission die Beschwerde bei Telefónica eingereicht.

Das sagt Telefónica zur Beschwerde der EU

Telefónica Deutschland gibt sich zuversichtlich. Das Unternehmen geht davon aus, dass es die Auflagen der Kommission korrekt erfüllt habe. Es wolle die Beschwerde prüfen und sich fristgerecht dazu äußern. Die EU-Kommission hat Telefónica dafür bis zum 5. April Zeit gegeben.

Fazit

Sollte sich herausstellen, dass Telefónica gegen die Auflagen der EU verstoßen hat, wartet eine empfindliche Strafe auf den Konzern. So könnte Telefónica eine Strafe von bis zu 10 Prozent seines Jahresumsatzes zahlen müssen. 2018 erwirtschaftete Telefónica 7,3 Milliarden Euro. Alternativ könnte die EU-Kommission auch ihre Genehmigung zur Übernahme widerrufen.

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