Neuer Datenschutz bei Apple: Facebook droht Nutzern mit Gebühren  

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Der Streit zwischen den beiden IT-Riesen Facebook und Apple um die Privatsphäre der Verbraucher geht weiter. Der Zuckerberg-Konzern spricht jetzt iPhone-Besitzer direkt an, und zwar über die Facebook- und Instagram-Apps auf ihren Geräten. Die Botschaft: Wer die beiden sozialen Plattformen auch weiterhin kostenlos nutzen will, soll der Verarbeitung seiner Daten zustimmen.

Privatsphäre gefährdet Geschäftsmodell

Es ist eine der wichtigsten Neuerungen in iOS 14.5. Schon beim Herunterladen einer neuen App müssen sich Nutzer für oder gegen die Verarbeitung ihrer Daten entscheiden. Für die bereits vorhandenen Anwendungen wird die Einwilligung beim ersten Öffnen nach dem System-Update abgefragt. Facebook hat diese Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre von Anfang an abgelehnt. Man befürchtet, dass zu wenige Menschen persönliche Informationen freiwillig zur Verfügung stellen. Doch Apple ließ sich von der massiven öffentlichen Kritik nicht beeinflussen. Nun erhöht Facebook den Druck auf seine Nutzer.

 

Vorteile personalisierter Werbung

Beim ersten Öffnen von Facebook und Instagram nach dem iOS-Update erscheint eine Info-Tafel, die über den Zweck der Datenverarbeitung aufklärt. Dazu gehört zunächst einmal das Schalten personalisierter Werbung. Nur wenn die das Nutzerverhalten auch in anderen Apps und Anwendungen erfasst wird, können demnach interessante und passende Anzeigen präsentiert werden. Außerdem argumentiert Facebook, dass durch das Tracking der Nutzer kleine Unternehmen unterstützt würden. Die nämlich könnten mit preisgünstiger Werbung ganz gezielt ein geeignetes Zielpublikum ansprechen. Fiele diese Möglichkeit weg, würden zahlreiche Unternehmen gefährdet.

 

Ende kostenloser Nutzung?

Diese beiden Punkte haben auch bisher in der Argumentation eine starke Rolle gespielt. Nun allerdings führen die Verantwortlichen der beiden sozialen Plattformen noch einen weiteren Grund auf: Nutzerdaten würden gebraucht, um Facebook und Instagram gratis anbieten zu können. Der Umkehrschluss liegt nahe: Wenn zu viele Nutzer die Verarbeitung ablehnen, wird man Gebühren erheben müssen. Ein klarer Widerspruch zu dem jahrelang vertretenen Grundsatz, dass Facebook auch in Zukunft immer ein kostenloses Medium sein solle. Schon 2018 allerdings schloss Mark Zuckerberg nicht mehr aus, dass es zusätzlich zu einer Gratis-Version noch eine kostenpflichtige geben könnte.

 

Fazit

Facebook kämpft um sein Geschäftsmodell. Man will auch weiterhin mit Informationen über die Interessen der Nutzer passgenaue Werbung anbieten. Apples neue Privatsphäre-Politik kommt da äußerst ungelegen. Allerdings steht auch das Vorgehen des iPhone-Anbieters in der Kritik. Vertreter der deutschen Wirtschaft haben bereits Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Der Vorwurf: Apples Regelung diene nur dazu, die Konkurrenz auszuschalten. Das Unternehmen selbst verarbeite nämlich weiterhin Nutzerdaten.

Anzeige

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Facebook: Darf der Gruppenadministrator vom Gründer gelöscht werden?
Weiterlesen...
Löschpflicht: Renate Künast geht in Grundsatzprozess gegen Facebook vor
Weiterlesen...
Datenschutz: Facebook deutet Rückzug aus Europa an
Weiterlesen...
Facebook: US-Handelsbehörde reicht erneut Kartellklage ein
Weiterlesen...
Werbung bei Facebook: Auch hier sind Pflichtangaben Pflicht
Weiterlesen...
Facebook: Widerstand gegen EuGH-Urteil
Weiterlesen...
EuGH-Urteil: Webseitenbetreiber sind für Datensammlung über Social Plugins mitverantwortlich
Weiterlesen...
Facebook & Co.: Dürfen private Nachrichten veröffentlicht werden?
Weiterlesen...
Facebook: Eltern müssen Zugang zu Account verstorbener Tochter bekommen
Weiterlesen...
OLG-Urteil: Meinungsfreiheit wichtiger als Facebook-Grundsätze
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support