Zoom: Videokonferenzdienst schickt heimlich Daten an Facebook

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Home-Office und Kontaktverbot führen dazu, dass deutlich mehr User den Videokonferenzdienst Zoom nutzen. In Apples App Store ist das Programm aktuell die dritthäufigst heruntergeladene Software. Das Web-Magazin Motherboard fand jetzt heraus: Zoom gibt heimlich Nutzerdaten an Facebook weiter. Welche Daten landen beim Zuckerberg-Netzwerk? Und wann überträgt Zoom die Daten?

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Wann gibt Zoom Daten weiter?

Zoom schickt Daten an Facebook, sobald sich User in der App oder auf der Webseite anmelden. Dafür müssen sie nicht einmal ein Facebook-Konto haben. Grundsätzlich sei die Datenweitergabe nichts Ungewöhnliches, lässt Motherboard wissen. Viele Apps am Markt würden das genauso machen. In der Regel nähmen sie das jedoch nur vor, wenn Nutzer auch über einen Facebook-Account verfügen. Und: Sie würden User in ihrer Datenschutzerklärung darüber aufklären.

Zoom erwähnt zwar in seiner Datenschutzerklärung, dass es Informationen an Facebook weitergibt. Das soll jedoch nur passieren, wenn sich User mit ihrem Facebook-Konto anmelden. Und: Die App gibt an, bestimmte „Standard-Tools“ für Werbung zu nutzen, die personenbezogene Daten erfordern, wie zum Beispiel Google Ads und Google Analytics. In der Praxis landen User-Daten jedoch in jedem Fall bei Facebook.

Diese Daten schickt Zoom an Facebook

Öffnen User die App auf ihrem iPhone oder iPad, gibt Zoom Informationen zum Smartphone-Modell, zur Zeitzone der Stadt und zum Telekommunikationsanbieter sowie die Werbe-ID des iPhones an Facebook weiter.

Sind Trackingdienste wie Facebook in andere Apps, die User nutzen, integriert, können diese die zusammengetragenen Daten über die Ad-ID zusammenführen. Das wiederum lässt sie Rückschlüsse beispielsweise auf das Reiseverhalten, Krankheiten sowie das Dating-Verhalten von Nutzern ziehen.

An wen schickt Zoom die Userdaten noch?

Facebook ist nicht der einzige Dienst, an den Zoom Userdaten schickt. Motherboard legte auf der Webseite ein Testkonto an, um die Datenweitergabe genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei fand das Magazin heraus, dass Zoom verschiedene Tracking-, Marketing- und Analysedienste nutzt, um Userdaten weiterzugeben. Darunter sind unter anderem Tag Manager, Doubleclick, Google Analytics, Hotjar, Yahoo Advertising und Wootric.

Fazit

Erst kürzlich hatte die US-Bürgerrechtsorganisation EFF kritisiert, dass Administratoren bei Zoom die Aufmerksamkeit von Teilnehmern überprüfen können. Dabei können sie sich beispielsweise benachrichtigen lassen, wenn das Zoom-Fenster 30 Sekunden lang nicht im Vordergrund stand – zum Beispiel, weil User ein anderes Programm wie einen Browser verwenden.

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