Amazon: Anzeige gegen Zustelldienst wegen katastrophaler Arbeitsbedingungen

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Worum geht's?

Nach einem aufrüttelnden Fernsehbericht des ZDF über die Ausbeutung von Kurierfahrern zieht Amazon Konsequenzen. Der Onlinehändler hat Strafanzeige gegen ein bayerisches Logistik-Unternehmen gestellt. Die Fahrer hatten vor der Kamera geklagt, täglich bis zu 270 Pakete ausliefern zu müssen. Von ihrem Gehalt hätte einige von ihnen nicht einmal eine Unterkunft bezahlen können.

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Bei Krankheit droht Kündigung

Bis zu elf Stunden Arbeit täglich und keine Zeit für Trinkpausen; übernachtet wird mangels Unterkunft im Auto. So oder so ähnlich schildern ehemalige und immer noch beschäftigte Amazon-Zusteller im TV-Magazin Frontal 21 ihren Alltag. In einem Fall lässt sich ein völlig erschöpfter Arbeiter krankschreiben und erhält im Gegenzug die Kündigung. Wer weitermacht, stapelt bis zu 270 Pakete pro Tag im Laderaum und auf dem Beifahrersitz von teils schrottreifen Fahrzeugen: Fehlende Seitenspiegel, abgefahrene Reifen oder ein Sprung in der Windschutzscheibe erhöhen das Unfallrisiko immens. Beschweren will sich niemand, schließlich werden die Kosten für Reparaturen den Fahrern vom Lohn abgezogen. Ebenso wie die Miete: 300,- Euro pro Kopf in einer verwahrlosten Arbeiterwohnung ohne warmes Wasser. Unterm Strich seien am Ende eines Monats manchmal gerade noch 30 Euro Gehalt ausgezahlt worden, so ein Fahrer.

Nur ein „schwarzes Schaf“?

Die Vorwürfe beziehen sich großenteils auf einen Kurierdienst, der in Bayern für Amazon Pakete ausgeliefert hat. Nun meldet das Magazin Business Insider unter Berufung auf interne Quellen, dass Amazon Strafanzeige gegen den ehemaligen Inhaber gestellt habe. Grund: die unzumutbaren Arbeitsbedingungen. Allerdings stellt Amazon die beschriebenen Zustände als Ausnahme dar. Grundsätzlich müssten alle Subunternehmer im Hinblick auf Löhne, Sozialabgaben und Arbeitszeiten geltende Gesetze einhalten. Das sei vertraglich vereinbart und werde von Amazon auch regelmäßig überprüft. Die Geschäftsbeziehung zu dem nun kritisierten Dienstleister habe man bereits im März beendet. Die Fahrer erhielten Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

 

Fazit

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon selbst oder seinen Subunternehmen stehen immer wieder in der Kritik. In der Regel weist das Unternehmen Vorwürfe zurück. So auch Anfang April, als es in den USA darum ging, ob Fahrer bei ihren Touren in Flaschen urinieren müssten. Wenige Tage später musste der Konzern einräumen, dass diese Darstellung den Tatsachen entsprach.

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